Goldeneye 007 Reloaded im Test: Das beste Bond-Spiel seit Jahren - und ein richtig guter Shooter
TestWährend des Tests von Goldeneye 007 Reloaded für PS3 und Xbox 360 dauerte es nicht lange, bis unser Bond-Herz höher schlug. Mit 007s originaler Walther samt Schalldämpfer durchs Feindgebiet schleichen, heimlich, still und leise Gegner ausschalten - und anschließend im Panzer mit brachialem Dauerfeuer durch Moskau jagen - toll! Im Test von Goldeneye 007 Reloaded erfahrt ihr, wie sich die Neuauflage spielt.
Goldeneye 007 Reloaded im Test: Tester Christoph Peter Schuster erwartete nicht sonderlich viel von diesem Remake und in der Tat bestätigten die ersten Minuten seine Befürchtungen: Altbackene Technik, uncool präsentierte Dialoge, hier will wohl jemand - typisch Lizenz-Versoftung - ohne viel Aufwand Kohle abgreifen. Nach kurzer Zeit jedoch wendete sich das Blatt und sein Bond-Fanherz schlug höher.
Mit 007s originaler Walther samt Schalldämpfer durchs Feindgebiet schleichen, heimlich, still und leise Gegner ausschalten - und anschließend im Panzer mit brachialem Dauerfeuer durch Moskau jagen! Goldeneye Reloaded bildet beide Facetten von 007 astrein ab und überzeugt mit guten Levels. Und der Mehrspielermodus? Christoph schwelgt ich in Erinnerung und sagen: Party like it's 1997! Was uns an James Bond Goldeneye 007 Reloaded gefallen hat - und was weniger -, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.
Das hat uns beim Test von James Bond Goldeneye 007 Reloaded gut gefallen:
Quelle: Videogameszone
Eiskalt: Mit schallgedämpften Bleispritzen operieren wir heimlich hinter feindlichen Linien - Bond-Atmosphäre pur!
Sehr gute Filmumsetzung mit neuem Bond Daniel Craig
Moment mal, Daniel Craig? Aber in Goldeneye legte doch noch Pierce Brosnan reihenweise Frauen flach? Jap, aber das erschien Activision bei aller Liebe zum Original dann doch nicht mehr zeitgemäß, der Bond 2011 heißt nun mal Craig. Gut so,
Flotter, enorm spaßiger Mehrspielermodus
Die blanken Fakten wirken wenig beeindruckend: 14 spielbare Maps, eine Handvoll Spielmodi, natürlich Mehrspielerstandards wie Levelaufstiege, freispielbare Boni, individualisierbare Ausrüstung … in all diesen Belangen liefert Goldeneye Standardkost und macht einem Call of Duty oder Killzone dementsprechend keine Konkurrenz. Will es aber auch gar nicht, denn 007 Reloaded sieht sich viel mehr als Fun-Shooter. Freunde flotter Mehrspieler-Action werden vor allem die Modifikatoren alsbald in ihr Herz schließen. Einige davon ändern das Gameplay in Richtung des klassischen 1997er-Titels, beispielsweise indem sie Gesundheitsregeneration abschalten (ihr müsst also wieder Medipacks einsammeln).
Andere müsst ihr erst freispielen, sie dienen einzig dem Spaß, etwa ein Paintball-Modus, der alle Mordinstrumente gegen Farbmarker austauscht. Zu guter Letzt gibt es wie schon im Ur-Shooter Gameplay-Änderungen: So besagt "Beweg deine Füße" beispielsweise, dass jeder Spieler, der länger als drei Sekunden stehen bleibt, enormen Schaden nimmt - das Ergebnis sind extrem flotte Gefechte, da Camper keine Chance haben. Unterm Strich revolutioniert Goldeneye natürlich nicht das Genre der Mehrspieler-Shooter, aber es liefert damals wie heute schlicht eine Mordsgaudi - vor allem im Vier-Spieler-Splitscreen.
Quelle: Videogameszone
Helfer-Hack: Wir feuern aus der Deckung, während in der Mitte des Raumes ein von uns gehackter Geschützturm aufräumt.
Kampagne abwechslungsreich; gute Levels
Die Schießereien fühlen sich an wie im Shooter-König Call of Duty, dazu gibt es als Abwechslungslieferant Abschnitte wie eine Verfolgungsjagd im Truck, bei der Bond vom Beifahrersitz aus ballert, einen Abschnitt als Scharfschütze mit Wärmebildvisier und eine Panzerfahrt - alles da. Und es erfüllt seinen Zweck; genauso wie beim Vorbild Modern Warfare dienen solche Intermezzi der Auflockerung und erhöhen damit den Spielspaß. Bevor ihr den altgedienten Bond jetzt aber vorschnell als Kopie abschreibt, schreiten wir ein: So nicht! Im Gegensatz zu Infinity Wards Hollywood-Feuerwerk mit Rambo-Attitüde beherrscht ein Agent des britischen MI6 nämlich auch die leisen Töne.
Ganz Gentleman, schleichen wir uns auf leisen Sohlen durch die Gegend, knocken Feinde unauffällig aus und lassen mit kühler Präzision die Waffe sprechen, wobei ein Schalldämpfer den ordinären Lärm zum sanften Flüstern dämpft. Das ist die eigentliche Trumpfkarte im Blatt von Goldeneye 007 Reloaded: Genau wie in den Filmen geht Bond überlegt, leise und präzise vor - wie ihr es von einem Geheimagenten erwartet -, um anschließend doch mit brachialer Gewalt loszubrettern.
Massig Original-Bond-Charaktere am Start
Bond-Fans jauchzen in Anbetracht Dutzender Charaktere, darunter natürlich Bond selbst, sowie zahlreiche Original-Filmbösewichter wie Scaramanga, Blofeld, Dr. No, der Beißer oder Oddjob.
Quelle: Videogameszone
Laiendrama: Außer M wurden sämtliche Rollen in Goldeneye neu besetzt. Die Pixelakteure liefern jedoch eine unterdurchschnittliche Show ab.
Neuer MI6-Modus
Nach rund acht Stunden schließt sich die Akte Goldeneye wieder. An dieser Stelle zieht die PS3-Version gegenüber dem Wii-Remake von vor einem Jahr allerdings ein Ass aus dem Ärmel: Den neuen MI6-Modus. Hier bestreitet ihr auf diversen Karten der Haupthandlung verschiedene Herausforderungen. So schaltet ihr etwa alle Gegner aus, bevor die Zeit abläuft, verteidigt eine Position gegen anrückende Feinde, eliminiert möglichst viele Widersacher, ohne entdeckt zu werden, oder hetzt möglichst flott zum nächsten Checkpunkt.
Entsprechend eurer Leistungen ladet ihr Highscores ins PSN. Echte Top-Agenten aktivieren obendrein Modifikatoren, die etwa bewirken, dass nur noch Kopftreffer zählen, der Spieler keine Nahkampfattacken mehr einsetzen kann oder aber die obligatorische Selbstheilung ausbleibt. Insgesamt eine nette Geschichte, die einige vergnügliche Stunden zusätzlicher Spielzeit beschert. Schade allerdings, dass sich diese Challenges nur alleine bestreiten lassen, die Aufgaben hätten sich perfekt für einen Koop-Modus geeignet.
