Rage im Test für Xbox 360: Toller Shooter, aber keine Genre-Revolution - Ab heute im Handel

Test Robert Horn

Rage im Test für Xbox 360: Id Software hat mit Rage einen tollen Shooter abgeliefert. Allerdings vernachlässigten die Entwickler die restlichen Elemente von Rage. Videogameszone.de klärt im Test, wie gut Rage für Xbox 360 schließlich geworden ist.

In unserem Test von Rage stellten wir schnell fest, dass id Software einen wunderbaren Shooter für Konsole und PC entwickelt hat. Die Ballereien sind durchdacht und toll inszeniert, die Endzeitwelt stimmungsvoll. Dass id Software mit Rage einen tollen Shooter abliefert, damit war zu rechnen. Schließlich gilt das Entwicklerstudio als Erfinder des Genres. Allerdings weist Rage auch Schwächen auf, die verhindern, dass Rage eine Wertung jenseits der 90 erhält.

Punktabzüge etwa gibt es für die schwache und unlogische Story. Auch die halbgaren Rollenspielelemente und die unbefriedigten Nebenquests fallen negativ ins Gewicht. Eine Genre-Revolution ist Rage daher nicht, weder in Sachen Grafik noch beim Gameplay. Ein toller Shooter ist's trotzdem geworden. In unserem nachfolgenden Test klären wir, was Rage besonders gut gelingt - und was weniger.

Info: So haben wir getestet
Publisher Bethesda verschickte keine Testversionen von Rage. Stattdessen reisten zwei unserer Redakteure in die Deutschlandzentrale nach Frankfurt am Main, wo wir zwei Tage lang in aller Ruhe testen konnten. Dabei spielten wir Rage mehrfach durch, inklusive aller Nebenquests. Wir brauchten für einen Durchlauf ohne Nebenmissionen etwa zehn Stunden, bei Erfüllen sämtlicher Aufgaben waren es wenige Stunden mehr.

Mutant Bash TV: Reingehen, Mutanten umholzen, Geld einstreichen - Mutant Bash TV ist eine tolle, unterhaltsame Nebenbei-Einnahmequelle. Ihr müsst einfach nur mehrere Ebenen des verrückten Fernsehspiels überleben. Quelle: Bethesda Mutant Bash TV: Reingehen, Mutanten umholzen, Geld einstreichen - Mutant Bash TV ist eine tolle, unterhaltsame Nebenbei-Einnahmequelle. Ihr müsst einfach nur mehrere Ebenen des verrückten Fernsehspiels überleben. Coole Endzeitwelt
Das Szenario, die wir in Rage vorfinden, ist nicht neu, aber glaubhaft und stimmungsvoll. Wir kennen es aus Spielen wie Fallout oder Filmen wie Mad Max. Die Erde wurde von einem Kometen verwüstet, die Menschheit nahezu ausgelöscht. Aus den Trümmern erheben sich Städte aus Schrott. Der Spieler selbst erwacht 100 Jahre nach der Katastrophe in einer unterirdischen Rettungskapsel, die die damalige Regierung tief in der Erde versenkt hatte, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Die bösartige Regierung ist auf der Suche nach genau diesen Menschen. Aus diesem Grundstoff mixt Rage seine Geschichte in einer postapokalyptischen Welt …

… aber:
Gerade bei der Geschichte von Rage hauen die Entwickler kräftig daneben. So wird euch zwar ständig erzählt, wie bösartig das Regime ist, gegen das ihr kämpfen sollt, doch findet ihr so gut wie nie Beweise für die Anschuldigungen. Warum außerdem ausgerechnet ihr der Heilsbringer für die Rebellen seid, bleibt unklar, ebenso, welches Interesse die Regierung an euch hat. Schlimmer noch, später verzettelt sich die ohne Höhepunkte vor sich hin plätschernde Story in Logikfehlern und an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen, dass wir uns wirklich wundern, wer diesen Mist bei der Entwicklung durchgewunken hat. Das ist umso bedauerlicher, da die Spielwelt so glaubhaft ist, dass wir uns einfach eine angemessene und dem Setting würdige Geschichte gewünscht hätten.

Beeindruckende Endzeit-Landschaften
Schon die ersten Schritte in Rage lassen uns staunend innehalten, die id-tech-5-Engine leistet Tolles: Verwitterte Felsformationen türmen sich neben uns auf, während wir mit unserem Gefährt über weiche Sanddünen rattern. In der Ferne rotieren rostige Windräder; ein Blick genügt, um sich ihr Quietschen vorzustellen. Im Wind zerfasern­der Rauch steigt in der Ferne auf und verliert sich in der Weite des tiefblauen Himmels. Dort droben türmen sich wiederum gewaltige Quellwolken auf. Wir haben wirklich das Gefühl, in einer staubigen Einöde zu stehen. Im östlichen Ödland, das ihr im zweiten Teil des Spiels besuchen werdet, sehen wir sturmumtoste Gipfel in der Ferne, kraxeln durch graue, mondähnliche Kraterlandschaften und blicken auf die Überreste menschlicher Zivilisation. Die Welt von Rage ist glaubhaft und streckenweise atemberaubend. Das gilt nicht nur für die schönen Außenareale, sondern auch für die vielen Innenbereiche, die ihr, meist mit der Waffe im Anschlag, betretet. Dort liegt Müll in der Ecke, stapeln sich Kisten und Fässer, während schummeriges Licht stimmungsvoll durch verschmierte Fenster scheint. Der Detailreichtum von Rage ist beeindruckend …

… aber:
Gerade bei Details wundern wir uns über matschige, grobschlächtige Texturen, die zwischen all der grafischen Pracht wie hässliche Makel hervorstechen. Außerdem, und das wiegt noch schwerer, hat Rage arge Probleme beim Nachladen der Texturen. Dreht ihr euch auf der Stelle sehr schnell um die eigene Achse, könnt ihr zusehen, wie das Spiel die Texturen langsam und mühselig nachlädt. Der Effekt: Für Sekunden matschige und unansehnliche Texturen quer über die gesamte Spielwelt. Hier kann ein Patch sicherlich nachhelfen, aber da Spieler von id Software gerade in dieser Hinsicht nunmal Höchstleistung erwarten, ist diese Texturladezeit besonders unangenehm.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Rage im Test für Xbox 360:Tolle Endzeitwelt und Landschaften
  2. Seite 2 Rage im Test für Xbox 360: Crafting-System, Waffen und die KI
  3. Seite 3 Rage im Test für Xbox 360: Nebenquests, Autorennen und Kampfgebiete
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