Brink: Test des komplexen Shooters für PS3 und Xbox 360

Test Jürgen Krauß

Brink stellt sich dem Test für PS3 und Xbox 360: Wir haben den Ego-Shooter von Splash Damage ausführlich gespielt und klären euch über die Vor- und Nachteile des komplexen Spiels auf, das Einzelspieler- und Mehrspielermodus zu einem großen Ganzen verknüpfen soll.

Unser Test von Brink ist da! Allerdings vergeben wir noch keine finale Wertung. Hauptgrund ist, dass wir die wichtige Mehrspieler-Komponente von Brink zum Fall des Test-Embargos noch nicht unter Live-Bedingungen testen konnten. Zudem lässt sich durch die fortschreitende Downtime des PlayStation Network noch nichts über die Güte der Multiplayer-Anbindung der PS3-Version von Brink sagen. Da wir Euch trotzdem so schnell wie möglich alle wichtigen Infos über Brink verraten wollen, erklären wir Euch im Folgenden die Vor- und Nachteile des Multiplayer-Shooters aus dem Hause von Splash Damage, die zuletzt Enemy Territory: Quake Wars entwickelten. Die finale Wertung liefern wir natürlich bald nach.

In Brink hat die Welt einen mittelschweren Kollaps hinter sich: Die Polkappen sind geschmolzen, alles bekannte Land liegt unter Wasser und nur eine kleine Gruppe Privilegierter konnte sich schon vor Jahren in eine schwimmende Zuflucht retten: die Arche, eine Stadt auf dem Meer. Doch statt der erhofften Dreifaltigkeit aus Friede, Freude und Eierkuchen finden wir dort eher Zweiklassengesellschaft, Ressourcenknappheit und Kampfeslust, wobei sich der für uns interessante Teil der Bevölkerung (= der Teil mit den Waffen) in zwei Lager spaltet: den Widerstand, dessen erklärtes Ziel es ist, von dem Eiland zu flüchten und nach Festland zu suchen, und die Sicherheitskräfte, die nicht nur die Ordnung aufrechterhalten wollen, sondern auch mal gerne prophylaktisch Gewalt anwenden. Für einen Mehrspieler-Shooter ungewöhnlich: Brink kommt nicht nur mit einer am Stück erzählten Handlung daher, sondern gleich mit zwei (für jede Partei eine) sowie mit zwei zusätzlichen Was-wäre-wenn-Szenarien pro Storyline. Für einen Einzelspielerdurchlauf - Bots, die automatisch jede Partie auf 16 Spieler auffüllen, machen es möglich - klingt das ja auch alles nachvollziehbar, wie aber klappt das mit Freunden und Fremden über das Internet?

Zu Boden gehende Gegner in Brink leben bis zum Respawn oder zur Heilung weiter. Zu Boden gehende Gegner in Brink leben bis zum Respawn oder zur Heilung weiter. Gut, denn erstens finden die Gefechte beider Handlungsstränge auf jeweils denselben Schauplätzen statt. Bedeutet: Die Schlacht, die die Rebellen am ersten Tag des Aufstandes schlagen, entspricht, von der Erzählperspektive abgesehen, dem Gefecht, das aufseiten der Sicherheitstruppen am ersten Tag ansteht. Clever. Hinzu kommt, dass Spieler die einzelnen Missionen, die man in anderen Genrevertretern wohl eher als "Karten" bezeichnen würde, freilich auch wild durcheinander spielen können - wer die Handlung einmal durch hat, ist ja auch nicht mehr auf die richtige Reihenfolge zum Verständnis angewiesen. Optionen wie "Koop", "Nur-mit-Freunden" und "Bot-Schwierigkeitsgrad" sind ebenfalls vorhanden. Die Grenze zwischen Offline- und Online-Spiel ist hier fließender. Es gibt zwar Waffen und Belohnungen für erlegte Gegenspieler, jedoch sollte euer Hauptaugenmerk auf dem Erfüllen von Zielen liegen. So gewinnt nicht das Team, das in einer bestimmten Zeit mehr Gegner ausknockt, sondern die Mannschaft, die innerhalb des Zeitlimits ihre Missionsziele erfüllt. Davon gibt es pro Karte etwa drei bis fünf, wobei immer ein Team als Angreifer und eines als Verteidiger agiert. Das Schöne dabei: Die Ziele sind recht abwechslungsreich und reichen von Hacken über Sprengen bis hin zu Eskortieren - allerdings gibt es pro großer Aufgabe auch immer eine Reihe von weniger bedeutsamen Nebenaufgaben. Wer wo gerade was erledigen kann, muss oder sollte, regelt das Kommandorad, das euch bei einem Druck auf "Oben" auf dem Digipad schnell einen Überblick gibt, wie ihr am besten zum Teamerfolg beitragen könnt.

Die Brink-Waffen unterscheiden sich angenehm stark in Streuung, Schaden, Klang etc. Die Brink-Waffen unterscheiden sich angenehm stark in Streuung, Schaden, Klang etc. Allerdings sind die Nebenaufgaben nicht ganz so variantenreich. Freilich - und das ist heutzutage bei derartigen Spielen schon fast eine Selbstverständlichkeit - braucht es für die verschiedene Aufträge jeweils bestimmte Spielerklassen: MG-Nester baut eben nur der Mechaniker, Sprengladungen sind das Spezialgebiet des Soldaten und so weiter. Ist für eure Klasse gerade nichts zu tun, sucht ihr einen Kommandoposten auf und wechselt flugs in einen anderen Beruf. Auch greift ihr an solchen Stationen auf euren persönlichen Waffenschrank zu, nicht aber auf die unzähligen Waffenanbauten - dafür müsst ihr ins Menü zurück. Das finden wir etwas umständlich, genau wie die Menüführung im Anbaumenü: Habt ihr eine neue Waffenaufwertung, zum Beispiel zusammengeklebte Magazine zum schnelleren Nachladen oder ein Unterlauf-Granatwerfer, freigeschaltet, so müsst ihr diese an jedem Schießeisen, an dem sie zum Einsatz kommen soll, einzeln auswählen - eine Option "An allen kompatiblen Waffen anbringen" hätte hier für Komfort gesorgt. Überhaupt mangelt es bei der Vielzahl an Knarren ein klein wenig an Übersicht. Dafür aber unterscheiden diese sich in Klang und Handhabung angenehm stark, sodass es auch tatsächlich Spaß macht, sich einmal quer durchs Arsenal zu ballern. Schießen in Brink ist nicht wie Schießen in Call of Duty oder Battlefield. Gegner fallen nicht beim ersten Treffer einfach um, weniger erfahrene Schützen brauchen oft sogar mehr als ein Magazin pro Widersacher. Auch richtet der Granatwerfer überraschend wenig Schaden an, würfelt die Spielfiguren aber immerhin so durch die Gegend, dass sie kurzzeitig zu wehrlosen Opfern für Teamkollegen werden.

  1. Seite 1 Brink im Test für PS3 und Xbox 360: Ein Team sollt ihr sein
  2. Seite 2 Brink im Test für PS3 und Xbox 360: Farbenfrohes Shooter-Erlebnis
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