Metro 2033 für Xbox 360 im Test: Fesselnd und atmosphärisch brillant - So gut ist der Endzeit-Shooter von 4AGames

Test Marc Brehme Alexander Frank

In unserem Test zu Metro 2033 reisten wir in das virtuelle Moskau. Und das ist im Jahr 2033 kein Schönes: Es besteht aus Ruinen und ist verseucht.

Seit 20 Jahren hausen die Menschen in der Moskauer ­U-Bahn. Zu Beginn des Spiels verlassen wir unsere enge, aber für die letzten Überlebenden der nuklearen Katastrophe liebevoll und gemütlich eingerichtete Heimatstation.
Quelle: PC Games Seit 20 Jahren hausen die Menschen in der Moskauer ­U-Bahn. Zu Beginn des Spiels verlassen wir unsere enge, aber für die letzten Überlebenden der nuklearen Katastrophe liebevoll und gemütlich eingerichtete Heimatstation. Metro 2033 spielt in der Moskauer U-Bahn. Dort kostet eine Fahrt gerade mal 25 Rubel (umgerechnet 62 Cent). Die Züge flitzen tagsüber etwa alle drei bis vier Minuten. Ebenso weit liegen die einzelnen Stationen zeitlich auseinander. Anno 2033 braucht der 20-jährige Artjom länger. Und er bezahlt für so eine Fahrt, wenn es blöd läuft, auch mehr. Allerdings nicht mit Geld. Denn der Rubel rollt im Moskau der Zukunft schon lange nicht mehr. Auch die Züge stehen still. Wer wie Artjom von einer Station zur nächsten will, legt die Entfernung zu Fuß oder mit einem Schienenwagen, der sogenannten Draisine, zurück. Meistens allein. Und meistens durch die sehr dunklen Tunnels.

Eine andere Reisemöglichkeit bietet sich in der düsteren Vision des Jahres 2033 auch gar nicht an. Moskau liegt nach einem nuklearen Desaster – wie auch der Rest der Welt – in Schutt und Asche. Die farblosen Ruinen der einst prächtigen Hauptstadt beheimaten nur noch blutrünstige Mutanten. Die Luft ist vergiftet, die Temperatur liegt wegen des nuklearen Winters tief unter dem Gefrierpunkt. Die letzten Überlebenden fanden Schutz in den wie Atombunker gebauten U-Bahn-Stationen. Doch auch dort ist es nicht sicher. Immer wieder dezimieren Mutantenangriffe die ohnehin knappe Restbevölkerung von Moskau.
Jene Angriffe sowie das vermehrte Auftauchen der geheimnisvollen „Schwarzen“ veranlassen Artjom dazu, seine Heimatstation zu verlassen und an einer anderen Station um Hilfe gegen die Bedrohung zu bitten. Wer oder was die „Schwarzen“ sind, ist kaum bekannt. Aber sie verfügen über telepathische Kräfte, was sie besonders gefährlich macht.

Die Uhr zeigt euch, wie lange ihr noch im vergifteten Moskau bleiben dürft, bevor die Gasmaske versagt. Quelle: PC Games Die Uhr zeigt euch, wie lange ihr noch im vergifteten Moskau bleiben dürft, bevor die Gasmaske versagt. Bildschirmanzeigen? Fehlanzeige!
Keineswegs neu, aber immer noch ungewöhnlich: Viele Elemente der Benutzeroberfläche von Metro 2033 kommen ohne Symboleinblendungen aus. Während des Spiels seht ihr nur selten Bildschirmanzeigen. Metro 2033 blendet sie gelegentlich ein, etwa beim Waffenwechsel, beim Nachladen oder wenn ihr bei einem Händler Schießprügel, Munition oder Medipacks einkauft. Sonst aber reißen höchstens die (abschaltbaren) Untertitel den Spieler aus dem Geschehen.

Dennoch wisst ihr, wie viel Munition euch noch übrig bleibt. Bei vielen Waffen kann man direkt sehen, wie voll das Magazin ist. Ferner lest ihr an den Glasbrüchen in euer Gasmaske deren Zustand ab. Die Atemgeräusche des Helden verraten, ob ihr schleunigst den Maskenfilter wechseln solltet – oder auch Artjoms Uhr, die ihr jederzeit mit einem Tastendruck herausholen dürft. Das aktuelle Missionsziel steht auf einem alten Notizblock, den der Protagonist ebenfalls nach einem Tastendruck des Spielers herausholt. Und wenn es gerade zu dunkel zum Lesen ist, macht ihr mit der Aktionstaste das Feuerzeug des Helden an und beleuchtet damit seinen Notizblock samt näherer Umgebung. Ihr merkt schon, die Benutzeroberfläche gliedert sich weitgehend fließend in die Spielwelt ein.

Der Endzeit-Ego-Shooter versetzt den Spieler in eine erstaunlich authentische Spielwelt. Auf Artjoms, sprich auf euren Reisen lernt ihr, in dieser Welt zu überleben. Beispielsweise kommt ihr an einer fast verlassenen Station an, deren Bewohner – Männer, Frauen und Kinder – auf wenigen Quadratmetern hausen und sich verzweifelt gegen die Eindringlinge von außen wehren. Als ihr die Station durchquert und auf der anderen Seite wieder auf die verseuchte Erdoberfläche gelangt, tappt ihr fast in die Hände von einem knappen Dutzend Soldaten, das die Sta­tion angreifen will. Das „dreckige Dutzend“ gehört den russischen Rechtsradikalen an. Deren Ziel: ihren Einfluss in der U-Bahn von einigen wenigen Stationen auf das gesamte Schienennetz erweitern.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Metro 2033-Test: Ein zerstörtes Moskau und ein fehlendes HUD
  2. Seite 2 Metro 2033-Test: Ein Spiel, zwei Enden und ein paar offene Fragen
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