Risen-Review zur Xbox 360: Unser Test zur Xbox 360-Umsetzung von Risen - doch wir vergeben (noch) keine Wertung. Warum? Das erfahrt ihr im folgenden Artikel.
Spielwelt: Sehr gut
Rau, düster, glaubhaft - die Insel, auf der Risen spielt, erfüllt genau das, was Gothic-Fans sich wünschen. Jeder der NPCs hat seine eigenen Probleme, mancher kann den Helden leiden, mancher auch nicht. So kann es durchaus sein, dass ihr auch mal Phrasen wie "Verpiss dich" um die Ohren gehauen bekommt. Was ebenfalls zur Glaubwürdigkeit beiträgt, ist das realistische Wettersystem, sowie der Tag-Nacht-Wechsel - beides zaubert oftmals wunderhübsche Bilder auf den Monitor. Der Tagesablauf - also, dass ein Schmied tagsüber in der Schmiede steht und schwitzt, nachts aber schläft - funktioniert zwar, verliert bei genauerem Hinsehen aber an Glanz: Legt ihr euch zum Beispiel hin und steht erst gegen Mitternacht wieder auf, könnt ihr beobachten, wie die NPCs erst dann zu Bett gehen. Legt ihr sich dann wiederum hin und macht bis nachmittags ein Nickerchen, stehen auch die Bewohner erst um diese Uhrzeit auf. Nicht ganz realistisch, aber sicher einfacher zu programmieren. Der Atmosphäre schadet es zudem kaum.
Die Insel fällt relativ klein aus. Sie umfasst drei wichtige Orte - nämlich die Vulkanfestung, das Banditenlager und die Hafenstadt - sowie jede Menge Dungeons, Tempelanlagen und Höhlen, wobei man sagen kann, dass ihr etwa ein Drittel der Spielzeit unter Tage verbringt. Faranga ist aber auf jeden Fall groß genug, als dass ihr einige Minuten unterwegs seid, wenn ihr von einem Ende zum anderen marschieren wollt. Abhilfe schaffen hier Teleportsteine, die ihr finden könnt. Mit Hilfe dieser Schnellreisefunktion erreicht ihr bis zu 14 Orte, die sinnvoll und gleichmäßig über Faranga verteilt sind. So springt ihr im späteren Spielverlauf ohne Probleme von Ort zu Ort - allerdings ohne eventuelle Begleiter, die bleiben zurück -, wobei ihr dann jeweils eine Ladezeit in Kauf nehmen müssen.
Quelle: videogameszone.de
Risen - XBOX 360 (19)
Bis dahin erkundet ihr die Spielwelt aber völlig frei, dürfen herum marschieren, wo ihr möchtet - auch wenn hier und da Gefahren lauern, welchen ihr nicht gewachsen seid. So findet ihr versteckte Schätze, Höhlen aber auch NPCs, die euch Quests anbieten.
Apropos Quests: Die Jobs, die euer Held im Verlauf von Risen erledigen soll, sind eher klassischer Natur. Ihr macht also Besorgungen, haut eine bestimmte Zahl an Monstern um oder Ähnliches. Dennoch macht es Spaß, die Insel zu erkunden und den vielen Charakteren unter die Arme zu greifen. Neben den Standard-Jobs stechen Episoden hervor, bei denen ihr zum Beispiel einem Wolf folgen sollt, der wiederum der Fährte eines Vermissten folgt. Einige der Quests stellen euch zudem vor Entscheidungen. Nachdem ihr etwa dem Schmied des Banditenlagers Teile für ein goldenes Schwert gebracht habt, händigt er euch das Prachtstück aus, damit ihr es begutachten könnt. Wenn ihr die Klinge dann für euch behaltet, löst ihr die Aufgabe, einen Gegenstand zu finden, der euch den Zugang zum Don der Banditen ermöglicht, spielend. Jedoch verscherzt ihr es euch dann mit dem Schmied, der ab sofort nicht mehr mit euch handelt oder euch ausbildet. Falls ihr ihm das Schwert dagegen wieder aushändigt, braucht ihr einen Batzen Gold, damit er euch sein Meisterstück überlässt. Dafür kommt ihr dann aber ebenso zum Don und dürft weiterhin mit dem Schmied eure Geschäfte machen. Solche Szenen haben zwar keinen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf, da sie sich nur auf die einzelne KI-Person beziehen, zu leichtfertig solltet ihr aber dennoch nicht handeln.
Sound: Gut
In Sachen Sound erlaubt sich Risen so gut wie keine Fehler. Die Musik wurde, wie schon bei den Gothic-Teilen, von Kai Rosenkranz komponiert und passt wunderbar in das mediterrane Setting. In den Tempelanlagen, die Sie später erkunden, oder in Kämpfen werden die Klänge dann düsterer, härter, bedrohlicher, passen sich also dem Geschehen an. Einzig, dass sich die Musik schnell wiederholt, stört. Mehr Abwechslung wäre hier wünschenswert gewesen.
Die Sprachausgabe ist dafür tadellos gelungen. Jeder Charakter in der Welt spricht seine Zeilen mit passender Stimme, egal ob trauriger Dialog, süffisanter Kommentar oder Beschimpfung, die Leistung der Synchronsprecher kann sich wirklich hören lassen.
