Risen für Xbox 360 im Test: Steuerung und Balancing im Fokus

Test Maik Koch

Risen-Review zur Xbox 360: Unser Test zur Xbox 360-Umsetzung von Risen - doch wir vergeben (noch) keine Wertung. Warum? Das erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Steuerung: Gut
Die Steuerung des Helden funktioniert ganz klassisch: Mit dem linken Analogstick bewegt ihr den Helden, mit dem rechten die Kamera. In Kämpfen schlagt ihr mit dem A-Button zu, mit B blockt ihr Schläge ab beziehungsweise kontert diese. Haltet ihr zum Blocken den B-Knopf gedrückt, dreht sich euer Charakter zudem mit dem anvisierten Gegner mit, wenn dieser versucht, euch zu umrunden.

Risen - XBOX 360 (18) Quelle: videogameszone.de Risen - XBOX 360 (18) Das klingt an sich einfach, gerät aber bei mehreren Gegnern an seine Grenze: Der Steuerung merkt man an, dass sie ursprünglich auf Maus und Tastatur ausgelegt war. Spielt ihr Risen auf dem PC, könnt ihr mit der Maus präzise auf Ausweichmanöver von euren Gegnern reagieren. Da euer Held in Risen schnell ins Gras beißt, ist das enorm wichtig. Auf der Xbox 360 fällt das mit dem Gamepad schwerer. Warum? Der Punkt, den ihr mit dem Analogstick treffen müsst, der zwischen langsamer Kameradrehung und schneller unterscheidet, ist so schwer zu treffen, dass ihr die Kamera meist nur mit Mühe regelrecht auf eure Gegner einpendeln könnt. Ein Problem, das auch sonst immer wieder nervt, denn wenn ihr Kisten öffnen oder Gegenstände aufheben wollt, dreht ihr ständig die Kamera hin und her, bis das gewünschte Objekt im Fokus steht.

Im Fernkampf oder wenn ihr Zauber wie etwa den Feuerball verwendet, rückt die Kamera näher an den Namenlosen heran, sitzt sozusagen auf der Schulter. Dann spielt sich Risen wie ein 3rd-Person-Shooter, denn in der Mitte des Bildschirms prangt ein Fadenkreuz, das euch zeigt, wo euer Geschoss landet. So lassen sich Pfeil und Bogen, Armbrust und Zauber effektiv gegen die vielen widerlichen Monster nutzen.

Umständlicher fallen dagegen die Ausrüstungs-Menüs aus, die ihr im Spielverlauf benötigen. Sowohl Inventar als auch Kaufmenü lassen nämlich eine Vergleichsfunktion vermissen, sodass ihr die Werte eurer Ausrüstung im Kopf neben die der Neuen im Kopf stellen müsst. Die wichtigen Menüs, also Inventar, Questlog, Karte und so weiter liegen auf dem Steuerkreuz, wobei jede Richtung ein Menü öffnet. Darin schaltet ihr mit RB, LB und den beiden Triggern die Ansichten durch oder legt im Inventar Heiltränke auf Schnellanwahltasten. An sich funktioniert dies gut, allerdings hätte man die Menüs ein wenig intuitiver gestalten können, denn so schaut man immer wieder sekundenlang auf die Beschreibung, welcher Button gerade welche Funktion hat.

Dagegen hat Piranha Bytes in Sachen Benutzerführung gelernt. Nehmen Sie eine Quest an, verzeichnet das Spiel auf der Karte, wo Ihr Auftraggeber steht und wo Sie hinmüssen (außer bei versteckten Dingen natürlich). Und falls Sie dann zudem nicht mehr wissen, was Sie überhaupt zu tun haben, listet das Questlog den gesamten Dialog mit dem Jobvermittler und dazu eine Kurzfassung, die wiedergibt, was Sie zu tun haben. Einfacher geht es kaum. In der Welt stehen zudem an Kreuzungen Wegweiser, die Ihnen verraten, wie Sie zu wichtigen Orten gelangen.

Risen - XBOX 360 (13) Quelle: videogameszone.de Risen - XBOX 360 (13)

Balancing: Gut
Die Wildschweine in Gothic 3 wurden innerhalb von wenigen Tagen zum Synonym für verbocktes Balancing, denn Ihr Held konnte noch so erfahren sein, die Biester brachten Ihn um die Ecke. In Risen beweist Piranha Bytes ein geschickteres Händchen.

Natürlich ist es so, dass euer unerfahrener Held zu Beginn des Abenteuers eher vorsichtig über die Insel spazieren sollte, denn zu diesem Zeitpunkt sind Wildschweine und hungrige Wölfe natürlich eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Je erfahrener ihr jedoch werdet, desto leichter metzelt ihr euch durch die Tierwelt.

Dabei ist es allerdings immer so, dass ihr auf Gegner trefft, die euch herausfordern. Die Abstufung von zu einfachen und fordernden Gegnern greift also gelungen ineinander. Lediglich gegen Ende der Spielzeit gibt es kaum mehr echte Gefahren, da ihr zum einen zu gut ausgebildet, zum anderen aber auch zu gut ausgerüstet seid. Bis zu diesem Zeitpunkt vergehen aber einige Stunden, in denen ihr so manchen schweren Kampf schlagen müsst.

Die Monster variieren dabei von typischen Wildtieren, also Wildschweine, Wölfe oder Seegeier, über menschliche beziehungsweise menschenähnliche Gegner. Dabei verfolgen viele der Biester eigene Strategien: Wölfe etwa greifen meist im Rudel an, versuchen den Helden zu umzingeln. Da sie dazu noch sehr flink sind und Schlägen locker ausweichen, macht das die Viecher besonders unangenehm. Ähnlich sieht es bei menschlichen Kontrahenten aus. Die attackieren wenn möglich auch in der Gruppe, umrunden euch und blocken oder kontern zudem eure Attacken. Die richtige Taktik für jeden Feind ist also essentiell, um nicht ständig den Lade-Screen zu Gesicht zu bekommen, denn die Ladezeiten fallen recht lang aus. Da die Welt vollgestopft mit Monstern ist, die euch jederzeit auf eurem Weg über Faranga überraschen können, solltet ihr somit häufig die Speicherfunktion nutzen. Da ihr Gegner allerdings leicht aus der Entfernung erkennen könnt - es sei denn die Biester verschwinden im Dunst der Sichtbeschränkung - sollte das aber kein Problem darstellen.

Risen - XBOX 360 (15) Quelle: videogameszone.de Risen - XBOX 360 (15)

Ein wenig ärgerlich ist allerdings, dass Piranha Bytes die Erfahrungsstufen eure Helden etwas unausgewogener gestaltet hat. Anfangs könnte man durchaus mehr der Lernpunkte gebrauchen, die für die Entwicklung des Helden nötig sind. Dafür hat man am Ende regelrecht Zähler übrig, da man kurz vor dem Finale so manches Talent einfach nicht mehr zu erlernen braucht. Mit jedem Stufenanstieg erhaltet ihr nämlich die angesprochenen Lernpunkte. Mit diesen und dem nötigen Kleingeld könnt ihr euch dann bei Lehrmeistern Berufe, Kampf-Skills und andere nützliche Dinge beibringen lassen - Risen bietet also kein langweiliges Punkteverteilen in einem Talent-Screen. Schnellere Anstiege zu Beginn, dafür langsame zum Schluss, hätten hier allerdings sicher mehr Sinn ergeben. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Genauso mager fällt außerdem die Item- und Waffenvielfalt aus. Rüstungen sind eher Mangelware, ihr bekommt hauptsächlich das Wams eurer Fraktion. In Sachen Waffen spart Piranha Bytes auch, denn freilich gibt es Einhand- und Zweihandschwerter, Bastardschwerter, Säbel, Äxte und so weiter, doch spätestens nach den ersten beiden Akten habt ihr alles gesehen, was euch ewartet.

  1. Seite 1 Risen für Xbox 360 im Test: Viele grafische Mängel
  2. Seite 2 Risen für Xbox 360 im Test: Steuerung und Balancing im Fokus
  3. Seite 3 Risen für Xbox 360 im Test: Die Spielwelt und der Sound im Details
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