Nach Angaben der Webseite gamerankings.com liegt die durchschnittliche, weltweite Test-Bewertung von Halo 3: ODST bei stolzen 86 Prozent. Die Skala reicht von 6 Punkten bis hin zu 9,25 Punkten - von möglichen 10.
Ist Halo 3: ODST völlig überbewertet, fragten wir unsere Kollegen Christian Gürnth (pcaction.de) und Thomas Wilke (pcgames.de). Die beiden haben das Xbox-360-Actionspiel mittlerweile ausgiebig zocken können und verraten euch nachfolgend, dass Halo 3: ODST wohl gänzlich "overhyped" ist.
Christian Gürnth, Redakteur von pcaction.de: Halo 3: ODST verhält sich zu einem Call of Duty 4: Modern Warfare wie Roseanne zu Angelina Jolie. Während wirklich gute Ego-Shooter wie Modern Warfare mit einer grandiosen Inszenierung, stetiger Action, glaubwürdigem Feindverhalten und fetten Waffen daherkommt, macht Halo 3: ODST sogar die Dinge falsch, die Halo 3 damals richtig machte. Wo ist der sich automatisch regenerierende Schild? Wieso muss der Spieler andauernd mit eingeschaltetem Nachtsichtgerät rumlaufen? Wieso ist das Spiel so oldschool und die deutsche Sprachausgabe so unfassbar schlecht? Versteht mich nicht falsch, aber ein Meter große Alieninvasoren mit pinken Panzern und grünen Laserkanonen, die auf mich zu rennen und mit ihrer Quiek-Stimme "Stirb Eindringling!" rufen, empfinde ich a) nicht als angsteinflößend und b) nicht als atmosphärisch. Entwickler Bungie schaffte es zudem wirklich, noch uninteressantere Charaktere als den sowieso schon uninteressanten Master Chief zu basteln. Respekt. Dazu kommt die nervige Karte, das ewige Sammeln von Waffen und die sterile Umgebung. Einziger Pluspunkt für dieses Sammelsurium der Grausamkeiten ist der Mehrspielermodus - und genau den tollsten davon kann man nur mit Leuten aus seiner Freundesliste spielen. Klar, dass Halo 3: ODST ist "overhyped", wer allerdings Bock auf einen echten Qualitätsshooter hat, der kauft sich Battlefield: Bad Company oder wartet auf Modern Warfare 2. Meine 2 Cent, ihr dürft mich nun bashen.
Ist der Hype um Halo 3: ODST völlig übertrieben?
Thomas Wilke, Redakteur von pcgames.de: Halo 3: ODST gibt sich Mühe. Mühe, ein guter Ego-Shooter zu sein, ohne großes Drumherum, Instant-Action quasi mit einem Schuss Atmosphäre. Die wird getragen von gewohnt pompösen Melodien, von einem kräftigen Bass, der aus Boxen dringt und Wohnzimmer beben lässt. Wäre Halo 3: ODST eine Musik-CD, ich würde sie jedem empfehlen, obgleich sie mir persönlich nur wenig zusagt. Wie immer - und ohnehin, in Halo 3: ODST sieht alles aus wie eh und je: Langweilige Gegner, die an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten sind, dumme KI-Soldaten mit Gegen-die-Wand-Navigationssystem und eine deutsche Sprachausgabe, wie sie träger nicht sein könnte. Dieser Tage bedarf es einem Anspruch, das zu überflügeln, was den Markt so zahlreich vereinnahmt. Halo 3: ODST hat diese Anspruch verloren. Aber immerhin: Es gibt sich Mühe.
Unseren Test zu Halo 3: ODST findet ihr natürlich ebenfalls auf Videogameszone.de.
