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Test
12.04.2006 10:00 Uhr

Odama

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
70
 
Steuerung
77
Grafik
68
Sound
61
Multiplayer
-
Innovativer Mikrofoneinsatz Features überfordern den Spieler
Interessantes Spielkonzept Sehr hoher Schwierigkeitsgrad
12.04.2006 10:00 Uhr - Wir kugeln uns mit Mikrofonunterstützung quer durchs japanische Mittelalter!

Exklusivtitel für den GameCube sind eine kleine Rarität! Und fast hätte es das kleine Innovations-Meisterwerk gar nicht bis zum Release geschafft. Vor knapp zwei Jahren sorgte der Titel auf der E3 erstmals für Aufsehen, verschwand aber anschließend in der Versenkung - dabei versprach die Mischung aus mittelalterlichem Feldzug und Flippersimulation jede Menge Hitpotenzial.

Kein Wunder, hatte doch niemand Geringeres als Yoot Saito seine Hände im Spiel, der mit der Terrarium-Simulation Seaman (PS2, Dreamcast) sein Können eindrucksvoll unter Beweis stellte. Jetzt hat das Warten ein Ende! Odama rollt unter dem Nintendo-Siegel in die Schlacht!

Eine Frage der Ehre

Die Geschichte wirft euch zurück ins mittelalterliche Japan. Kriege breiten sich aus, unter denen auch ihr zu leiden habt. Als junger General Yamanouchi Kagetora (man beachte die Namensverwandschaft zum Nintendo-Firmengründer Fusajiro Yamauchi) schwört ihr Rache für den Tod eures geliebten Vaters. Doch was ist euch geblieben? Nicht viel.

Eure Truppen sind vernichtet, euer Land ist verloren - eine fast ausweglose Situation. Aber neben ein paar treuen Freunden habt ihr noch ein Ass im Ärmel, den riesigen mystischen Metallball Odama. Mit seiner Hilfe zieht ihr in den Kampf, um eure Ehre wiederherzustellen und eure Feinde zu unterjochen. Dabei ist die durchaus schöne Geschichte nur der Aufhänger für eine Flippersimulation, die mit jeder Menge interessanter Ideen und kleiner Innovationen versehen wurde.

Feldherr sein ist schwer!

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass Odama kein gewöhnlicher Flipper ist. Die Flipperarme auf dem Schlachtfeld werden euch zwar bekannt vorkommen, damit endet die Gemeinsamkeit mit herkömmlichen Pinball-Simulationen aber schon. Keine Bumper, keine Rampen und auch Multibälle sucht ihr vergebens, denn Odama geht einen anderen Weg - es herrscht schließlich Krieg. Ziel ist es, auf insgesamt zwölf Schlachtfeldern eure Truppen zum Sieg zu führen.

Wer jetzt meint, mit dem Metall-Koloss einfach alles in Grund und Boden zu kugeln, irrt gewaltig. Wie schon viele Feldherren vor euch erkennt auch ihr, dass eure Mannen ohne taktisches Geschick schnell den Rückzug antreten müssen. Eurer Ziel ist es, die geheimnisvolle Glocke Ninten-Bell, die stets von euren tapferen Kämpfern getragen wird, durch ein klappriges Holztor am oberen Ende des Bildschirms zu bringen - der große Metallball ist dabei nur Mittel zum Zweck, denn die gegnerischen Truppen stürmen euch zu Hunderten entgegen.

Odama soll es richten!

Mit den L- und R-Buttons bedient ihr die beiden Flipperarme und jagt Odama über das Schlachtfeld, um dem eigenen Heer den Weg zu ebnen. Ihr walzt feindliche Truppen nieder (die sogar für einige Meter an Odama kleben bleiben) zerschmettert Geschütztürme, reißt kleine Holzzäune ein und hinterlasst ein Bild der Zerstörung. Um Ziele genau zu treffen, hilft euch zusätzlich das Schlachtfeld, das ihr mit dem Analogstick bewegen könnt, um die Richtung von Odama zu beeinflussen.

Mit dem mitgelieferten Mikrofon wird es dann richtig lautstark, denn eure Truppen wollen auf dem Spielfeld mit Kommandos wie "Stürmen", "Links", "Zurück", "Sammeln" oder "Einkesseln" befehligt werden. Aber Vorsicht - da Odama nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden kann, erleiden auf dem Spielfeld auch eure eigenen Krieger den Heldentod. Das senkt die Moral der Truppe und führt im schlimmsten Fall zur absoluten Verweigerung.

Aber auch dafür hat Odama eine Lösung parat. Erneut kommt die Glocke Ninten-Bell ins Spiel. Hinter zerstörten Häusern findet ihr nicht nur einen Zeitbonus, den ihr dringend brauchen werdet bei den knackigen Vorgaben, sondern auch rote Herzsymbole, die der Glocke einen silbernen Glanz verleihen. Trefft ihr jetzt mit Odama die Glocke, legt sich ein grüner Schleier auf die Kugel.

Fortan werden nicht nur eigene Truppen verschont, sondern getroffene Feinde der eigenen Armee hinzugefügt. Mit einem Druck auf den Z-Button schickt ihr diese für euch an die Front und die Moral der eigenen Truppe steigt sofort. Nur wenn die Truppe gehorcht, habt ihr eine Chance, denn auf jedem Schlachtfeld wartet eine neue Herausforderung.

Mal müssen eure Mannen Leitern aufsammeln, um diese an unüberwindliche Steilwände zu lehnen, oder ein zweites Paar Flipperarme erobern (Befehl "Sammeln"), um anschließend erst Schutzmauern einzureißen und dann einen überdimensionalen Feldherren zur Aufgabe zu zwingen.

Gefährliche Flüsse können nur durch das Montieren ein Zahnrades und sofortige Schleusenschließung (Befehl "Schließen") überwunden werden oder Felsen werden verschoben, damit Odama auf Plattformen entlangkugeln kann, um den Endgegner zu erwischen. Während des Kampfes habt ihr kaum Zeit, die detaillierten und unterschiedlich gestalteten Kampfschauplätze eines Blickes zu würden.

Die vielen Truppen auf dem Feld, Flüsse, die sich ihren Weg suchen, sowie kleine Explosionen sind optisch gelungen und verbreiten zusammen mit der japanischen Sprachausgabe und dem Kampfgeschrei eine gute Kriegsatmosphäre. Und dennoch bleibt ein fader Nachgeschmack!

Nicht ganz rund!

Nintendo gebührt jede Menge Respekt dafür, einen so exotischen Titel wie Odama in Europa zu veröffentlichen, denn der Mix aus Strategie und Flipper ist nicht jedermanns Geschmack.
Obwohl die Grundidee genial ist, offenbart Odama schnell einige Schwächen. Um dem Spieler Zeit zu lassen, die Truppen zu befehligen und gezielt zu flippern, hat Entwickler Vivarium auf eine realistische Ballphysik verzichtet.

Dadurch spielt sich Odama aber etwas träge und nicht sehr schnell - das wird Flipperfreunde ärgern. Das Spielkonzept setzt den Spieler von Anfang an stark unter Druck, überfordert ihn sogar. Besonders Anfänger werden sich schnell die Kugel geben und Odama frustriert den Rücken zuwenden: Flippern, Aufgaben erledigen, Truppen befehligen, Zeitlimit beachten - perfekte Multitasking-Fähigkeiten sind gefordert.

Die einzelnen Kampf-Schauplätze sind zwar gelungen, hätten aber noch viel mehr Abwechslung vertragen können. So flippert ihr auf Dauer immer nach Schema-F: Schlüssel suchen, Leitern besorgen, Brücken bauen und zum Tor stürmen. Der interessante Ansatz von Odama ist lobenswert und Flipperprofis werden dank des knackigen Schwierigkeitsgrades ordentlich gefordert! Die Bilder stammen übrigens noch von der englischsprachigen PAL-Fassung, die Verkaufsfassung wird aber deutsche Texte bieten.
Um den Kriegsherrn zu stoppen, reißen wir seine Geschütztürme ein!
Auf der rechten Seite befindet sich das entsprechende Tor.

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Sascha Dowidat
Meine Meinung - Sascha Dowidat
Ich liebe Flipper. Gerne auch real in der Kneipe um die Ecke oder im Trocadero in London. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an die erste Flipper-Simulation für den kleinen Würfel. Odama beweist mit dem innovativen Spielkonzept viel Mut, vernachlässigt aber die einfache Spielbarkeit. Ein solider Flipper-Strategie-Mix, nicht mehr!
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