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Test
16.11.2004 15:22 Uhr

Tony Hawk's Underground 2

Dieses Jahr erwartet alle Trendsport-Fans eine besonders skurrile Fortsetzung der genialen Skater-Serie.

Hersteller:
Termin: Spieler:
Testurteil:
91
 
Steuerung
90
Grafik
86
Sound
89
Multiplayer
88
16.11.2004 15:22 Uhr - Fortsetzungen sind im Bereich der multimedialen Unterhaltung seit geraumer Zeit allgegenwärtig. Findet der erste Teil eines Produktes beim Konsumenten großen Anklang, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis Teil 2, Teil 3, Teil 4 usw. erscheinen. Was so zum Beispiel bei Filmen schon seit Jahrzehnten funktioniert, läuft mittlerweile im Videospielsektor nicht sonderlich anders ab. Jedes Jahr kommt eine neue Version eines Spiels auf den Markt, mit neuen Features, besserer Grafik und Verfeinerungen im Gameplay. Electronic Arts ist, was die Fortsetzungspolitik angeht, ein alter Hase und Experte zugleich. Aber auch andere Firmen bringen es jedes Jahr fertig, Sequels zu Spielen zu veröffentlichen. Manchmal fallen diese besser aus und manchmal nicht. Für Activi-sion ist die Tony Hawk Pro Skater-Reihe wichtigstes Steckenpferd. Die diesjährige Version stellt alle Vorgänger bis dato in den Schatten, vor allem, was die Skurrilität angeht. Sicher, das wurde bei jedem Tony Hawk-Spiel bisher auch geschrieben, aber es entspricht der Wahrheit.

Von Profi-Skatern und Clowns
Tony Hawk's Underground 2: World Destruction Tour entführt euch in das abgedrehteste Kapitel der Rollbrettfahrer mit dem Motto: "THUG meets Jackass". Jeder Level wird durch eine kurze Zwischensequenz eingeleitet und auch abgeschlossen. Mitwirkende Protagonisten, etwa Bam Margera, Phil Margera, Wee-Man oder Steve-O, sorgen für den selbstzerstörerischen Anteil im Spiel. Aufseiten der Profi-Skater findet man unter anderem Akteure wie Tony Hawk, Bob Burnquist oder Chad Muska. Die Gast-Skater kommen allerdings eher wie die Hauptattraktionen einer Freak-Show rüber, was weder diskriminierend noch negativ zu verstehen ist. Paulie zum Beispiel ist ein Typ, der fast komplett von Kopf bis Fuß in einen Gips eingepackt ist, ein fest montiertes Metallgestell an seinem Kopf spazieren trägt und in einem elektrischen Rollstuhl rumheizt. Die Sprüche, die er dabei absondert, lassen vermuten, dass er entweder als Kind zu oft auf die Birne gefallen ist oder durch seinen Zustand geistige Federn gelassen hat.

Skate around the world
Tony Hawk und Bam Margera sind auf die Idee gekommen, einen Wettbewerb zu veranstalten, der den Spieler an Orte wie Boston, Barcelona, Berlin, Australien oder New Orleans führt. Gewonnen hat das Team, das die meisten Punkte im Laufe dieser Zerstörungsorgie erzielt. Die Entwickler sind sich selbst treu geblieben und haben die Schauplätze sehr ideen- und variantenreich gestaltet. Die Aufgaben, denen man sich gegenübergestellt sieht, sind natürlich wieder vollkommen ausgefallen. Für alte Tony Hawk-Fans ist das ja nichts Neues - und dennoch haben es die Entwickler wieder einmal geschafft, einiges an Abwechslung in die unterschiedlichen Missionen hineinzubringen.

Coole neue Möglichkeiten
Die neuen spielerischen Features sind nicht gerade selten Bestandteil dieser Aufgaben, die euer Können auf die Probe stellen. Der neue Sticker-Slap hat im Prinzip nur den Wallplant abgelöst und muss beispielsweise dazu verwendet werden, einige Verbotsschilder für Skater zu verschandeln. Ebenfalls sehr witzig und am besten zu Fuß zu erledigen sind Attacken mit Wurfgeschossen - als da wären Tomaten oder schimmelnde Schrimps. Für die nächste Neuerung haben sich die Entwickler etwas bei Jet Set Radio bedient, denn euer Straßen-Surfer kann auch Graffiti sprühen. Entweder müssen Schmierereien anderer Gangs übertüncht oder das eigene Team-Symbol gut sichtbar am höchsten Punkt des Levels auf einer großen Werbetafel platziert werden. Stylebewusste Skater bekommen mit dem Focus-Feature das richtige Instrument, um Combos oder besondere Sprünge spektakulär in Szene zu setzen. Ist die Special-Leiste gefüllt, lässt sich diese banale Zeitlupenfunktion zuschalten und zeigt die Brett-Akrobatik in einer leicht verschwommenen Nahaufnahme. Sollte es mal doch nicht mit einer Trickline klappen und man macht schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Asphalt, kann der Freak-Out für einen hoffnungsvollen Neustart benutzt werden, quasi als kleine Entschädigung. Legt es den Skater auf die Kauleiste, erscheint eine Anzeige, die sich durch schnelles Drücken der Y-Taste füllt. Je nach Vollständigkeit flippt der Fahrer aus und schmeißt entweder sein Board wutentbrannt weg oder zerbricht es sogar. Wie sich bis jetzt erkennen lässt, steckt THUG 2 voller destruktiver Energie. Dieses Stichwort bringt uns wieder zu den Levels. Jeder Schauplatz kann durch das Auslösen eines bestimmten Events teilweise zerlegt werden. Dadurch werden nicht nur Gebäude eingerissen und Autos schrottreif gemacht, sondern auch neue Stadtteile erschlossen, in denen man weiter herumtricksen kann. Als Auslöser für diese Zerstörungen kann entweder der neue Trick Natas-Spin dienen, mit dem man beispielsweise an Hydranten eine Pirouette dreht, oder auch die Verwendung der Wurfgeschosse.

Ja wo sind sie denn?
Neben dem erhöhten Maß an Zerstörung und der üblichen Fülle an Trick-Möglichkeiten bieten die Umgebungen auch jeweils einen Gast- und Geheim-Skater. Diese schwer zu findenden Personen gibt es jetzt anstelle der zugegebenermaßen eher dürftigen Autofahreinlagen des Vorgängers, da sie fast alle auf einem abgefahrenen Vehikel unterwegs sind. Steve-O zum Beispiel reitet auf einem Plastikbullen und in Australien findet man einen Aborigine, der in einem klitzekleinen Gokart die Gegend unsicher macht.

Alles drin, alles dran
In Sachen Umfang konnte man bei den Vorgängern bereits nicht meckern, auch nicht bei THUG 2. Neben dem oben beschriebenen Story-Modus hat der Datenträger noch ein besonderes Schmankerl für alle Liebhaber der alten Tony Hawk-Teile zu bieten. Im Klassik-Modus muss man die altbackenen Level-Ziele wie "Sammle S-K-A-T-E" oder "Finde das versteckte Tape" erledigen - inklusive des Zwei-Minuten-Zeitlimits. Des Weiteren ist der selbsterklärende Skate-for-Fun-Modus und der vorbildliche Mach-den-Modi-Modus mit dabei. Letzterer beinhaltet einen Skater-, Park-, Graffiti-, Ziel- und Trick-Editor. Auch der Zweispieler-Part weist bekannte Elemente, zum Beispiel Trick-Turnier, Schnitzeljagd, Punkte-Challenge oder das Feuergefecht, auf.
Technisch befindet sich die neueste Version der Wahnsinnsskater durchweg auf hohem Niveau. Die Levels bieten eine tolle Weitsicht und abgefahrene Architekturen. Besonders gelungen sind die Tageszeitenwechsel. Einzig die teilweise instabile Bildwiederholungsrate gibt Anlass zur Kritik. Allerdings kommt das selten vor und lässt den Spielfluss unbeeinflusst. Musikalisch ist traditionell eine sehr gute Mischung aus Hip-Hop- und Heavy-Metal-Stücken vertreten, die das Skaten zum Genuss machen. Schlussendlich ist zu sagen, dass es Neversoft wieder einmal geschafft hat, der Serie genügend Neuerungen und Verbesserungen zu spendieren, sodass der Referenzthron weiterhin in Tonys Besitz bleibt. Und für euch heißt das: Kaufen, marsch, marsch!

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Udo Crnjak
Meine Meinung - Udo Crnjak
Mein Gott, wie machen die Jungs von Neversoft das nur immer? Jedes Jahr liefern sie eine noch bessere Version des Vorzeige-Trendsportspiels ab. Wo soll das nur hinführen? Angefangen bei dem total abgefahrenen und cool inszenierten Story-Modus, der teilweise wie eine interaktive Folge von Jackass anmutet, bis hin zum Klassik-Modus, der dem Spieler eigentlich ein Spiel im Spiel eröffnet. Hier haben alteingesessene Tony-Fans die Möglichkeit, alle Levels nach den alten Regeln zu spielen, - einfach cool. Tony Hawk´s Underground 2 bietet alles, was eine Genre-Referenz bieten muss. Zum Glück haben die Entwickler die unpassenden Renneinlagen aus dem Vorgänger eingestampft. Technisch gibt es zwar hier und da Ruckeleinlagen zu ertragen, die aber das Spielgeschehen nicht beeinflussen, und deshalb drücken wir da gern ein Auge zu. Die Musik umfasst das volle Spektrum der Skater-Szene und ist dadurch über jeden Zweifel erhaben. Auch dieses Jahr bekommt das aktuelle Tony Hawk-Spiel das Prädikat: Sehr wertvoll und ein Pflichtkauf.
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