Need for Speed: Most Wanted im Test: Spektakuläre Rennaction mit Konzept-Lücken - mit Test-Video
TestNeed for Speed: Most Wanted im Test für PlayStation 3: Das neue Criterion-Rennspiel bietet actionreiches und spektakuläres Gameplay. Leider kann nicht jede unkonventionelle Neuerung in Need for Speed: Most Wanted überzeugen. Außerdem ruckelt die PlayStation 3-Fassung von Need for Speed: Most Wanted viel zu oft.
Need for Speed: Most Wanted im Test für PS3: "Warum sollte man ein gewöhnliches Rennspiel erschaffen, wenn man doch auch ein unkonventionelles erschaffen kann?" Diese Frage stammt aus einem Schreiben der Need for Speed: Most Wanted-Entwickler, welches unserer Testversion beilag. Und unsere Antwort an die Damen und Herren von Criterion lautet: "Weil unkonventionell nicht immer gleichbedeutend mit sinnvoll ist!" Der neue Need for Speed-Teil versucht nämlich geradezu krampfhaft, möglichst anders, möglichst extravagant zu sein – und schießt dabei gerne mal übers Ziel hinaus.
Deshalb ist Need for Speed Most Wanted noch lange kein schlechtes Spiel, aber es kann unsere hohen Erwartungen niemals erfüllen. Zwar bietet Need for Speed: Most Wanted spektakuläres Arcade-Gameplay, trotzdem nerven Ungereimtheiten im Spielkonzept sowie die auffälligen und vor allem häufigen Ruckler. In diesem Test erfahrt ihr die Stärken und Schwächen der PS3-Version von Need for Speed: Most Wanted sowie die Wertung und Meinung von play3-Redakteuer und Testfahrer Thorsten Küchler.
Need for Speed: Most Wanted im Test - Das hat uns gefallen:
Geniales Easydrive-Schnellmenü
Die größte und gleichzeitig auch sinnvollste Neuerung von Need for Speed: Most Wanted ist das Easydrive. Hinter diesem EA-typisch cool betitelten Feature steckt nicht mehr und nicht weniger als ein Schnellmenü, das euch ein erstaunliches Maß an Komfort bietet. Ein Druck auf das Digikreuz genügt – und schon erscheint am oberen linken Bildrand die Easydrive-Liste. Diese enthält zum Beispiel alle eure bisher gefundenen Autos: Wagenwechsel in Sekundenschnelle gefällig? Kein Problem! Ein Navigationssystem ist ebenfalls eingebaut: Wählt einfach das gewünschte Rennen aus, schon zeigt euch Easydrive den direkten Weg zu der Veranstaltung. Und wenn ihr dort scheitert, bietet euch der Bordcomputer automatisch den sofortigen Neustart des Rennens an. Selbst das (leider ziemlich rudimentäre) Tuning wird mittels Schnellmenü abgewickelt: Ihr verändert im Handumdrehen die Bereifung eures Untersatzes oder baut ein neues Getriebe ein – ohne aus dem Spielgeschehen herausgerissen zu werden. Wären doch nur alle Elemente von Most Wanted so durchdacht designt ...
Spektakuläres Arcade-Gameplay
Frei nach diesem Motto "Macht kaputt, was euch kaputt macht" geht es in Most Wanted betont ruppig zu. Wer einen Gegner von der Straße rammt, wird mit Punkten belohnt. Wer das so richtig spektakulär tut, der wird mit noch mehr Punkten belohnt. Aber keine Sorge: Schäden sind hier nur optischer Natur, nach jedem noch so schlimmen Unfall geht das Rennen sofort weiter. Zerstörerische Zocker kommen auch abseits der Rennen auf ihre Kosten: Denn auch die Sammelobjekte sollen nicht wirklich gesammelt, sondern vielmehr zu Klump gefahren werden. Durch Werbeschilder springen oder Sicherheitstore aus ihrer Verankerung reißen – das alles kennen wir schon aus Burnout Paradise. Apropos Siege: In Sachen unterschiedliche Renntypen bietet Most Wanted das Genre-Standardprogramm. Folglich brettert ihr über Rundkurse, klappert Kontrollpunkte ab oder versucht, möglichst schnell einer Meute Streifenwagen zu entkommen.
Von der Norm weichen nur die Tempoläufe ab: In diesen müsst ihr auf einer bestimmten Strecke ein vorgegebenes Durchschnittstempo einhalten – was ebenso spannend wie knifflig ist. Ansonsten hält sich der Schwierigkeitsgrad arg in Grenzen: Zwar werden die einzelnen Events in drei Kategorien (Leicht, Mittel, Schwer) eingeteilt, eklatante Unterschiede sind aber kaum auszumachen. Das liegt vor allem an der traditionellen Need for Speed-Gummiband-KI: Um die Raserei möglichst spannend zu halten, passt sich das Fahrerfeld bis zu einem gewissen Grad eurer Leistung an. Allerdings muss man positiv anerkennen, dass die CPU-Meute recht authentisch um ihre Position kämpft – und rempelt! In Sachen Steuerung findet Criterion abermals die perfekte Mischung aus Anspruch und Arcade-Fahrgefühl – eine der großen Stärken des Spiels.
Coole, frei befahrbare Spielwelt
Im Gegensatz zum mauen Need for Speed: The Run spielt Most Wanted in einer frei befahrbaren Spielwelt. Die fiktionale Stadt Fairhaven bietet alles, was das Raserherz begehrt: enge Straßenschluchten, weitläufige Highways, Schotterpisten und ein authentisches Maß an zivilem Verkehr. Allerdings fällt schnell auf, dass die virtuelle Metropole nur die Ausmaße einer Kleinstadt hat: Zu schnell hat man alle Bereiche gesehen, zu schnell sämtliche Bezirke abgegrast. Dafür wird schon das blanke Herumcruisen fürstlich entlohnt: Für waghalsige Fahrmanöver wie Drifts oder Beinahe-Unfälle erhaltet ihr Speedpunkte, die wiederum über eure Position in den Rasercharts entscheiden. Euer großes Spielziel: den ersten Platz der Rangliste erklimmen und der meistgesuchte ("Most Wanted") Fahrer werden. Klar, dass die örtliche Polizei da nicht tatenlos zuschaut: Fahrt ihr beispielsweise mit 280 Sachen durch eine Radarfalle, so nehmen die Ordnungshüter sofort die Verfolgung auf. Je länger ihr euch wehrt, desto höher steigt das Fahndungslevel und desto drastischer werden die Methoden der Cops: Von einfachen Streifenwagen über Straßensperren bis hin zu Nagelbändern reicht das staatliche Sortiment. Wer die stets eingeblendete Minimap im Auge behält, der wird die Polente aber recht schnell abhängen: Bringt eure Karre einfach außer Sichtweite und färbt sie in einer der zahlreichen Lackierereien um – schon seid ihr in Sicherheit.
