True Crime: Streets of L.A.

Test

Da wird sich der Bistro-Besitzer freuen! Da wird sich der Bistro-Besitzer freuen! Non-stop-Action
Ihr zieht eure Waffen und ballert zwei Demonstranten über den Haufen, einen dritten setzt ihr mit einem gezielten Beinschuss außer Gefecht. Ein weiterer Demonstrant wird in einem unachtsamen Moment von einem vorbeifahrenden Auto erfasst. Der letzte verbliebene Demonstrant zieht an einer Ampel einen völlig überraschten Fahrer aus seinem Auto und macht sich auf die Flucht. Ihr nehmt die Verfolgung auf, rennt bei dem Versuch, ein Auto zu ergattern, beinahe eine alte Oma über den Haufen und bleibt an einem Zaun hängen. Endlich hat sich der Besitzer eines kleinen Omnibusses mehr oder weniger freiwillig dazu bereit erklärt, euch sein Fahrzeug zu überlassen. Vor seinen Augen haut ihr den Rückwärtsgang rein, fahrt gegen einen Hydranten, streift ein parkendes Auto und semmelt die Ampel um. Der flüchtende Verbrecher hat bereits einen gehörigen Vorsprung. Ein Blick auf die Karte am unteren Bildschirmrand verrät euch die Position des Flüchtenden. Eine kurze, aber wilde Verfolgungsjagd durch den dichten Stadtverkehr bringt euch in Schussweite. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Reifen des flüchtigen Autos zu zerschießen, ballert ihr den Wagen zu Schrott. Völlig am Ende steigt der Täter aus dem Auto und ergibt sich. Ihr legt ihm Handschellen an und bekommt für die erfolgreiche Jagd Punkte. In diesem Zusammenhang ist das Good-Cop/Bad-Cop-Rating von besonderer Bedeutung. Denn je nachdem, wie brutal ihr vorgeht und Verluste in der Zivilbevölkerung in Kauf nehmt, erhaltet ihr Punkte gutgeschrieben oder abgezogen. Für 100 Punkte gibt es ein Polizeiabzeichen. Diese Abzeichen verschaffen euch den Zutritt zu den bereits angesprochenen Dojos oder Schießständen, in denen ihr neue Moves oder Waffen erspielt. Ob man ein guter oder böser Cop ist, hat auch Auswirkungen auf die im Spiel vorkommenden Handlungsstränge. Die Entwickler spendierten True Crime zahlreiche verschiedene Videosequenzen für die unterschiedlichsten Missions-Ausgänge. So müsst ihr nicht automatisch einen Auftrag wiederholen, wenn ihr an einer Mission scheitert. Schafft ihr es zum Beispiel nicht, innerhalb des Zeitlimits an den Zielort zu kommen, kann es sein, dass die Bar bereits in Flammen steht. Wärt ihr schneller gewesen, hättet ihr das Verbrechen verhindern können. So unterhaltsam True Crime spielerisch auch ist, technisch hätte man mehr aus dem GameCube herausholen können. Die PS2-Version war die Hauptplattform während der Entwicklung - und das merkt man der GameCube-Fassung leider auch an. Die Texturen sind teilweise stark verwaschen und die Gebäude-fassaden sehen nicht besonders hübsch aus. Darüber hinaus gerät die Grafik ein ums andere Mal ins Ruckeln. Allerdings ist es auch nicht einfach, eine 400 km² große Stadt mit jeder Menge Autos und Fußgänger ohne nennenswerte Ladezeiten während der Fahrsequenzen zu realisieren.

Sehr gut gefallen hat uns das Schadensmodell der Autos. Es gibt klappernde Türen, zersplitterte Scheiben, brennende Motoren, zerschossene Reifen, Kofferraumdeckel, die nicht mehr zugehen, und jede Menge sichtbare Beulen. Gute Arbeit haben die Entwickler auch beim Sound geleistet. Der Soundtrack bietet viel Rap und Hip-Hop von namhaften Künstlern wie Coolio, Snoop Dogg oder Ice-T. Die Soundeffekte klingen gut und passen perfekt. Jedes Auto hört sich unterschiedlich an und ihr könnt genau unterscheiden, ob ihr eine Parkuhr oder den Laternenpfahl umgemäht habt. Besonderes Lob verdient die Sprachausgabe im Spiel, die teilweise von echten Hollywood-Stars übernommen wurde. So wird Nick Kang beispielsweise von Russell Wong gesprochen, der in Filmen wie God's Army II, Monkey King und Romeo must die mitgespielt hat. Gary Oldman, bekannt aus Filmen wie JFK - Tatort Dallas, Das fünfte Element oder Air Force One, leiht dem russischen Mafia-Boss seine Stimme. Altstar Christopher Walken, der unter anderem in Pulp Fiction, Batmans Rückkehr oder Sleepy Hollow zu sehen war, übernahm die Rolle von George, einem rüstigen Polizisten, der Nick immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Schade ist, dass das Spiel zwischendurch immer wieder von störenden Ladezeiten unterbrochen wird, sobald ihr ein Haus betretet oder eine Mission beendet ist. Hinzu kommt, dass viele der Moves, die man im Spiel erlernt, mehr nettes Beiwerk als spielerisch notwendig sind. Etwas enttäuschend ist auch, dass man außer seinen Aufträgen in den Städten nichts erledigen kann. Während es beim großen Vorbild GTA unter anderem jede Menge Geschäfte gibt, die man betreten kann, lebt True Crime hauptsächlich von der Story. Außerdem macht True Crime als Good Cop längst nicht so viel Spaß wie als Bad Cop. Das Spiel bezieht seinen Reiz vornehmlich aus der Tatsache, dass man alles über den Haufen fährt, in wilde Schießereien verstrickt ist und alles zerstören kann. Als Good Cop bekommt man in so einem Fall direkt Punkte abgezogen, die man aber für das Besuchen der Dojos und Schießstände braucht. Nichtsdestotrotz ist True Crime: Streets of L.A. ein geiles Spiel. Die Entwickler bauten viele Gags und Anspielungen auf Hollywood-Filme ein. True Crime ist somit trotz einiger Mängel ein sehr unterhaltsames Spiel.

Wertung zu True Crime: Streets of L.A. (GC)

Wertung:

86 /10

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk