Ducken Sie sich, Ubisofts berühmter Schleichagent infiltriert die PS3!
Die Gegner-KI hat sich nicht sonderlich weiterentwickelt. So werden Sie nicht entdeckt.
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Als Ende 2006 Sam Fishers viertes Abenteuer für die Xbox 360 erschien, war die Freude groß bei den Microsoft-Anhängern. Nicht, weil das Gameplay einen revolutionären Schritt nach vorne gemacht hätte, sondern weil Ubisofts "Doppelagent" grafisch erstmals auf einer Next-Gen-Konsole brillierte. Die Hoffnungen auf eine erneute grafische Meisterleistung mussten jüngst die Jungs aus dem Nintendo-Lager begraben. Ein Schicksal, mit dem von nun an auch die Sony-Fans leben müssen.
Doppelmoral
Mit einem viel tragischeren Schicksal muss Held Sam Fisher klarkommen: Als seine Tochter bei einem Autounfall ums Leben kommt, bricht die Welt des Echelon-Agenten zusammen.Hier kommen die ersten Unterschiede zur PS2-Version ans Tageslicht: Während Sie in der Last-Gen-Fassung die Todesnachricht während der ersten Mission spektakulär am eigenen Leib erfuhren, wird Ihnen der Fall des Sam Fisher in der Next-Gen-Variante lediglich in einer kurzen Render-Rückblende erzählt.
Doch auch spielerisch ist das Tageslicht von großer Bedeutung: Während Sie in der PS2-Version noch mit allerlei gewohnten Anzeigen durch die Missionen schritten (Helligkeitsanzeige, Geräuschpegel, Waffen-HUD), hat man die Bildschirmanzeigen der PS3-Fassung stark entschlackt. Kein Wunder, ist Fisher während seiner Aufträge doch meist in gleißendes Sonnenlicht getaucht.
Lediglich eine Leuchtdiode auf Sams Rücken zeigt an, ob und wie deutlich Sie sichtbar sind. Ist die Anzeige grün, sind Sie quasi unsichtbar. Bei Gelb schöpfen die Wachen zögerlich Verdacht und untersuchen die Gegend gründlich. Rot steht selbstredend für den berühmten Weihnachtsbaum.
Gemäß dem Untertitel "Double Agent" spielen Sie in Teil 4 für zwei Parteien: Ihre NSA-Kollegen (National Security Agency) schleusen Sie in ein Hochsicherheitsgefängnis, um durch ein Mitglied der Terror-Gruppe JBA (John Browns Army) die Organisation zu infiltrieren.
Hier wirft das Spiel erstmals einige moralische Fragen auf: Denn um das Vertrauen Ihrer Terror-Brüder zu gewinnen, müssen Sie sprichwörtlich über Leichen gehen. Als Beweis Ihrer Loyalität gilt es, diverse NSA-Agenten zu ermorden. Nur wenn Sie mitspielen, haben Sie eine Chance, Ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Wurde dieses Dilemma auf der PS2 noch mittels einer Anzeige gelöst, haben Sie in der PS3-Fassung gleich zwei Vertrauensleisten: In jedem Level gibt es mehrere, teils optionale Missionsziele. Nur wenn Sie für beide Parteien die Drecksarbeit erledigen, sorgen Sie dafür, dass die Leisten nicht gen null sinken - geschieht dies, heißt es "Game Over".
Eine weitere Neuerung stellen die Aufträge zwischen den Missionen dar: Sie müssen das JBA-Hauptquartier innerhalb von 30 Minuten mit Viren und Wanzen verseuchen. Diese Zwischenmissionen sorgen allerdings des Öfteren für Frust. Ein Schleichspiel mit Zeitlimit? Definitiv keine gute Idee.
Eine gute Idee hingegen ist die Einbindung der Sixaxis-Funktion: Schlösser knacken und Bomben entschärfen dürfen Sie nun optional via feinfühliger Sixaxis-Lenkung. Das fühlt sich zwar deutlich natürlicher an, im Eifer des Gefechts sind Sie mit der konventionellen Stick-Technik aber auf der schnelleren Seite. Schnell sind auch die sechs Multiplayer-Missionen: Hier müssen Sie im Wettstreit mit Ihren Gegnern innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens bestimmte Aufgaben erfüllen: Sichern Sie Disketten oder beschützen Sie ein Terminal vor Ihren Mitstreitern. Die Agenten im Mehrspielermodus sind deutlich agiler als der träge Sam, was den actionorientierten Auseinandersetzungen deutlich entgegenkommt.
Technik, die nicht begeistert
Zwischen Sam und Terroristin Enrica funkt es später mächtig. Anfänglich ist Ihnen die Gute noch sauer gestimmt.
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Während Double Agent im Gameplay-Kern also erneut vieles richtig macht, hat Ubisoft mit der Portierung auf die PS3 geschlampt: Optisch ist die Sony-Version der Xbox-360-Fassung zwar ebenbürtig, allerdings auf Kosten einer höchst instabilen Framerate. Zu keiner Zeit läuft das Spiel absolut flüssig, nicht selten müssen Sie mit ruckligen 15 Bildern pro Sekunde klarkommen. Besonders ärgerlich, wenn Sie im Eifer des Gefechts die Kamera schwenken müssen: ein hakeliges Unterfangen. Lediglich im optisch abgespeckten Multiplayer-Modus dürfen Sie die flinken Agenten flüssig durch die Areale bugsieren.
