The Elder Scrolls 5: Skyrim im Langzeittest für Xbox 360! Rund 120 Stunden haben wir uns in die riesige Spielwelt von Skyrim gestürzt, zahllose Aufgaben gemeistert und Drachen vom Himmel geholt. Zwar ist die spielerische Freiheit in The Elder Scrolls 5: Skyrim wahrhaft gigantisch - Quests und Handlung des riesigen Rollenspiels könnten aber dramatischer und aufregender sein.
Das hat uns an The Elder Scrolls 5: Skyrim nicht gefallen:
Story hat keine Dramatik
Blasse Charaktere und eine unpersönliche Geschichte: In punkto Storytelling kann The Elder Scrolls 5: Skyrim nicht komplett überzeugen. Im Vergleich zu Oblivion hinterlässt die Handlung rund um einen Helden, der die tyrannischen Drachen vernichten muss, noch einen guten Eindruck. Die 10 bis 15 Stunden umfassende Questreihe führt einen durch einige zentrale Regionen der Spielwelt und hinab in tiefe Dungeons. Ihr unternehmt auch eine Zeitreise und erhaltet Hilfe von einem mächtigen Verbündeten. Allein: Dramatik, Gänsehaut und große Gefühle bleiben aus. Das machen andere Rollenspiele wie etwa The Witcher 2 oder Mass Effect 2 deutlich besser. Zwar gibt es gelegentliche Lichtblitze wie Nebenquests mit guten Ideen und der hervorragende Anfang des Spiels, aber die schwache Dramaturgie bleibt eine der größten Kritikpunkte des Spiels.
Quests mit wenig Entscheidungsfreiheit
Viele aktuelle Rollenspiele wie Dragon Age, The Witcher oder Fallout 3 bieten jede Menge Entscheidungsfreiheit. Skyrim zählt aber nicht dazu. Es gibt zwar gelegentlich Dialoge, bei denen man zwischen mehreren Antworten wählen muss, aber unterschiedliche Quest-Ergebnisse lassen sich damit nicht auslösen. . Interessante Ausnahme: In Skyrim tobt ein Bürgerkrieg zwischen der Armee des Kaisers und den sogenannten Sturmmantel-Rebellen. Der Spieler hat die Möglichkeit, sich für eine der beiden Parteien in Himmelsrand zu entscheiden und ihr bei einem Feldzug gegen die andere Seite zu helfen. Das führt sogar so weit, dass der Spieler einige Belagerungsschlachten meistern muss, was zwar in übertrieben vielen Kämpfen mündet, aber auch für Stimmung sorgt. Leider hat der Ausgang dieser vielversprechenden Questreihe kaum spürbare Folgen für die Spielwelt, und eine diplomatische, friedliche Lösung bietet das Spiel gar nicht erst an.
Lieblos designte Mini-Quests
Skyrim bietet viele kleine Aufgaben, die teils dynamisch erzeugt werden, wie die Entwickler versichern. Die kommen aber häufig ziemlich aufgesetzt daher. Dazu gehören Botengänge für erstaunlich viele NPCs, deren Erbschaften man etwa von einem Ort zum anderen befördern muss. Zu Dutzenden wirkt die Leichtgläubigkeit der Nichtspielercharaktere aber wenig glaubhaft.
Umständliches Inventar in Skyrim
Nach längerem Spielen offenbaren sich Schwächen im Inventar. Es ist in Listen unterteilt, man kann die aber zum Beispiel nicht nach Gewicht sortieren, was in Oblivion noch möglich war. Briefe, Bücher und Notizen werden alphabetisch ins Inventar einsortiert – wer keine Ordnung hält, wird schon bald nicht mehr durchblicken. Zwar lassen sich häufig benutzte Gegenstände in eine Favoritenliste einteilen, die man auch im Kampf aufrufen kann (das Geschehen wird dabei pausiert), allerdings würde man sich bei mehr als zehn Gegenständen wünschen, die Favoritenliste in Kategorien unterteilen zu können.
Questlog könnte besser sein
In Skyrim sammelt ihr Dutzende Quests, was prinzipiell gut ist. Doch leider werden diese Aufgaben nicht sinnvoll im Questtagebuch geordnet: Obwohl sich alle Aufgaben in Hauptquests, Nebenquests, Gildenquests und Daedraquests unterteilen ließen, werden sie durcheinandergewürfelt in einer Liste angezeigt. Noch störender ist allerdings der Menüpunkt "Verschiedenes", in dem sich alle Mini-Aufgaben sammeln, die das Spiel teils auch dynamisch zusammenwürfelt. In dieser Liste hat man überhaupt keinen Überblick mehr, wer welches Item beschafft oder transportiert haben wollte. Da bleibt nur eine Möglichkeit: Per Tastendruck die Aufgabe markieren und dem frisch eingeblendeten Questmarker auf der Weltkarte folgen. So findet man zumindest immer sein Ziel - und das ist, aller Kritik zum Trotz, eben immer noch die Hauptsache.
Häufige Ladeunterbrechung
Kurze Ladezeiten gehören zu Skyrim dazu, etwa wenn man Gebäude betritt oder durch die Welt reist. Diese Ladepausen fallen aber etwas zu lang aus, trotz Installation auf der Xbox 360. Rund 20 Sekunden fühlen sich einfach zu lang ein. Hier hilft, das automatische Speichern beim Reisen und Raumwechsel zu deaktivieren, was einige Sekunden spart.
Auf Dauer zuviele Wiederholungen
Die Dungeons und Höhlen in The Elder Scrolls 5: Skyrim sind toll gestaltet. Allerdings führen einen viele Quests in Banditenhöhlen und vor allem in Gräber, in denen meist die gleichen Gegnertypen, Fallenarten und Rätselsorten auf euch warten. Da wäre mehr Vielfalt schön gewesen. Man ist einfach zu oft in Grabkammern unterwegs, egal, wie gut diese nun gestaltet wurden.
Quelle: Bethesda
Trotz der Größe von Skyrim haben die Entwickler an viele Details gedacht. An manchen Baumstämmen erkennt man etwa Ameisenkolonnen, Bienen und Schmetterlinge lassen sich gar im Flug fangen. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim.
Leichte Technik-Macken
Die Xbox 360 wird von The Elder Scrolls 5: Skyrim stark in Anspruch genommen, die enorme Weitsicht und die fantastischen Panoramen sind für die betagte Konsole beeindruckend. Allerdings fallen auch Texturen auf, die unnötig matschig erscheinen, etwa einige Schränke und Kommoden in Innenräumen. Auch manche von Schnee bedeckten Oberflächen wirken unnatürlich, grobkörnig und wie Fremdkörper in der Spielwelt. Trotzdem ist das Kritik auf hohem Niveau - denn Skyrim sieht selbst mit mancher Matschtextur immer noch super.
Verschiedenste, meist kleinere Bugs
Skyrim stürzte im Test mehrmals ab, dank automatischer Speicherfunktion sorgte das allerdings nie für großen Frust. Dazu gesellten sich Aussetze bei der KI von Gegnern, Wachen und Begleitern. Absurd war etwa eine Szene, als sich unsere KI-Kameradin Lydia weigerte, einen Fluss zu durchqueren, weil sie stattdessen lieber mit gezücktem Schwert auf die harmlosen Fische im Gewässer losgehen wollte, kernige Schlachtrufe inklusive. Nur ein Bug störte uns wirklich: Als wir einen Feldzug für die Bürgerkrieg-Questreihe in Himmelsrand abschließen wollten, wurde die letzte Questphase nicht korrekt ausgelöst, so dass sich der Kampf nicht mehr gewinnen ließ - dies war der einzige Fall, in dem wir einen früheren Spielstand laden mussten.
In diesem Artikel
- Seite 1 The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test für Xbox 360 - Einleitung
- Seite 2 The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test für Xbox 360 - Pro-Aspekte, Teil 1
- Seite 3 The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test für Xbox 360 - Pro-Aspekte, Teil 2
- Seite 4 The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test für Xbox 360 - Negativ-Aspekte, Wertung
- Seite 5 Bildergalerie
Bildergalerie
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