Tales of Vesperia: Definitive Edition im Test - Gelungene Rückkehr

Test Viktor Eippert
Tales of Vesperia: Definitive Edition im Test - Gelungene Rückkehr
Quelle: PC Games

Zum zehnjährigen Jubiläum spendiert Bandai Namco Tales of Vesperia eine HD-Ehrenrunde für PC, PS4, Switch und Xbox One. In unserem Test klären wir, wie sich die Definitive Edition von der zehn Jahre alten Originalfassung unterscheidet, wieso die HD-Neuauflage nicht ideal ist und warum das Rollenspiel heute noch Spaß macht.

Unter Fans der Reihe gilt Tales of Vesperia als einer der besten Ableger, wenn nicht sogar der Beste überhaupt - und das, obwohl seit der ursprünglichen Veröffentlichung 2008 für Xbox 360 bereits sechs weitere Tales-of-Spiele erschienen sind. Dabei hatten westliche Spieler bisher nie das Vergnügen, die 2009 in Japan veröffentlichte und mit vielen neuen Inhalten erweitere PS3-Fassung von Tales of Vesperia zu erleben. Aber dank der Definitive Edition für PC, PS4, Xbox One und Switch ändert sich das nun, denn wie der Name schon suggeriert, sind hier alle Verbesserungen bereits enthalten und obendrein mit weiteren Anpassungen ergänzt worden. Doch reicht das, um zehn Jahre später immer noch zu überzeugen?

Tales of Vesperia: DE im Test - Einprägsame Charakterriege

In Tales of Vesperia lenkt ihr in die Geschicke von Yuri Lowell, der einst ein Ritter bei der Imperialen Armee war und inzwischen ein Vagabundenleben führt. Im Bestreben, seinen Mitbewohnern des Armenviertels der imperialen Hauptstadt zu helfen, einen entwendeten Gegenstand zurück zu ergattern, begibt sich Yuri auf eine lange, abenteuerliche Reise. Dabei gewinnt er zahlreiche neue Reisegefährten wie die naive Adelige Estellise, die aufbrausende Magierin Rita oder den lebenserfahrenen aber recht faulen Raven. Die Handlung kommt zunächst nur recht langsam in die Gänge und ist im Großen und Ganzen trotz ein paar Überraschungen nichts Außergewöhnliches im Genrevergleich.

Die Spielwelt ist umfangreich und hat viel Abwechslung zu bieten. Zu den Highlights zählen unter anderem die zahlreichen, hübsch gemachten Städte. Quelle: PC Games Die Spielwelt ist umfangreich und hat viel Abwechslung zu bieten. Zu den Highlights zählen unter anderem die zahlreichen, hübsch gemachten Städte und Dörfer. Was Tales of Vesperia so spielenswert macht, sind die sympathischen, einprägsamen Charaktere, die einem vor allem in der zweiten Spielhälfte richtig ans Herz wachsen. Anfangs wirken einige der Figuren ziemlich stereotypisch, wobei Yuris treuer Hunde-Begleiter Repede sofort einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wie oft ist schließlich ein Pfeife rauchender und im Kampf mit Dolchen geübter Hund Teil einer Rollenspielgruppe? Vor allem aber entwickeln sich die Hauptakteure im Verlauf des Abenteuers spürbar weiter und wachsen aneinander, was für eine tolle Gruppendynamik sorgt. Dazu tragen ebenfalls die sogenannten Plaudereien bei, optionale Bonusdialoge, in denen die Charaktere ihre Gedanken zu aktuellen Geschehnissen beitragen, mehr über die Hintergründe der Spielwelt preisgeben oder einfach nur rumalbern.

Tales of Vesperia: DE im Test - Problematische Vertonung

In der Definitive Edition ist die Heldengruppe sogar noch umfangreicher als in der Urfassung, da Yuris alter Ritter-Freund Flynn im späteren Spielverlauf zum dauerhaft spielbaren Begleiter wird und mit der jungen Piratin Patty Fleur ein komplett neuer Hauptcharakter hinzustößt. Beide fügen sich dank zahlreicher zusätzlicher Dialogszenen, Plaudereien und Zwischensequenzen nahtlos ins Abenteuer ein. Selbst bestehende Abschnitte mit anderen Figuren wurden hier und da um weitere Dialoge ergänzt, um den Figuren und ihren Beziehungen zueinander noch mehr Tiefe zu verleihen. Die untrerschiedlichen Städte, Dungeons und sonstigen Orte erreicht ihr über eine Oberweltkarte. Leider ist diese ziemlich ereignislos. Quelle: PC Games Die untrerschiedlichen Städte, Dungeons und sonstigen Orte erreicht ihr über eine Oberweltkarte. Leider ist diese ziemlich ereignislos. Auch die englische Vertonung wurde erweitert, um den neuen Inhalten gerecht zu werden, das hat allerdings einen nicht zu verachtenden Haken: Für einige Figuren, unter anderem auch Protagonist Yuri, mussten andere Sprecher einspringen, während sämtliche Originalabschnitte beibehalten wurden. Das sorgt natürlich dafür, dass die frischen Dialogzeilen sofort unangenehm auffallen, speziell dann, wenn innerhalb kurzer Zeit mehrfach die alte und die neue Stimme im Wechsel zu hören sind. Wer möchte, kann dafür immerhin auch mit der japanischen Originaltonspur spielen.

Tales of Vesperia: DE im Test - Einige Neuerungen

Keinen negativen Beigeschmack haben dagegen die restlichen Neuerungen wie neue Spielgebiete beziehungsweise neue Abschnitte in bestehenden Arealen, optionale Bonusdungeons, weitere Bossgegner (die meisten davon sind optional), zusätzliche Kostüme sowie diverse kleinere Verfeinerungen am Gameplay. Letzterem merkt man das Alter übrigens etwas an, vor allem die mechanisch sehr uninspirierten Nebenquests wirken einfach nicht zeitgemäß.

Zu großen Teilen spielt sich Tales of Vesperia aber immer noch gut. Die actionreichen Kämpfe zum Beispiel sind zwar weniger komplex im Vergleich zu den neueren Serienteilen, bieten aber noch genug Mechaniken, um auch nach längerer Spielzeit nicht öde zu werden. Die Auseinandersetzungen erinnern dabei ein wenig an Kampfspiele, da sowohl Gegner als auch eigene Spielfiguren durch Combos in einen Stunlock geraten können und man die Widersacher mittels Spezialattacken zudem in die Luft schleudern und von dort aus weiterbearbeiten kann. Besonders verheerende Angriffsfolgen ermöglicht die Aktivierung des Überlimits (lädt sich auf, wenn Yuri und Freunde angreifen oder getroffen werden), mit dem man für kurze Zeit endlos Combos und Spezialangriffe aneinanderreihen kann.

Bildergalerie

Reichlich Anpassungspotenzial bieten außerdem die Fähigkeiten, die Yuri und seine Mitstreiter durch das Benutzen der zahlreichen Waffen im Spiel erlernen. Einige davon bieten lediglich passive Boni wie mehr Lebenspunkte oder Resistenzen, andere ermöglichen neue Aktionsmöglichkeiten oder Kampfstrategien durch neue Combomöglichkeiten.

Tales of Vesperia: DE im Test - Technisch solide

Technisch hinterließ Tales of Vesperia: Definitive Edition (jetzt kaufen 29,95 € ) eine ordentliche Figur auf den von uns getesteten Plattformen (PC, PS4 und Switch), wobei das Rollenspiel natürlich kein Grafikfeuerwerk abbrennt. Auf der PS4 und Im TV-Modus der Switch läuft das Spiel in 1080p, im Handheld-Modus liefert Switch in 720p. Am PC ist sogar eine 4K-Auflösung möglich, die kann die matschigen Umgebungstexturen aber auch nicht kaschieren. Deutlich mehr haben die Charaktermodelle und Monster vom HD-Lifting profitiert. Auf unserem Test-PC (Intel Core i5 750, Geforce GTX 670, 8 GB RAM) und auf PS4 lief die Definitive Edition stets ohne Anstalten, lediglich auf der Switch kam es im Testverlauf hin und wieder zu kleineren Rucklern.

Durch die zahlreichen Ergänzungen der Definitive Edition lohnt sich ein Ausflug in die riesige Welt von Tales of Vesperia auch für Kenner des Originals. Und wer Yuris Abenteuer seinerzeit verpasst haben sollte oder einen guten Einstieg in die Tales-of-Reihe sucht, ist hier ebenfalls gut aufgehoben.

Tales of Vesperia: DE im Test - Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Tales of Vesperia: Definitive Edition (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Tales of Vesperia: Definitive Edition (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Tales of Vesperia: Definitive Edition (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Sympathische Charaktere, die eine Weiterentwicklung durchmachenPatty Fleur fügt sich gut in die Heldengruppe einPlaudereien bieten zusätzliche Charakterzeichnung und HintergrundinformationenEingängiges KampfsystemAbwechslungsreiche SpielweltZahlreiche neue Spielinhalte und kleine Verbesserungen im Vergleich zum OriginalSehr großer Umfang
Inkonsequente Englisch-VertonungSpielerisch anspruchslose NebenquestsKeine Erkundungsanreize auf der OberweltkarteGelegentliche Ruckler (Switch)
Fazit

Ein feines Rollenspiel-Abenteuer, das trotz ein paar Alterserscheinungen sowohl für Neulinge als auch Kenner des Originals zu empfehlen ist.

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