Augen zu und durch! Diese Kamera ... argh!
Der kooperative Multiplayer-Modus hält sich vom Umfang her sehr in Grenzen.
BILD: N-ZONE
Splinter Cell-Fans freuten sich über den Drei-Seiten-Test in der N-ZONE-Ausgabe 12/06 zur GameCube-Version von Double Agent, in dem besagtes Spiel satte 90 % einheimste. Auf Wii macht Sam Fishers neueste Mission (milde ausgedrückt) eine nicht ganz so solide Figur. Neben Far Cry Vengeance zeigt Splinter Cell DA sehr gekonnt, wie man eine Wii-Portierung wortwörtlich ohne große Umstände in den Sand setzen kann. Für Sams Anhänger gilt es jetzt, ganz, ganz stark zu sein ...
Mission gescheitert
Von der Spielmechanik hat sich weder im Gegensatz zu den Vorgängern noch im direkten Vergleich mit den übrigen Konsolenversionen etwas verändert. Ihr schleicht in der Rolle von Sam Fisher durch düstere Areale und feindliche Stützpunkte, immer darauf aus, gegnerische Wachposten nicht auf euch aufmerksam zu machen. Leider wird das bekannt spannende und überaus atmosphärische Gameplay durch die lieblose, undurchdachte Wii-Anpassung zunichte gemacht.
Den größten Spaßdämpfer stellt die Kamera dar, welche einen völlig unausgereiften Eindruck macht. Es ist zwar schön, die Perspektive per Wii-Fernbedienung stufenlos drehen und zoomen zu können, doch die kleinste unbewusste Handbewegung während des Spiels lässt die Kamera rotieren. Einen weiteren Kritikpunkt stellt die eigentliche Tastenbelegung dar. Wo der GameCube-Controller schon zu wenige Knöpfe bot, ist eine Wii-Umsetzung selbst mit Nunchuck-Erweiterung noch komplizierter.
An dieser Stelle wichen die Entwickler auf unpraktische Controller-Bewegungen aus, wie zum Beispiel das Springen per nach oben gezogenem Nunchuck. Hier wäre es vermutlich nicht falsch gewesen, zumindest eine alternative Steuerungsmethode anzubieten, die sich - wie bereits für Super Smash Bros. Brawl angekündigt - auf eine herkömmliche Bedienung per "normalem" Controller beschränkt. Wer eine Wii sein Eigen nennt, wäre in jedem Fall besser beraten, auf die Game-Cube-Version zurückzugreifen, denn die macht wenigstens Spaß!
