Sonics PS3-Debüt mangelt's nicht nur an Fein-, sondern auch an Grobschliff.
Je rasanter Sonic unterwegs ist, desto weniger dürfen Sie ihn steuern.
BILD: PLAYZONE
Von einem Sonic-Spiel erwartet man keine ausgefeilte Handlung - irgendwas mit Chaos Emeralds, dem bösen Dr. Eggman und seinen Weltherrschaftsplänen reicht schon, um den rasenden Igel in ein neues Abenteuer zu schicken. Leider musste Sega diesmal noch eine Geschichte um das von Menschen bewohnte Land Soleanna und dessen Prinzessin Elise dazubasteln, was durch die Kombination aus Cartoonfiguren und realistischen Charakteren zu einem üblen Stil-Mischmasch führt.
Das eigentliche Sonic-Gameplay, das den Igel durch neun zumindest optisch abwechslungsreiche Levels führt, wurde ebenso unnötig durch Oberwelt-Abschnitte in Soleanna ergänzt. Hier müssen Sie allerlei Stadtbewohner anquatschen, um neue Informationen oder Aufträge zu erhalten, bevor dann nach und nach der Zugang zu den eigentlichen Levels des Spiels möglich wird. Neben Sonic sind auch allerlei andere Figuren spielbar, zwischendurch steuern Sie zum Beispiel seinen fliegenden Freund Tails oder Echidna Knuckles.
Zudem stellt das Sonic-Abenteuer nur einen Teil des Spiels dar, denn mit der Zeit schalten Sie auch seine Rivalen Silver und Shadow frei, die jeweils ihren eigenen Teil der Handlung durchleben - auch hier übernehmen Sie ab und zu die Steuerung zusätzlicher Figuren. Das ist zwar alles ziemlich abwechslungsreich, aber auch sehr unausgereift: Eine hakelige, nicht invertierbare Kamera sorgt für Frust und viele unnötige Tode, eine unsaubere Kollisionsabfrage und Bumper, die Sonic nach Fehlfunktionen in den sicheren Tod federn, machen deutlich, dass das Spiel vorzeitig veröffentlicht wurde.
Starke Slow-downs in den Action-Levels sowie die hässlichen, von peinlichen Pop-ups geplagten und trotz alledem auch noch unerklärlich ruckeligen Soleanna-Abschnitte ziehen den an sich guten grafischen Eindruck runter. Auch die zahlreichen, teils unnötig wirkenden und stets recht langen Ladezeiten heben nicht gerade die Stimmung. Die Multiplayer-Modi mit geteiltem Bildschirm lassen zwei Spieler zusammen oder gegeneinander durch die Levels rasen, doch auch da macht Sonic keine bessere Figur.
