Vorhang auf für den anarchischen Halbbruder von GTA: In unserem Test von Saints Row: The Third nehmen wir die herrlich alberne, moralisch unkorrekte Open-World-Action aus dem Hause THQ unter die Lupe. Saints Row: The Third soll das bieten, was Rockstar sich nie zu programmieren traute: Sex, Gewalt und derbsten Humor. Geht der kühne Plan der Entwickler auf? Update: Jetzt mit Video-Test zu Saints Row.
Das hat uns an Saints Row: The Third nicht gefallen:
Eintönige Massen-Schießereien mit idiotisch agierenden Schurken
Die Missionen bestehen zu einem Großteil aus Ballereien. Zu dumm, dass ausgerechnet die das schwächste Glied in der Saints Row-Kette sind! Das liegt vor allem an den Widersachern, mit denen ihr euch zankt. Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen: Derart dämliche Gegner haben wir noch selten erlebt. Mal rennen die Knilche wild umher, mal bleiben sie an einem Tisch hängen, mal reagieren sie gar nicht. Zudem besteht jede gegnerische Gang aus einer optischen Klonarmee: Jede Frau, jeder Typ sieht nahezu identisch aus - das wirkt im Jahre 2011 einfach nur lächerlich.
Mäßiger Umfang, viel substanzloses Beiwerk
Für ein Open-World-Spiel ist Saints Row: The Third erstaunlich schnell durchgespielt. Geübte Spieler können die Story-Missionen auf den unteren beiden (viel zu simplen) Schwierigkeitsgraden locker in 9 Stunden durchackern. Nun sollte man meinen, dass die Nebenaufträge und das Erobern der einzelnen Stadtteile noch genügend weiteren Spielstoff böten - dem ist aber nicht so. Denn zum einen wiederholen sich die sogenannten Aktivitäten ständig, zum anderen ist das Kaufen von Immobilien reine Staffage - hinfahren, Knopf drücken, fertig. Ebenfalls schade: Die Übernahme der Bezirke bringt vor allem erhöhte Geldeinnahmen, was angesichts der im Spiel vorherrschenden Monetenflut schlicht unnütz ist.
Deutsche Version geschnitten
Wie zu befürchten war, kommt Saints Row: The Third in Deutschland zensiert in den Handel. So könnt ihr Passanten nicht als Schutzschild verwenden und die unschuldigen Personen lassen kein Geld fallen, wenn man sie wahllos umhaut. Weitaus nerviger: Der Horden-Mehrspieler-Modus (im US-Original brillanterweise "Whored Mode" genannt) fehlt hierzulande komplett. Als kleine Entschädigung spendiert THQ allen deutschen Spielern ein Vorbesteller-Paket mit Bonus-Auto, -Kostüm und -Waffe. Achtung: Aufgrund der Schnitte könnt ihr die USK-Version nicht im Koop mit ausländischen Spielern verwenden.
Quelle: THQ
Knallbunte Farben, krachige Effekte: Saints Row - The Third ist kein hässliches Spiel. Allerdings wirken die matschigen Texturen teils sehr altbacken.
Nicht gerade berauschende Technik
Knallbunte Farben, krachige Effekte: Saints Row - The Third ist kein hässliches Spiel. Allerdings wirkt es mit seinen matschigen Texturen und plötzlich auftauchenden Details am Horizont optisch doch teilweise arg altbacken. Während die PC-Version bis auf wenige Szenen recht ruckelfrei läuft, leiden die Konsolenfassungen unter deutlichem Grafik-Schluckauf und sehen allgemein grobschlächtiger aus. Hinzu kommen einige kleinere Bugs wie etwa die Irokesenfrisur unseres Helden, die aus dem Dach eines geschlossenen Autos herausragt.
