Der Prinz ist zurück! Durchtrainierter und schmucker als je zuvor!
Ubisoft Montreal hat bereits in der vergangenen Konsolen-Ära mit Prince of Persia: The Sands of Time gezeigt, wie man eine totgeglaubte Marke wieder erfolgreich zum Leben erweckt. Mit viel Hingabe, Kreativität und der Hilfe von Jordan Mechner, dem Schöpfer der Kult-Serie, ist es ihnen gelungen, ein zauberhaftes und faszinierendes Spielerlebnis zu kreieren, das jedem, der daran teilgenommen hat, im Gedächtnis hängen geblieben ist. Inzwischen ist die Sands of Time-Trilogie allerdings abgeschlossen und wir sind mittlerweile auf der nächsten Konsolengeneration angekommen. Viele Fragen kreisten im Vorfeld in den Köpfen der Fans: Wird es überhaupt einen Next-Gen-Teil geben? Wie wird sich die Serie auf der nächsten Konsolengeneration weiterentwickeln? Die Antwort gibt Ben Mattes, der bereits bei The Two Thrones als Produzent verantwortlich zeichnete, mit Prince of Persia. Kein Titelzusatz, keine Fortsetzung, kein Sand der Zeit, einfach nur Prince of Persia. Eine mutige Entscheidung, in vielerlei Hinsicht. Der Name ist noch das geringste Wagnis, das Ben Mattes und seine kreativen Jungs in Montreal eingehen. Das Next-Gen-Debüt erstrahlt in aufwendiger Cel-Shading-Optik, bietet eine offene Spielwelt und einen zweiten Hauptcharakter, der alle KI-Partner der Vergangenheit in den Schatten stellen soll. Ob das neue Prince of Persia ein ebenso unvergessenes Spielerlebnis ist wie The Sands of Time, zeigt unser ausführlicher Test.
VORHANG AUF …
Die helfende Hand: Stürzt ihr ab, ist Elika sofort zur Stelle.
Der neue Hauptcharakter ist weder adelig, noch verrät er uns das gesamte Spiel über seinen Namen oder seine Herkunft. Von einem Sandsturm eingehüllt, kämpft sich die Gestalt durch die Wüste. „Farah“ hört man ihn rufen, während ihm der Sand hart ins Gesicht weht. Kenner der letzten Teile werden hellhörig. Ist Farah etwa mit dabei? Kann das sein? Kurz darauf wird jedoch klar, dass Farah nur der Esel des Namenlosen ist. Ein kleiner Seitenhieb und Zeichen, dass die Entwickler mit der Sands of Time-Trilogie endgültig abgeschlossen haben. Schon nach wenigen Augenblicken überstürzen sich die Ereignisse. Elika, die zweite Hauptdarstellerin, stolpert während ihrer Flucht vor ihrem Vater und seinen Gefolgsleuten dem Helden unfreiwillig in die Arme. Dieser ist von der Zufallsbegegnung offenkundig sehr angetan und folgt seinen Macho-Instinkten – und Elika natürlich. Schließlich wird er Zeuge, wie Elikas Vater im Tempel des Lebens Ahriman, den Gott der Dunkelheit, befreit, indem er den Baum des Lebens zerstört. Das hat üble Konsequenzen. Nachdem der finstere Geselle freigesetzt wurde, versinkt das Umland des Tempels in bedrohlicher Finsternis, die allerlei Schattenwesen hervorbringt. Nun müsst ihr gemeinsam mit Elika die Sache rückgängig machen und das Land vor Ahrimans Dunkelheit bewahren. Wieso Elika vor ihrem Vater flüchtet und warum er Ahriman befreit, wird im Laufe des Spiels in In-Game-Zwischensequenzen und schnell geschnittenen Flashbacks erzählt. Die Story ist zwar nett, gewinnt aber definitiv keinen Innovationspreis. Zu oft hat man in der Vergangenheit bereits epische Schlachten nach dem klassischen „Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkel“-Schema gekämpft.
