Die Mehrspieler-Granate schlägt auch in Europa ein wie eine Bombe!
Es ist wohl eine Tatsache, dass Kenner und Liebhaber der Metroid-Serie an sich und speziell der beiden GameCube-Teile in vielerlei Hinsicht verwöhnt sind. Sei es das erstklassige und nonlineare Spieldesign, die geniale Grafik, die bemerkenswerte Verkettung aller spielerischen Elemente oder die packende, unglaublich dichte Atmosphäre. Aus der Ego-Shooter-Reihe tanzende Sprungpassagen, geniale Morphball-Passagen und effektgeladenes Geballere bekommt man beim kleinen DS-Bruder ebenfalls zu Gesicht - zwar alles eine Nummer kleiner, aber nicht minder genial.
Die Gier nach Macht
Der Kern der Hunters-Rahmenhandlung ist die Nachricht von der "Ultimativen Macht". Diese Quelle scheinbar unendlicher Kraft weckt in den Reihen der Galaktischen Föderation gleichermaßen Interesse und Sorge. So wird Samus in den Alimbic Cluster geschickt, um den Ursprung und die Bedeutung der Nachricht aufzuklären. Gleichzeitig soll sie verhindern, dass die "Ultimative Macht" in die falschen Hände gerät. Nicht ohne Grund, denn neben Samus haben sich auch sechs weitere Kopfgeldjäger auf den Weg gemacht, dem verlockenden Geheimnis auf den Grund zu gehen - allerdings von weitaus weniger edlen Idealen getrieben.
Während Samus' Aufklärungsarbeit besucht der Spieler vier Hauptschauplätze, die mit allem aufwarten, was die Serie so berühmt und erfolgreich gemacht hat. Von den ersten Spielminuten an wird man von dem typischen Metroid-Feeling erfasst und beginnt - begleitet von atmosphärischen Ambientklängen und stimmungsvollen Musikstücken - wissbegierig jede Wand auf der Suche nach verborgenen Inschriften oder Artefakten zu scannen.
Der Forscheraspekt wird auch wieder durch einige Rätsel unterstrichen, die sich bei der DS-Version hauptsächlich auf das Aktivieren von Schaltern beschränken. Eingestreute Morphball-Passagen, deren Anspruch und Einfallsreichtum auf typisch hohem Metroid-Niveau angesiedelt sind, bringen zusätzliche Abwechslung ins Spiel.
Hin und wieder muss der Spieler in Sprungpassagen seine Stylus-Augen-Koordination unter Beweis stellen, die allerdings nicht ganz die Klasse der Game-Cube-Hopsereien erreichen und gelegentlich am Nervenkostüm des Spielers zehren.
Bis auf das offene Leveldesign sind die Parallelen zu Metroid Prime und Metroid Prime 2: Echoes erfreulicherweise zahlreich. Im Gegensatz zu den Wohnzimmer-Versionen sind die Schauplätze der DS-Fassung sehr linear und zwingen dem Spieler stets dieselbe Vorgehensweise auf. Allerdings geschieht das so geschickt, dass es nicht so negativ ins Gewicht fällt, wie es sich vielleicht anhören mag. Raffiniert platzierte, weitläufige Plätze und Räume gaukeln dem Spieler ein offenes Leveldesign vor.
Im Laufe des Spiels gelangt man in den Besitz mehrerer Waffensysteme, welche beim ersten Besuch unüberwindbare Barrieren und Türen öffnen können. Dahinter finden sich unter anderem Austragungsorte für die packenden und aufreibenden Duelle mit den anderen Kopfgeldjägern, die einen kleinen Vorgeschmack auf den Mehrspieler-Modus geben.
