Test zu L.A. Noire: Jahrelang in der Entwicklung, von vielen als GTA-Verschnitt angepriesen und mit revolutionärer Hollywood-Technologie produziert: L.A. Noire ist eines der spannendsten Spieleprojekte des Jahres. Aber ist es auch eines der besten? In unserem L.A. Noire-Test verraten wir es euch.
Das hat uns an L.A. Noire nicht gefallen:
Vor allem in den Action-Sequenzen ziemlich sperrige Steuerung
Die nahtlose Einbindung der Actionszenen ist prima gelungen, ihre Steuerung ist es hingegen nicht. Das liegt vor allem daran, dass ihr euren Helden nicht analog steuert. Der Gute kennt nur zwei Zustände: Gehend oder (mittels Schultertaste) rennend. Und besonders wenn ihr einen Verbrecher zu Fuß verfolgt, nervt es ziemlich, dass Mister Phelps den Wendekreis eines Öltankers zu haben scheint. Ebenfalls nicht optimal: das Deckungssystem bei Schießereien. Auf Tastendruck versteckt sich Phelps hinter Tischen und Wänden - so die Theorie. In der Praxis klappt das aber nicht immer sauber und ihr steckt unnötig Gegentreffer ein.
Quelle: Rockstar
Logikfehler bei einigen Fällen und Verhörantworten
Logikfehler bei einigen Fällen und Verhörantworten
Bei der Menge an Verhören, Indizien, Beweisen und Fällen war es zu befürchten, dass sich einige Ungereimtheiten einschleichen würden - und so ist es dann leider auch! Bei einigen Fällen müsst ihr beispielsweise einen Menschen festnehmen, obwohl eigentlich schon sehr klar ist, dass der arme Knilch keine Schuld trägt. Außerdem ziehen die Ermittler teils hanebüchene und völlig vorschnelle Schlüsse. Wenn beispielsweise 20 Meter neben einer Kneipe ein blutiges Messer gefunden und deshalb gleich der Barbesitzer in die Todeszelle verfrachtet wird, wundert man sich dezent. Weiterhin seid ihr von den Vorgaben der Entwickler abhängig, wenn uns um die "richtigen" Reaktionen auf Verhörantworten geht. Nur die von Rockstar geplanten Beweise führen hier zum Erfolg, wer eine andere, durchaus ebenfalls plausible Beweiskette anführen will, wird vom Spiel abgestraft.
Sich ständig wiederholende, komplett durchgeskriptete Verfolgungsjagden mit KI-Bugs
Nahezu jeder Verdächtige im Spiel flüchtet zu Fuß oder per Auto vor der Polizei, also vor euch! Die anschließende Verfolgungsjagd ist zumeist zwar spektakulär, aber auch von vorne bis hinten durchgeskriptet. Spätestens beim zweiten Versuch wisst ihr also genau, wo euer Widersacher hinrennt oder -fährt. Ärgerlich: Wir sind dabei auf einige Bugs gestoßen - etwa wenn ein Transporter eigentlich wegbrausen soll, dann aber an einer Laterne hängen bleibt und einen Missionsneustart erfordert.
Quelle: Rockstar
Notizsystem registriert gelesene Dokumente nicht immer sofort - Frustgefahr!
Notizsystem registriert gelesene Dokumente nicht immer sofort - Frustgefahr!
Es klingt banal, ist aber der unserer Ansicht nach schlimmste Fehler des Spiels: Das Notizsystem verzeichnet einige Beweise nicht sofort und sorgt so für Frust! Wenn ihr beispielsweise eines der (englischen) Dokumente im Spiel findet und betrachtet, so werden am unteren Bildrand viel zu lahme deutsche Untertitel eingeblendet. Wer nun gut Englisch kann und das Schriftstück dementsprechend schneller liest, als die Untertitel durchlaufen, muss warten! Denn: Erst wenn der deutsche Text an der für den Fall entscheidenden Phase angekommen ist, wird diese auch als Beweis gespeichert. Verlasst ihr indes schon vorher die Dokument-Ansicht, fehlt euch ein wichtiger Hinweis - hier muss ein Patch her, Rockstar.
