Kane & Lynch 2: Dog Days im Test für Playstation 3 und Xbox 360
Kane & Lynch 2 im Test - Überraschung: Wir verraten nicht, wieso Lynch hier so mitgenommen aussieht.
Der Held vieler Spiele ist meist ein toller Bursche: Er kämpft für das Gute, knöpft sich Banditen wie am Fließband vor und fällt allenfalls durch seine rauen Methoden bei der Verfolgung seines ehrenhaften Ziels negativ auf. Ach, und gutaussehend ist er sowieso. Als man 2007 Kane und Lynch auf die Spielergemeinschaft losließ, wurden diese Heldenklischees ins Gegenteil verkehrt. Kane & Lynch: Dead Men zeigte zwei Verlierer, die unfreiwillig in einen Strudel der Gewalt geraten und dabei fast alles verlieren. Die tolle Story konnte zwar nicht über spielerische Mängel hinwegtäuschen, doch es waren zwei einzigartige Antihelden geboren.
Kane & Lynch 2 im Test - Dreckiges Geballer in einer neuartigen Optik inszeniert.
Schlag in die Magengrube
Kane & Lynch 2: Dog Days versetzt euch nach Schanghai. Dort hat Psychopath Lynch ein neues Leben begonnen und sich mit dem Kriminellen Glazer zusammengetan. Für einen größeren Waffendeal holt er seinen alten Partner Kane zu Hilfe. Doch schon kurz nach dessen Ankunft geht alles ganz furchtbar schief ... Mehr wollen wir euch nicht erzählen. Denn die Story der beiden Pechvögel zählt zweifelsohne zu den größten Kaufargumenten. Allerdings solltet ihr wissen, worauf ihr euch einlasst: Die Geschehnisse in Dog Days sind bitterböse, oft krass brutal und mit der Wucht eines Faustschlages in empfindliche Körperregionen erzählt. Das muss man mögen.
Mitreißend inszeniert
Wie viel Mühe sich die Entwickler geben, den Charakteren Tiefe und der Handlung Gewicht zu verleihen, wird schon nach wenigen Metern in den dreckigen Straßen Schanghais klar. Jeder der elf Abschnitte wird mit netten In-Game-Sequenzen eingeläutet, zudem unterhalten sich die zwei Protagonisten fast ununterbrochen. Das erzählt euch die Story und wirkt glaubwürdig – vor allem, da Kane und Lynch auch gerne mal lauthals fluchen oder vor Schmerzen schreien. So habt ihr nie das Gefühl, virtuelle Puppen zu bewegen, sondern Männer, die mit ihrem Schicksal hadern und voller Verzweiflung für ihr Leben kämpfen. Toll gemacht!
Kane & Lynch 2 im Test - Flucht zwecklos: Lynch, der Psychopath, hat es sich in Schanghai gemütlich gemacht. Bald fliegen allerdings wieder blaue Bohnen.
Monotoner Spielverlauf
Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Das eigentliche Spielgeschehen bleibt leider erstaunlich farblos und geizt mit Abwechslung und Kreativität. Fast die gesamte Spielzeit über tut ihr nur eines: ballern, was die Rohre hergeben. Die Entwickler geben sich kaum Mühe, dieses immergleiche Spielprinzip aufzulockern. Bis auf wenige Ausnahmen rennt ihr mit Lynch von Deckung zu Deckung und feuert auf Gegnertrupps, die klar geskriptet an bestimmten Punkten erscheinen. Und das wiederholt sich immerzu. Gefährlich werden eure Feinde übrigens nicht durch ihre Intelligenz, denn von Flankieren verstehen die Schergen nichts, stattdessen schießen die Burschen schmerzhaft genau. Ihr Verhalten im Kampf ist leider viel zu vorhersehbar. Meist wartet ihr nur darauf, dass das Gegenüber seinen Kopf aus der Deckung reckt. Erwähnenswert ist allenfalls noch, dass ihr Gegner als menschliche Schutzschilde missbrauchen oder improvisierte Sprengstoffe nutzen könnt. Die Schießereien könnten glatt
Kane & Lynch 2 im Test für Playstation 3 und Xbox 360 (1)
als Schlafmittel taugen, wären sie nicht so brillant in Szene gesetzt – dank ihrer ausgefallenen Optik machen sie dennoch eine Menge Spaß. Die gesamte Szenerie wirkt wie von einem Amateur gefilmt. Farben erscheinen verwaschen, Lichter blenden, bei Treffern stören Bildfehler. Dieser Kniff kaschiert nicht nur die eher altbackene Technik, er schafft außerdem ein beeindruckendes Authentizitätsgefühl, das neben der Story den eigentlichen Spielreiz ausmacht. Doch leider ist die Story nach sechs Stunden bereits vorbei.
Licht und Schatten
Wem eine gute Geschichte wichtiger als abwechslungsreiche Action ist, der sollte Kane & Lynch 2 nicht ignorieren. Allein schon wegen der abgedrehten Optik ist der Titel einen Blick wert. Allerdings sind die Mängel im Gameplay nicht wegzudiskutieren. Angesichts von Mafia 2 wird das Spiel – wie auch seine Protagonisten – ein Underdog bleiben.
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stimmt,solche Optik sieht man sonst nur auf der PS1
Für einen Neupreistitel…
stimmt,solche Optik sieht man sonst nur auf der PS1