Halo 3: ODST im Test: Vermeintliche Entscheidungsfreiheit

Test David Martin

Halo 3: ODST im Test: Was taugt das neue Abenteuer im Halo-Universum wirklich? Rechtfertigt die kurze, aber actionreiche Singleplayer-Kampagne den Preis? Dies und mehr in unserer Review zum neuen Halo-Game!

Halo 3 ODST: Vermeintliche Entscheidungsfreiheit
Nachdem wir der Allianz vorerst Einhalt gebieten konnten und etwas Ruhe in die aufgebrachte, von Adrenalin geschwängerte Stadt einzog, erklärte uns eine Lady, natürlich über Funk, wie wir denn unsere High-Tech-Ausrüstung bestmöglich einsetzen. Eine große Rolle im gesamten Abenteuer spielt nämlich die VISR-Datenbank (eine Art PDA). Diese lässt sich mittels des Select-Knopfes auswählen und verschafft uns Überblicke zu Missionskarten, Wegpunkten und Missionsziele. Das Menü hätte man gern entschlacken und aufräumen können - die vielen Informationen erdrückten uns förmlich. Ebenfalls verfügt der Held über ein Nachtsichtgerät (neu in Halo!), das sogar zwischen Freund und Feind unterscheidet und ihnen dementsprechend grüne oder rote Konturen verpasst. Prima, denn das Nachtsichtgerät erweist sich vor allem in dunklen Passagen als äußerst hilfreich.

Einige der Gebäude schauen pompös aus... Quelle: Microsoft Einige der Gebäude schauen pompös aus...

Ebenfalls neu in Halo 3: ODST ist der von Entwickler Bungie gegangene Schritt, weniger auf Linearität zu setzen, sondern vielmehr den Spieler entscheiden zu lassen, welche Missionen er zuerst absolvieren will. Das ist zwar ganz nett, allerdings lotste uns das VISR-System stets automatisch zum nächsten Missionspunkt. Wieso also sollten wir uns umentscheiden und Wegpunkte so setzen, wie wir es gern hätten?

Saving Private Ryan - Halo-Style
Oh, wie hätte es anders sein können: Unser erster Auftrag besteht darin, einen verschollenen Soldaten zu finden. Dank des im oberen Bildschirm eingeblendeten Kompasses fassen wir das vorgegebene Ziel schnell ins Auge, bewegen uns flink, um es schließlich rasch zu erreichen. Doch nichts da, Kick-and-Rush steht bei Halo 3: ODST keineswegs an der Tagesordnung. Denn: Im Gegensatz zum Master Chief verfügen die ODSTs nicht über die übermenschlichen Reflexe oder Erweiterungen wie Energieschilde. Halo 3: ODST schreit buchstäblich nach taktischer Vorgehensweise. Blindes Ballern führt nicht zwingend zum Erfolg, vor allem dann nicht, wenn sich riesige Gegnerhorden auftun.

...manche schauen aber auch recht einfalls los aus. Quelle: Bungie ...manche schauen aber auch recht einfalls los aus.

Stattdessen gilt es mehr auf die Deckung zu achten und generell überlegter voranzugehen. Aber keine Sorge, ODST ist nicht zu einem Schleich-Shooter verkommen. Dennoch ist reichlich Ausdauer gefragt, vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden. Schon "Normal" setzte uns vor die eine oder andere harte Nuss. Die Künstliche Intelligenz der Gegner funktioniert auch in Halo 3: ODST blendend.

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