Wie steht's mit dem Gameplay?
Die Spielmodi lassen kaum Wünsche offen, beinahe alles, was der Fußballfan begehrt, ist von EAs Vollprofis im Spiel untergebracht. Doch was nutzen all die netten Features, sollte es bei der eigentlichen Spielmechanik haken? Hier können wir Entwarnung geben. Wer den sehr gut spielbaren Vorgänger kennt, weiß ziemlich genau, was ihn erwartet - Spielmechanik und Engine wurden nämlich größtenteils komplett übernommen. So wurde das Augenmerk auf den Simulationsanteil gelegt. Dadurch gestaltet sich das Spiel anspruchsvoller und Aktionen wie Ballannahme und Dribblings gehen nicht mehr so einfach von der Hand wie noch vor ein paar Jahren. Mit dabei ist auch wieder die "Off the Ball"-Steuerung, mit der man Mitspieler für Zuckerpässe in Position bringen kann. Eine entscheidende Neuerung wurde dem 2005er-FIFA dennoch vergönnt, zur Freude aller Fans: Die brandneue "First Touch"-Kontrolle erweist sich als echter Spielspaß-Multiplikator. War im Vorgänger die Ballannahme eine echte Geduldsprobe, wurde im aktuellen Teil extrem an dem Aspekt einer schnellen und cleveren Ballbehandlung bei der Annahme gearbeitet. Dadurch wird das Spiel schneller und unkomplizierter, Frustmomente werden eliminiert. Zusätzlich positiv fällt auf, dass die Durchführung der "First Touch"-Kontrolle per C-Stick ein Kinderspiel ist. Im Gegensatz dazu bleibt die "Off the Ball"-Steuerung, obwohl leicht vereinfacht, in der Praxis schwer umsetzbar, sodass im Eifer eines Matches diese Aktion ohne Training nicht problemlos ausgeführt werden kann. Die Freistoß-Mechanik zeigt sich ebenso dezent verbessert, trotzdem landen nicht alle Freistöße bei korrekter Einstellung im Tor. Allerdings würden sich viele FIFA-Zocker über eine Vereinfachung dieses Features freuen. Das klappt bei anderen Fußballsimulationen, zum Beispiel Konamis Pro Evolution Soccer-Reihe, besser. Nichtsdestotrotz macht das Spiel dank der kleinen, aber feinen Änderungen einen runderen Eindruck als der Vorgänger, da fällt auch die erneut verbesserte Gegner-KI (und eigenen Mannschaftskameraden) positiv ins Gewicht. Einen Rüffel kassiert EA für das Memory-Card-Ma-nage-ment: Eine 256-Block-Karte belegt FIFA Football 2005 ohne Probleme und der Durchschnittszocker dürfte im-mer noch eine 59-Block-Memory-Card sein Eigen nennen. Trotzdem macht das Update mehr Spaß als der Vorgänger, was zum großen Teil den umfangreichen Lizenzen angerechnet werden muss. Es bringt einfach mehr Laune, den Stürmer seines Lieblingsvereins mit einem Steilpass Richtung Tor zu schicken als einen unbekannten Fußballstar. Obwohl FIFA Football 2005 das beste GameCube-Fußballspiel ist, sollten sich nur Zocker, die bisher keinen FIFA-Titel besitzen, sowie updatesüchtige Cube-only-Besitzer den Kauf überlegen, da sich die Änderungen zum Vorgänger in Grenzen halten. Multi-Konsoleros sollten sich überlegen, ob Pro Evolution Soccer die bessere Alternative ist.
