Sid Meier's Civilization: Revolution

Test Horst Heindl

Vergleicht man Spielesucht mit Drogenabhängigkeit, dann entspräche wohl der Monitor der Nadel und Spiele wie Sid Meier's Civilization: Revolu­tion der Droge. Schon nach wenigen Minuten Spielzeit stellt sich dieses unerklärliche "Muss-nur-noch-diese-eine-Runde-beenden"-Symptom ein. Daran ändert auch die radikale Entschlackungskur nichts, die Entwickler Firaxis Games dem ersten Rundenstrategiespiel auf der Xbox 360 überhaupt verpasst hat.

Schrumpfkur
Schon die nackten Zahlen verdeutlichen den geringeren Umfang des Titels im Vergleich zum letzten PC-Vorgänger Civilization 4. Dieses bietet stolze 86 erforschbare Technologien, während es in Revolution gerade einmal 46 sind. Das neue Civilization ist kriegerischer als die Vorgänger. Auf dem Bild sieht man die neue Rückzugs-Option. Das neue Civilization ist kriegerischer als die Vorgänger. Auf dem Bild sieht man die neue Rückzugs-Option. Geschockte Fans dürfen jetzt aber trotzdem weiterlesen, denn die positive Konsequenz ist ganz einfach, dass eine Partie - sowohl gegen die KI als auch gegen menschliche Gegner - statt 20 Stunden nur noch vier bis fünf Stunden dauert und dabei genauso viel Spaß bereitet wie in der PC-Reihe.

Es wurden aber nicht nur Umfang und Produktions- sowie Forschungszeiten gestrafft, sondern auch einige Konzepte neu definiert. So gab es in bisher jedem Civilization bestimmte Gebäude, die negative Auswirkungen hatten. In einem Atomkraftwerk etwa konnte es zu einer Kernschmelze kommen. In Revolution dagegen ist (fast) alles gut. Keine Umweltzerstörung, keine Jede der 16 Nationen bietet wieder spezifische Vor- und Nachteile. Jede der 16 Nationen bietet wieder spezifische Vor- und Nachteile. schmelzenden Polkappen oder dergleichen beeinträchtigen mehr die Wirtschaft, lediglich bestimmte Regierungsformen bieten noch Nachteile.

Neu ist auch die "Sprachausgabe", welche zwar aus sinnlosem, aber witzigem Kauderwelsch besteht. Erstaunlich: Das Gebrabbel aller 16 Herrscher, von den Zulu bis zur feschen englischen Queen Elizabeth, klingt irgendwie entsprechend ihrer Herkunft. Otto von Bismarck hört sich ungefähr so an: "Stellensen guten weiter". Da werden alte Stereotype bedient.

Detailverbesserungen
Sinnvolle Details kamen auch hinzu. Kampfeinheiten werden neuerdings nach drei Siegen mit Upgrades belohnt. So erhalten diese beispielsweise einen weiteren Zug oder einen erhöhten Stadtangriffswert. Greift ihr als Erster an, dürft ihr die Einheiten sogar aus dem Kampf zurückziehen, falls ihr merkt, dass der Feind stärker ist als eure Kampftruppe. Ähnlich wie in Civilization 3 könnt ihr drei Einheiten zu einer Armee zusammenschließen, wodurch sich Unter dem Atompilz der einzigen Atomrakete im Spiel wird jede Stadt außer einer Hauptstadt vollständig vernichtet. Unter dem Atompilz der einzigen Atomrakete im Spiel wird jede Stadt außer einer Hauptstadt vollständig vernichtet. die jeweiligen Angriffswerte verdreifachen. Das funktioniert aber lediglich mit Einheiten desselben Typs. Die Armee verhält sich dann wie eine einzelne Einheit.

Der Rest des Spiels versprüht das originale Civ-Feeling. Städte werden gegründet und ausgebaut. Kampfeinheiten verteidigen selbige oder werden gen Feind geschickt. Spione infiltrieren feindliche Städte und Wunder verbessern Wirtschafts- oder Wissenschaftsleistung. Anhand des Forschungsbaums plant ihr den langfristigen technologischen Fortschritt, während ihr immer wieder mit neuen Kriegen auf die aggressiven Gegner reagieren müsst. Kurzum: Fans fühlen sich sofort zu Hause und Neueinsteiger werden mit schnellen Erfolgserlebnissen gelockt.

Blasphemie
Sid Meier ist Gott und die Zivilopädie die Bibel. Leise Kritik muss sich der Altmeister der Rundenstrategie trotzdem gefallen lassen. Die vielen kurzen Mit dem linken Ministick werden Einheiten bewegt. Bei größeren Strecken zoomt die Karte heraus. Mit dem linken Ministick werden Einheiten bewegt. Bei größeren Strecken zoomt die Karte heraus. Ruckler beim Durchblättern der Zivilopädie (Wissensdatenbank im Spiel) nerven auf Dauer und erschweren das schnelle Nachschlagen. Auch hätten sich die Macher für die Siegvarianten Wirtschafts-, Kultur-, und Herrschaftssieg einen ebenso schmucken Abspann ausdenken können wie beim Technologiesieg. Während dieser mit der netten Animation eines gewaltigen Kolonieschiffs aufwartet, erscheint bei den drei übrigen Varianten eine schlichte Anzeige, dass man gewonnen habe. Halleluja. Wirklich schlimm ist das alles jedoch nicht. Civilization: Revolution fügt sich hervorragend in die Konsolenwelt ein.

Wertung zu Civilization Revolution (X360)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Erzeugt den alten SuchtfaktorTadellose SteuerungAufgebohrter Mehrspielerpart
Gelegentliche RucklerDiplomatiepart sehr flach
Fazit

Einsteigerfreundliches Civilization mit dem
gleichen Suchtfaktor wie die Vorgänger.

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