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Weit spektakulärer sind die Nahkampfsequenzen: Gelegentlich werden Sie überraschend von einem Gegner attackiert und können dann nicht auf die Feuerkraft Ihrer Waffe zurückgreifen. Dann müssen Sie zum Beispiel abwechselnd R1 und L1 drücken, um den Angreifer erst mal loszuwerden, bevor Sie ihm mit einem Druck auf einen eingeblendeten Button den Rest geben. Diese Nahkämpfe kommen in den unterschiedlichsten Variationen vor und sind immer sehr spektakulär inszeniert. Einmal kämpfen Sie auf einem Gerüst in luftiger Höhe und müssen sich zuerst von Ihrem Angreifer befreien, bevor Sie ihn geschickt nach unten befördern. Doch versucht dieser, Sie mit in die Tiefe zu reißen, was damit endet, dass Sie am Gerüst baumeln und sich mühsam wieder nach oben ziehen müssen.
Freieres Gameplay
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Der Preis, den die Entwickler bereits in Big Red One für die genial inszenierte Action zahlen mussten, war ein sehr linearer Spielverlauf. Der Spieler hatte nie die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, sondern musste sich stets an den vorgegebenen Weg halten. Dies ändert sich im dritten Teil - wenn auch nur geringfügig. Zum Beispiel können Sie es sich an mehreren Stellen aussuchen, ob Sie Ihre Feinde von der Flanke aus oder direkt attackieren wollen.
Zudem haben Sie oft die Möglichkeit, an vorderster Front zu kämpfen oder sich hinter Ihre Kameraden zurückfallen zu lassen, damit diese erst einmal die Gegend grob säubern, bevor Sie nachrücken und sich um die übrig gebliebenen Feinde kümmern. Doch auch wenn Sie so weniger Gefahr laufen, das Zeitliche zu segnen, macht es natürlich weit mehr Spaß, sich mitten ins Kampfgetümmel zu stürzen, wo Ihnen die Kugeln nur so um die Ohren fliegen.
Apropos Sterben: Sie verfügen diesmal über keine Anzeige für Lebensenergie - lediglich wenn er zu viele Treffer in Folge einsteckt, beißt Ihr Soldat ins Gras. Insgesamt ist den Jungs von Treyarch der Spagat zwischen spielerischer Freiheit und cineastischer Inszenierung ansatzweise gelungen - man hat zumindest nicht mehr so sehr den Eindruck, dass jeder Schritt vorgegeben ist.
Der schmale Grat
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Die Grafik von Call of Duty 3 treibt die PlayStation 2 häufig an ihre Leistungsgrenze und überschreitet diese auch nicht selten, was sich dann im Einbruch der Framerate und gelegentlichen Rucklern äußert. Dies gibt Grafikfetischisten - ebenso wie die gelegentlich verwaschenen Texturen - Grund zur Kritik, doch in Anbetracht der gebotenen Action und der immer noch sehr guten Spielbarkeit kann dies leicht verkraftet werden.
Es sieht einfach atemberaubend aus, wenn sich eine Vielzahl von Soldaten auf den Schlachtfeldern bewegt und überall Explosionen oder weitere geskriptete Ereignisse stattfinden. Besonders die Physik-Engine mit der gelegentlich sogar zerstörbaren Umgebung und den durch die Luft wirbelnden Gegnern hat großes Lob verdient. Die KI der Gegner und Kameraden hingegen ist nicht wirklich konstant: manchmal verhalten diese sich clever, ein anderes Mal setzt die künstliche Intelligenz voll aus, wenn sich zum Beispiel zwei Soldaten gegenüberstehen und sich nicht entscheiden können, ob sie nun schießen oder mit dem Gewehrkolben zuschlagen sollen.
Dafür lassen die Entwickler im Hinblick auf den Sound nichts anbrennen. Ob Waffen- oder Explosionsgeräusche, die Effekte sind einfach hervorragend und werden wunderbar von der orchestralen Musik abgerundet. Auch die Sprachausgabe mit den verschiedenen Akzenten und den Schreien ist sehr gut gelungen, selbst wenn sich einige Sprüche auf Dauer doch schon relativ oft wiederholen.
Den im Vergleich zu Big Red One aufgebohrten Mehrspieler-Modus konnten wir zum Zeitpunkt unseres Tests aufgrund noch fehlender Server leider nicht anspielen - Infos dazu werden wir hier im nächsten Monat veröffentlichen.
Zusammenfassend kann man Call of Duty 3 trotz technischer Schwächen als den Höhepunkt der Serie bezeichnen. Die Action ist sehr spektakulär in Szene gesetzt, die Atmosphäre ist nahezu perfekt und dank der aufgemotzten Fahrabschnitte und den neuen Features mangelt es dem dritten Teil wahrlich nicht an Abwechslung.
