Lesertest des Monats: Hotel Dusk: Room 215 für den Nintendo DS

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Wir küren den VGZ-Lesertest des Monats Februar!

Lesertest des Monats - Februar 2009

Lesertest des Monats: Hotel Dusk: Room 215 für den Nintendo DS

Hotel Dusk: Room 215

Ein düsterer, mysteriöser, roher, schroffer Ex-Cop mit einer dunklen Vergangenheit, dazu ein geheimnisvolles Hotel. Ein Point & Click Adventure des Entwicklerstudios Cling, die vor diesem Titel "Another Code" veröffentlicht haben. Der Vorgänger war ein Erfolg, aber für viele Spieler einfach zu kurz mit nur knapp sechs Stunden Spielzeit. Das soll mithilfe von "Hotel Dusk" der Vergangenheit angehören. Stimmt dieses? Und noch wichtiger: Reicht der Inhalt für eine außergewöhnliche, mitreißende Geschichte aus oder verpufft die Spannung nach kurzer Zeit?

Ein Vertreter mit Ecken und Kanten

Wer glaubt, dass alle Menschen an Weihnachten in die Kirche gehen, mit der Familie unter dem Weihnachtsbaum sitzen und sich über ihre Geschenke freuen, hat sich geirrt. Kyle Hyde hingegen bezieht am 24. Dezember 1979 das Zimmer 215 im Hotel Dusk, ein heruntergekommene Herberge im Nirgendwo. Nicht nur das Zimmer 215, das angebliche tiefste Wünsche erfüllen soll, sondern auch Kyle Hyde selbst ist mysteriös. Drei Jahre zuvor hat er noch in New York als angesehener Polizist gearbeitet, von Verbrechern gefürchtet, von den Kollegen geschätzt. Doch sein damaliger Freund und Partner Brian Bradley hat sich zur kriminellen Seite bekehren lassen und so wurde es unvermeidbar, dass Kyle Hyde ihn bei einem Schusswechsel erschießen musste.

Bradley stürzte daraufhin in den Hudson River, aber seine Leiche wurde nie gefunden. Kyle hat Zweifel an Bradleys Tod, trotzdem wurde der Fall zu den Akten gelegt. So quittierte er seinen polizeilichen Dienst und arbeitet nun als "Red Crowne" Vertreter, der zu viel Alkohol trinkt, um die Vergangenheit zu vergessen. Doch in diesem Hotel holt ihn nicht nur die Vergangenheit ein, sondern auch andere unerklärliche Geheimnisse wollen gelüftet werden. Resultat: Harte Tage anstelle von einem friedlichen Weihnachtsfest.

Lesertest des Monats: Hotel Dusk: Room 215 für den Nintendo DS Quelle: Cing

Lust auf ein nettes Buch?

Nicht nur die spannende Geschichte macht Hotel Dusk zu einem kleinen Highlight: Während des Spielens hält man den Handheld wie ein Buch. Dies ist auch sehr passend und repräsentiert gut das Spiel, da es sehr textlastig ist. Es gibt unzählige detaillierte Gespräche, manche weniger, manche umso spannender. Da der Text sehr langsam auf dem Bildschirm erscheint und sich nicht beschleunigen lässt, werden manch ungeduldige Gemüter den DS in die Ecke pfeffern wollen. Doch Geduld ist eine Tugend, die auch am Anfang des Spieles sehr gefragt ist. Nur schleppend geht es voran, erst nach ein paar Stunden wird man von der Geschichte gepackt und schließlich süchtig. Es zahlt sich also aus, dranzubleiben und die Nerven zu behalten.

Schönheitsfehler

Gesteuert wird mit dem Touchpen, den ihr auf dem rechten (für Linkshänder auf dem linken) Bildschirm auf einer kleinen Karte führt. Dieses funktioniert ohne Probleme, doch die Karte hat ein Manko: Es wurde ohne Detailliebe verarbeitet. Genauso wie die 3 D - Umgebung, die dann auf dem entgegengesetzten Bildschirm erscheint. Sie ist pixelig und verschwommen. Erst bei genauerem Hinsehen kann man wichtige Details erahnen. Dies ist grundlegend für das Spiel: Hinweise und Gegenstände sammeln, Rätsel lösen und damit die Geschichte vorantreiben. Somit ist die pixelige Umgebung sehr ärgerlich, wenn man nicht sofort alles erkennen kann und wichtige Hinweise versäumt.

Dagegen wurden die 2D Animationen sehr detailreich verarbeitet. Diese erscheinen bei Dialogen mit anderen Charakteren. Die Personen stehen sich quasi gegenüber, jeder hat einen Platz auf einem Bildschirm. Das Design ist dabei sehr auffallend: Die animierten Figuren sind in einem Schwarz-Weiß-Bleistift-Stil "gezeichnet", sie wirken dadurch unreal, fast wie Geister, was die Stimmung des Spieles noch einmal gut einfängt.

Lesertest des Monats: Hotel Dusk: Room 215 für den Nintendo DS

Und wo bleiben die Rätsel?

Die Frage habe ich mir auch gestellt. Die Entwickler haben anscheinend großen Wert auf einen Art "interaktiven Kriminalroman" gelegt, als dass der Spieler selbst aktiv wird. Es soll nicht heißen, dass keine Rätsel vorhanden sind, aber ein paar mehr hätten dem Spiel schon gut getan. Denn die 20 Stunden Spielzeit sind mit knapp 15 Stunden Dialogen belegt. Bei denen muss auch gut aufgepasst werden, denn ansonsten könnte es zu einem "Game Over" kommen und ihr müsst von vorne anfangen. Aber keine Sorge, ihr habt drei Spielstände, die ihr zum ständigen speichern missbrauchen könnt. Also selbst Anfänger können sich auf das Spiel stürzen, ohne gleich verzweifeln zu müssen, weil sie gleich "Game Over" gehen.

Meinung

Eine spannende Geschichte, die einem nach und nach den Atem raubt. Ich wollte wissen, was passiert und sofort das ganze Spiel durchspielen, egal wie lange es dauert. Es ist einfach spannend und süchtig machend. Dieser 70-er Jahre Flair und der markante Charakter des Kyle Hydes sind Besonderheiten des Spieles, das es liebenswert macht. Es gibt zwar kleine Mankos, die ich im Test schon erläutert habe, aber das größte ist leider: Es gibt keinen Wiederspielwert. Trotzdem kann man diese positiven Eindrücke nicht mehr wettmachen. Deshalb kann ich diesen Titel allen Nintendo DS Besitzern wärmsten empfehlen.

(a-normal-disaster)

Meinungen sind bekanntlich verschieden - deshalb könnt ihr unter nachfolgendem Link den Lesertest sowie das Spiel, über das geschrieben wurde, natürlich auch bewerten. War der Leser-Test sehr hilfreich, passabel oder gar irreführend? Hat das Spiel eurer Meinung nach eine ganz andere Bewertung verdient? Entscheidet selbst und diskutiert mit!

Link: Zum Lesertest

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