Ey Mann, wo is' mein Auto?
Grand Theft Auto ist klasse, doch wenn es etwas gibt, das bei jedem Teil immer wieder stört, dann sind es die "verschwindenden" Autos. Einmal um die Ecke gelaufen und schon ist der geliebte Blechhaufen nicht mehr dort, wo man ihn gerade noch abgestellt hat. Diese Macke ist offenbar auch den Entwicklern von Luxoflux aufgefallen und erfreulicherweise kam uns während des gesamten Tests kein einziges Fahrzeug abhanden.
Ebenfalls eine wahre Wohltat: Wer keine Lust hat, durch halb Manhattan zu gurken, um zum nächsten Einsatzort zu gelangen, betritt die U-Bahn oder schnappt sich ein Taxi. Beide Varianten klappen hervorragend, sparen Zeit und kosten nicht die Welt. Wer lieber mit dem eigenen Wagen durch die Straßen rasen will, wird sich über den nun auf der Karte setzbaren Wegpunkt freuen, der die Navigation erleichtert - ein Feature, das Genrefans schon in GTA San Andreas schätzen gelernt haben.
Dies ist jedoch nicht die einzige von der Konkurrenz inspirierte Neuerung. Endlich gibt es in der Stadt mehr Nebenbeschäftigungen. Wer nur dem Hauptstory-strang folgt, hat nach zehn bis zwölf Stunden zwar die wichtigsten Missionen gesehen, doch noch eine Menge zu tun. Drei Informanten halten weitere Jobs bereit, illegale Autorennen und Prügeleien sind zu absolvieren und dank der Kooperation mit Sportartikel-Hersteller Puma darf man sich auf die Suche nach zehn versteckten Paar Sneakers machen.
Um die magischen 100 Prozent zu erreichen, gilt es zudem, ganz Manhattan von Verbrechen zu befreien. Dazu wurde die Halbinsel von den Entwicklern in kleine Bereiche aufgeteilt, die grün eingefärbt werden, sobald man eine ausreichende Anzahl an zufällig auftretenden Verbrechen aufgeklärt hat. Es gibt also eine ganze Menge zu tun, bis man wirklich alles gesehen hat.
Die Abrechnung
Klingt doch eigentlich alles nach dem erhofften GTA-Killer - doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Ein Spiel ist eben mehr als die Summe seiner Teile und auch wenn True Crime: New York City viele starke Pluspunkte verbuchen kann, sind einige Kritikpunkte nicht wegzudiskutieren. Beispielsweise ist die ruckelige Darstellung hart an der Grenze des Erträglichen und einige Detailmängel trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck.
Sei es die fehlende freie Kamera bei Autofahrten, die etwas träge Steuerung oder die zahlreichen kleineren Bugs: Unterm Strich schafft es auch das zweite True Crime nicht, dem großen Konkurrenten gefährlich zu werden. Daran ist nicht zuletzt der geringere Umfang schuld, denn wenn in New York City der Showdown beginnt, hat man in San Andreas noch nicht einmal die zweite Stadt zu Gesicht bekommen.
Dies ändert aber nichts am Spaß, den die Missionen machen. Wem San Andreas zu groß und zu unübersichtlich war, der sollte schon mal das Ticket nach New York buchen und sich auf spannende Action einstellen. Die deutsche Version wurde übrigens hinsichtlich der Gewaltdarstellung etwas entschärft, dennoch ist das Spiel nichts für jüngere Zocker!
