The Twilight Zone
Aber in Silent Hill Origins wird nicht nur gemetzelt. Nach dem nahezu rätsellosen vierten Teil ist nun auch wieder reichlich Hirnschmalz gefordert. So betätigen wir uns als Medizinstudent und setzen Plastikorgane in eine Übungspuppe ein oder experimentieren unbefangen mit den Druckventilen einer eisernen Lunge herum, um an einen dringend benötigten Schlüssel heranzukommen. Später sind sogar Kenntnisse in Mathematik (Dreisatz) und Haushalt (Waschmaschine) vonnöten.
Um an Schlüsselobjekte und in bestimmte Räume zu kommen, ist oft ein Wechsel von der "normalen" in die "böse" Welt nötig. Dieser Dimensionswechsel geschieht nun aber nicht mehr automatisch, sondern über Spiegel, die auf Toiletten, in Badezimmern oder Umkleiden zu finden sind. Ein Tastendruck genügt, und schon tritt Travis hinüber auf die andere Seite.
Operation gelungen
Mittels des umstrittenen PSP-Analogsticks lässt sich Travis überraschend gut durch die beklemmenden Locations von Silent Hill dirigieren. Die Kamera macht hierbei über weite Strecken einen ausgezeichneten Job und ist stets um Übersicht bemüht, wenngleich auch manch plötzlicher Perspektivenwechsel für Orientierungslosigkeit und einen hektischen Blick auf die Karte sorgt. Das altbekannte Radiorauschen bei sich annähernden Gegnern trägt genauso zur bedrohlichen Atmosphäre bei wie der mal wunderschöne, mal absolut nervenzerfetzuende Soundtrack von Akira Yamaoka.
Visuell wird das Spektakel erneut von allerlei Grießelfiltern und Störeffekten dominiert, die sich über die schauderhaften Bilder legen. Nichtsdestotrotz erkennt man in der Umgebung massig Feinheiten und Details. Auch an Texturen und Charaktermodellen gibt es nichts zu mäkeln. Für PSP-Verhältnisse absolut herausragend sind die wie Speck glänzenden Kreaturen und der Echtzeit-Licht- bzw. Schattenwurf, den Travis‘Taschenlampe verursacht.
