Shadowrun

Test

Shadowrun Haben Sie ein paar Dollar verdient, sollten Sie diese schleunigst wieder investieren, denn nur wenn Sie für alle Situationen gerüstet sind, sind Sie auf Dauer erfolgreich. Neben einem reichhaltigen, aber unspektakulären Waffenarsenal helfen Ihnen in erster Linie sogenannte Magie- und Tech-Fertigkeiten, mit deren Hilfe Sie unter anderem kurzzeitig fliegen, durch Wände sehen oder bestimmte Attribute erhöhen können. Besonders hilfreich ist im Gefecht vor allem die Magie Wiederbeleben, mit der, wie der Name schon andeutet, gefallene Mitstreiter aus dem Reich der Toten zurückgeholt werden dürfen. Aber wie alles in Shadowrun hat auch diese Fähigkeit eine Schattenseite. Segnet der Wiederbeleber kurz danach das Zeitliche, verblutet der Reinkarnierte ganz langsam. In diesem Fall geht die Runde ohne ihn zu Ende. Neben dem Unverwundbarkeitszauber Rauch, dem Windstoß, Teleportieren und dem Baum des Lebens, der Ihre Lebensenergie regeneriert, dürfte sich vor allem die Beschwörung eines riesigen Kolosses großer Beliebtheit freuen. Der aus reiner Magie bestehende Helfer kann entweder ein Gebiet bewachen oder sich an die Fersen eines lästigen Gegenspielers heften. In beiden Fällen macht Ihr Kamerad kurzen Prozess, wenn er den Gegner zwischen seinen Pranken hat.

Sie sehen, Ihnen stehen jede Menge Möglichkeiten offen. Leider können Sie diese trotz aller Kohle nicht auf einmal einsetzen. Ihr Interface ermöglicht maximal drei gleichzeitig ausgerüstete Fertigkeiten. Ein Austausch ist zwar jederzeit über ein Menü möglich, kann aber lebensgefährlich sein, denn das Spiel wird hierbei nicht pausiert und läuft weiter. Daher sollten Sie sich von Anfang an im Klaren sein, wie Sie Ihre Slots bestücken möchten, gerade im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Ihren Teamkameraden.

Absprachen sind dabei der entscheidende Schlüssel. Leider geben Ihnen Ihre Bots keine Antwort, daher ist es jetzt an der Zeit, Ihre ersten Runden gegen richtige Mitspieler zu bestreiten. Endlich, denn spätestens an diesem Punkt werden die Matches gegen Bots wirklich langweilig. Nicht nur eingefleischte Action-Experten werden jetzt eine Enttäuschung erleben. Das Kartenarsenal beschränkt sich auf zwölf Maps, wovon drei kleine Ausschnitte vorhandener Arenen sind. Das ist gegenüber allen Käufern von Shadowrun eine Dreistigkeit, die viel Geld für das Spiel und das dazu noch zwingend notwendige Gold-Abo ausgegeben haben. Neue Karten wird es aber auf alle Fälle noch zum Download geben - kostenpflichtig, versteht sich. Wer nun glaubt, total kreative und neue Ideen in den einzelnen Spielmodi verwirklicht zu sehen, wird erneut enttäuscht. Ganze drei Modi wurden den Shadowrun-Kämpfern spendiert: Capture The Flag, Deathmatch und eine klassische Counter-Strike-Variante. Die heißen zwar etwas anders, das ändert aber auch nichts am Umfang. Haben Sie sich mit den Kritikpunkten abgefunden, gilt es nur noch, eine Truppe zu finden, mit der Sie in den Kampf ziehen können. Ähnlich wie beim Online-Klassiker Counter-Strike schlüpfen Sie entweder in die Gestalt eines RNA-Global-Soldaten oder in die eines Guerillas der Lineage. Diese Entscheidung macht sich spielerisch nur im Modus "Überfall" bemerkbar, da hier die RNA-Soldaten Verteidiger eines Artefakts sind und die Lineage-Mitglieder diejenigen sind, die mit dem Artefakt zu entkommen versuchen.

Trotz der Mängel bietet Shadowrun, gerade wenn man ein gutes Team hat, jede Menge Spaß, auch technisch gibt es nichts zu mäkeln. Dennoch ist der erste reine Multiplayer-Shooter der Xbox-Geschichte leider nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Wertung zu Shadowrun (X360)

Wertung:

49 /10
Pro & Contra
Technisch sauberKomplexes GameplayErstklassig designte Klassen
Kein Solo-ModusGeringer Umfang
Fazit

Guter Mehrspieler-Shooter, der vor allem wegen des dürftigen Umfangs selbst Shooter-Junkies nicht vollends zufriedenstellen wird.

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