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NBA 2K21 im Test: Grandioses Gameplay trifft auf Geldgier

Während sich die Top-Teams der NBA noch Corona-bedingt durch die Playoffs schlagen, ist nun bereits mit NBA 2K21 die Basketballsimulation für die kommende Saison erschienen. In unserem Test begeisterte uns das Spiel mit tollem Gameplay, es ärgerte uns aber auch mit von frechen Mikrotransaktionen unterwanderten Spielmodi.
Christian Dörre
Quelle: PC Games

Wohl keine andere Spielereihe bietet so gutes Gameplay, zieht aber trotzdem jährlich den Unmut der Spieler auf sich wie das NBA-2K-Franchise. Die Basketballsimulation sieht stets umwerfend aus und fängt den Sport mit all seiner Athletik, Taktik und dem Spektakel hervorragend ein. Allerdings spickt Publisher 2K Games essenzielle Modi der Korbjagd auch immer gerne mit Mikrotransaktionen. Wer kein Echtgeld ausgeben will, dem steht dann ein ordentlicher und Spielspaß-mindernder Grind bevor. Besonders der letztjährige My-Team-Modus mit seiner frechen Casino-Thematik erhitzte die Gemüter. Bei NBA 2K21 stellt sich also die Frage, ob 2K Games aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Um es kurz zu machen: Nein, haben sie nicht, aber sie versuchen ihre geliebten Mikrotransaktionen wenigstens besser zu verstecken. Nun ...

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Frische Brise auf dem Court

Kommen wir aber zunächst zum Gameplay. Da die Next-Gen-Version bereits in den Startlöchern steht, braucht man selbstverständlich keinen spielerischen Quantensprung erwarten, doch Entwickler Visual Concepts hat ein paar kleine Änderungen eingefügt, die recht große Auswirkungen haben und das ohnehin kräftige Gerüst der letzten Jahre noch weiter verstärken. So wurde das Wurfsystem umgekrempelt. Mit dem Stick kann man zum Werfen nur noch nach unten drücken.

Hier muss man den Stick möglichst gerade nach unten ziehen und statt des aus den Vorgängern bekannten Timing-Balkens gibt es nun ein Echtzeit-System mit einem Zielfenster, das getroffen werden muss. Also, man muss zum richtigen Zeitpunkt den Stick oder die Shoot-Aktionstaste loslassen. Die Größe des Fensters richtet sich nach den Fähigkeiten des ballführenden Spielers, der Deckung und seiner Körperhaltung.

Die individuellen Stärken und Schwächen der Spieler wurden noch nie so gut eingefangen. Einen Anthony Davis zu verteidigen, ist echt kein Zuckerschlecken. Quelle: PC Games Die individuellen Stärken und Schwächen der Spieler wurden noch nie so gut eingefangen. Einen Anthony Davis zu verteidigen, ist echt kein Zuckerschlecken. Kenner der letzten Teile müssen sich etwas umgewöhnen und werden vor allem mit der Stick-Steuerung anfangs einige krumme Bälle werfen. Nach kurzer Zeit lernt man die neuen Würfe jedoch zu schätzen, denn man trifft nicht nur besser, sondern kann den rechten Analogstick nun auch noch für mehr Dribbling-Manöver nutzen. Drückt man den Stick nach oben, wirft man eben nicht mehr, sondern vollführt sogenannte Signature-Sizeups, also individuelle Spezialmanöver, mit denen man den Gegenspieler im Regen stehen lassen kann, und die so auch schon vom jeweiligen Spieler in der Realität eingesetzt wurden.

Überhaupt versteht es NBA 2K21 (jetzt kaufen 8,94 € ) wie kein anderes Basketballspiel zuvor, die Eigenheiten der Sportler und auch die Taktik der Teams einzufangen. Cover-Star Damian Lillard nervt einen beispielsweise mit seinem präzisen Drei-Punkte-Shooting, während Kawhi Leonard sich mit schnellen Dribbling-Manövern durch die Defense bewegt oder ein Giannis Antetokounmpo den Kontakt sucht und sich durchtankt. Dadurch spielt sich NBA 2K21 noch realistischer und abwechslungsreicher als in den Jahren zuvor. Allerdings gibt es auch immer noch ab und zu ein paar KI-Fehler, wenn sich beispielsweise Mitspieler beim Fastbreak nicht richtig positionieren oder ein KI-Team durch Rückpässe Turnover verursacht.
Das neue Wurfsystem braucht etwas Eingewöhnung, ist aber ein guter Schritt, da so der rechte Analogstick noch mehr zum Dribbeln eingesetzt werden kann. Quelle: PC Games Das neue Wurfsystem braucht etwas Eingewöhnung, ist aber ein guter Schritt, da so der rechte Analogstick noch mehr zum Dribbeln eingesetzt werden kann.

Erst kommt das Fressen, dann das Spiel

Der GM-Modus wurde leider gar nicht überarbeitet, doch allgemein gilt: Wer nur in den Standard-Modi Einzelspiele oder NBA- und WNBA-Saisons spielt, der bekommt ein hervorragendes Basketballspiel geboten. In zwei weiteren großen Modi erlaubt sich NBA 2K21 jedoch mal wieder die altbekannte Gier. In My Team ist das Casino zwar verschwunden, doch die Mechanik ist dieselbe geblieben. Wer hier nicht Echtgeld ausgibt, um neue Kartenpacks zu erhalten oder Spieler zu boosten, darf sich auf langen, harten Grind einstellen, der einem jede Freude daran nimmt, ein Dream-Team aus mehreren Generationen von NBA-Spielern zu erstellen.

In My Career führt ihr euren selbsterstellten Spieler über High School und College zu Ruhm in der NBA. Wer kein Echtgeld ausgeben will, muss jedoch grinden. Quelle: PC Games In My Career führt ihr euren selbsterstellten Spieler über High School und College zu Ruhm in der NBA.
Wer kein Echtgeld ausgeben will, muss jedoch grinden.
Das ist richtig blöd, denn die im Modus gestellten Herausforderungen und auch die Drei-gegen-Drei-Matches machen nämlich eigentlich Spaß. Bis man eben merkt, dass man nicht gerade üppig belohnt wird. Im My-Career-Modus fällt der Grind etwas geringer aus, wenn man sich weigert, nach dem Kauf des Spiels noch zusätzliches Geld auszugeben. Dennoch ist er ausgeprägter als beispielsweise noch in NBA 2K18. Man kommt zwar weiter, aber man merkt immer wieder, wie viel einfacher man es doch hätte, wenn man nur ein bisschen echtes Geld ... Nein! Pfui! Sitz, Platz und Aus! Böses 2K!

Es ist schon bemerkenswert, wie der Publisher es schafft, die Mikrotransaktionen immer wieder ins Spiel zu bringen. In diesem Fall aber eben bemerkenswert dreist. Das ist richtig schade, denn die Story im Karrieremodus ist zwar kitschig, aber auch unterhaltsam. Und seinen selbsterstellten Spieler über High School und College in die NBA zu führen, ist ja ohnehin motivierend.

Meinung und Wertung

Meinung
  • Avatar Christian Dörre Mitglied "Ein fantastisches Basketballspiel, das sich selbst mit seiner Gier sabotiert." Shitstorms sowie Review-Bombing finde ich blöd und ermüdend. Und ja, würden sich die Mikrotransaktionen für 2K nicht lohnen, würden sie sie nicht einbauen. Das System wird also genutzt. Dennoch muss man dieses an sich großartige Basketballspiel mal wieder deshalb abwerten. So viel Spaß mir die Drei-gegen-Drei-Partien in My Team auch machen, ohne MIkrotransaktionen komme ich nicht voran. Auch der nötige Grind in My Career ist etwas ermüdend, wenn ich nicht zusätzlich Kohle ausgeben will. Das nimmt mir den Spaß an diesem eigentlich unterhaltsamen Modus. Immerhin verzichten die anderen Spielmodi auf diesen Mist. Hier kann ich dann auch die großartige Gameplay-Qualität von NBA 2K21 genießen, die dank kleiner aber durchdachter Anpassungen noch höher ist als in den letzten Jahren. Die Teams und Spieler verhalten sich nun wirklich so wie man es aus der realität gewohnt ist. Dadurch ist das Spielgeschehen auch abwechslungsreicher.

NBA 2K21 (PC)

Wertung:

7.0/10

NBA 2K21 (PS4)

Wertung:

7.0/10

NBA 2K21 (XBO)

Wertung:

7.0/10
Pro & Contra
Grandiose PräsentationMehr Dribbling-MöglichkeitenEigenschaften der Spieler werden sehr gut eingefangenAbwechslungsreiches GameplayUnterhaltsame Story in My CareerSehr gute (englische) KommentatorenViele Teams aus sämtlichen NBA-Epochen
My Team funktioniert quasi nur, wenn man Echtgeld ausgibtGrind in My Career, wenn man auf Mikrotransaktionen verzichtetTeils kleinere KI-FehlerLange Ladezeiten
Bildergalerie

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