Ziel ist es dann, zusammen mit den verbliebenen, aber im Dorf verstreuten englischen Soldaten den Angriff abzuwehren und letztendlich eine wichtige Versorgungsbrücke der Deutschen zu zerstören.
Überragende Atmosphäre
Was den Entwicklern dabei ganz hervorragend gelungen ist, ist die geniale Atmosphäre während der Schlachten. Nicht nur die pure Anzahl an aktiv am Kriegsgeschehen teilnehmenden Soldaten ist beeindruckend, auch das ganze Drumherum.
Am laufenden Band schlagen neben einem Granaten ein, Häuser werden von Panzern in Schutt und Asche gelegt oder eine ganze Gruppe von Gegnern taucht dank perfekt getimtem Skript auf dem Bildschirm auf. Der Puls des Spielers bleibt dadurch während der Missionen immer auf einem konstant hohen Wert - Atempausen gibt es praktisch keine!
Grandiose Levels - aber zu kurz
Mindestens ebenso gelungen ist das Leveldesign von MoH: European Assault. Die insgesamt zwölf Missionen sind auf vier eigenständige Kampagnen aufgeteilt. Je nach Kampagne unterscheiden sich die Levels sowohl optisch als auch spielerisch deutlich voneinander.
Während man zum Beispiel vor den verschneiten Toren von Stalingrad zusammen mit der sowjetischen Armee eine deutsche Funkstellung einnehmen muss, infiltriert man im Hochofen Nordafrika geheime Bunkeranlagen der Nazis.
Neben einem Primärziel gibt es neuerdings pro Mission mehrere Sekundärziele. Welche Aufgaben man dabei erfüllen muss, wird einem allerdings vor der Mission nicht gesagt. Erst wenn man bestimmte Gebiete innerhalb der Map erreicht oder gewisse Gegner ausgeschaltet hat, bekommt man die Sekundärziele über Funk mitgeteilt.
Ihr seht, es lohnt sich also, wirklich jeden Zentimeter der Levels zu durchforschen. Wie im Extrakasten beschrieben, überzeugen beim Leveldesign auch die ständigen Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung: Bei MoH: European Assault agiert man so oft mit umherstehenden Gegenständen wie in kaum einem anderen Spiel.
So abwechslungsreich und intelligent das Leveldesign bei MoH: European Assault allerdings auch ist, der ganze Spaß ist viel zu schnell wieder vorbei. Halbwegs geübte Spieler werden bereits nach knapp fünf bis sechs Stunden die letzte Schlacht geschlagen haben und den Abspann betrachten. Selbst wenn man sämtliche Sekundärziele erfüllt und wirklich jeden Gegner ausschaltet, ist die Spielzeit einfach zu kurz.
Daran kann auch der spaßige und mit 16 Levels durchaus umfangreiche Mehrspieler-Modus nichts ändern. Die verschiedenen Spiel-Modi (Deathmatch, Capture the Flag etc.) können dabei mit maximal vier Spielern im Splitscreen gespielt werden - einen Netzwerk- oder gar Online-Modus gibt es ebenso wenig wie einen Kooperativ-Modus.
Verschwommene Optik
Was ebenfalls kritisiert werden muss, ist die Optik von MoH: European Assault. Selbst wenn man die teils unglaubliche Action auf dem Bildschirm berücksichtigt und sich vor Augen hält, dass das Geschehen stets mit 30 Bildern pro Sekunde flüssig läuft, sind einige Texturen deutlich zu niedrig aufgelöst und wirken regelrecht verwaschen. Es darf einfach nicht sein, dass man etwa einen Meter vor einem riesigen Schild steht und die Aufschrift darauf nicht mehr lesen kann!
Zu wenig Polygone
Auch mangelt es stellenweise deutlich an der Anzahl von Polygonen, wodurch viele Objekte, Personen oder Fahrzeuge viel zu kantig aussehen. Beispielsweise kann man manchmal nicht einmal mehr die Hände der Protagonisten erkennen, da sie einfach nur durch grobe Vierecke dargestellt werden! Anders sieht die Sache beim Sound aus. Nicht nur die absolut stimmige Orchesteruntermalung, auch die bombastischen Soundeffekte klingen fantastisch und tragen viel zur tollen Atmosphäre bei. Dank Dolby Pro Logic II können die Soundeffekte dabei sogar räumlich korrekt wahrgenommen werden und helfen dem Spieler bei der Orientierung auf dem Schlachtfeld.
