Lost Records: Bloom & Rage fühlt sich an wie Life is Strange und das ist gut so
Special
Wir konnten erstmals Lost Records: Bloom & Rage von den Machern von Life is Strange spielen und das Abenteuer ist mit seinem Vorbild auf Augehöhe.
Die Entwickler von Don't Nod Entertainment haben sich in ihrer über 15-jährigen Geschichte bereits an verschiedenen Spielkonzepten versucht. Seien es Action-Adventures wie Remember Me oder Rollenspiele wie Banishers: Ghosts of New Eden. Am bekanntesten ist das Studio aber bis heute vorwiegend für seine erzählerisch starken Adventures, allen voran die Life-is-Strange -Reihe. Zwar haben sich die Franzosen schon vor einigen Jahren aus der Arbeit an der dem Publisher Square Enix gehörenden Marke zurückgezogen, wirklich den Rücken gekehrt haben sie dieser Art von Spiel nicht. Mit dem kommenden Lost Records: Bloom & Rage wagen sich die Entwickler erneut an ein Adventure mit Mystery-Elementen, das schon bei seiner ersten Ankündigung bei den Game Awards 2023 gewisse Ähnlichkeiten zu Life is Strange nicht verbergen konnte. Pünktlich zur Gamescom hatten wir nun die Gelegenheit, eine kurze Vorschau-Version zu spielen.
Was geschah im Sommer 1995?
Im Zentrum der Erzählung von Lost Records: Bloom & Rage stehen vier Freundinnen. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Swann, einer introvertierten Schülerin, die nichts lieber macht, als mit ihrem Camcorder eigene Filme zu erstellen. Zusammen mit der rebellischen Nora, der führungsstarken Autumn und der willensstarken Kat erlebt Swann einen schicksalhaften Sommer im Jahre 1995. Die Freundinnen drehen Musikvideos, kommen sich bei Ausflügen in die Natur näher und entdecken unheimliche Orte, die eigenartige Mysterien bergen.
Diese Mysterien sind es dann auch, die ihrer Freundschaft ein jähes Ende bereiten. In jenem Sommer 1995 ereignet sich etwas, das die vier jungen Frauen dazu bewegt, einander zu versprechen, sich nie wiederzusehen. Doch 27 Jahre später führt sie das Schicksal wieder zusammen und zwingt sie, sich dem lang begrabenen Geheimnis zu stellen, das sie in jenem Sommer hinter sich gelassen haben. Als Spieler müssen wir in beiden Zeitlinien den mysteriösen Ereignissen, die das Leben der vier Freundinnen so nachhaltig verändert hat, auf den Grund gehen.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Zurück in den 90ern
Unsere Demo beginnt mit Swann in ihrem Zimmer, die sich trotz Regens darauf freut, in ihre Sommerferien zu starten. Im Raum können wir genretypisch mit den verschiedensten Objekten interagieren. Auf diese Weise lernen wir unsere Protagonistin und ihre Lebensumstände ein wenig näher kennen. Das Zimmer ist dabei mit einer großen Liebe zum Detail gestaltet, sodass wir auch ohne interaktive Elemente eine Idee davon bekommen, was für ein Typ Swann ist. Dabei fallen uns auch immer wieder tolle Anspielungen an den Zeitgeist ins Auge. Egal, ob Die Goonies auf VHS-Tape oder eine Floppy-Disc zur Einwahl in die frühe Form des Internets, die 90er-Jahre werden hier wieder lebendig.
Während wir uns mit Swann darauf vorbereiten rauszugehen, macht uns das Spiel auch mit der Leidenschaft des Mädchens vertraut. Ähnlich wie Max Caulfield aus Life is Strange hat auch Swann stets ihre treue Kamera dabei. Allerdings keine Polaroid-Kamera, sondern einen Camcorder. Die Schülerin träumt davon, eine Karriere als Filmschaffende zu machen und dreht daher bei jeder Gelegenheit kleine Filmchen - über ihre Katze, ihr Zimmer und mehr. Mit der Kamera lassen sich auch "Sammelgegenstände" finden, indem wir unter anderem kurze Clips von in der Welt verstreuten Vögeln und anderen Tieren einfangen.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Lasst uns reden
In der nächsten Szene unserer Demo lernen wir die komplette Clique kennen. Swann trifft die anderen Mädchen in einer Garage, die als Versteck und Proberaum dient. Nora und Autumn spielen hier auf ihren Gitarren und probieren neue Songs aus. Neben wieder zahlreich vorhandenen Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung steht hier vor allem die Interaktion zwischen den Charakteren im Vordergrund. Während wir uns umschauen und mit der Kamera Aufnahmen machen, führt die Gruppe sehr natürlich wirkende Gespräche, ohne dass wir direkt Dialoge initiieren müssen.
Dabei haben wir auch immer die Gelegenheit, per Dialogentscheidungen zu beeinflussen, wie Swann auf das Gesagte reagiert. Je nach Gesprächsverlauf sind die Optionen zeitlich begrenzt. Manchmal erscheinen aber auch erst nach einem gewissen Fortschritt der Unterhaltung neue Antwortmöglichkeiten. Wir müssen also nicht nur abwägen, was wir sagen, sondern auch, wann wir in das Gespräch einsteigen. Daraus ergibt sich eine sehr stimmige Dialogdynamik. Mit dem, was wir sagen, beeinflussen wir allem Anschein nach auch unsere Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern der Clique. Wie sich das genau auswirkt, war in unserer kurzen Demo allerdings bisher nicht abzusehen.
Bildergalerie
Atmosphäre und Stimmung
An bestimmten Stellen wechselt das Spiel in die Timeline des Jahres 2022, wo Swann und Autumn in einem Restaurant sitzen und auf die Ankunft der beiden anderen Frauen warten. Sie lassen dabei ihre Erlebnisse im ominösen Sommer von 1995 Revue passieren. So werden die Sequenzen mit den jungen Mädchen nämlich immer als Rückblenden erzählt, wo dann auch schon mal die Stimmen der älteren Versionen zu hören sind, wie sie bestimmte Szenen kommentieren.
Dass die Entwickler von Lost Records aber nicht nur detailreiche Innenräume können, erleben wir im letzten Abschnitt unserer Demo. Hier begleiten wir Swann und ihre Freunde auf eine Wandertour durch die Natur. Auf der Suche nach coolen Spots für ein Musikvideo geht es durch malerische Wälder, über verträumte Bäche, an spektakuläre Aussichten. Wie schon in den Abschnitten zuvor besticht die Grafik auch hier durch hohe Detaildichte und eine sehr gelungene Atmosphäre.
Man merkt dem Spiel an, dass es von den Machern von Life is Strange stammt. Das ist jedoch absolut nichts Schlechtes. Auch hier scheint das Zusammenspiel aus interessanten Charakteren, einem erzählerischen Mysterium und einer atmosphärischen Spielwelt bestens zu funktionieren. Dazu trägt auch der stimmungsvolle Soundtrack bei, der wie schon bei Life is Strange aus einer gelungenen Mischung aus ruhigen, eigens komponierten Stücken sowie lizenzierten Tracks besteht.
Ob die Mischung über das ganze Spiel hinweg so gut funktioniert und ob die Story hält, was die spannende Prämisse verspricht, erfahren wir Anfang 2025. Lost Records: Bloom & Rage erscheint in zwei Episoden. Die Erste wird am 18. Februar 2025 für PC, PS5 und Xbox Series S/X erscheinen. Der zweite Abschnitt folgt dann am 18. März 2025 für die gleichen Plattformen.
