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Was sollte man aus Japan mitbringen? Erkenntnisse eines Japan-Freaks

Japan-Freak Matze war in seinem Leben schon oft in seinem Lieblingsreiseland und hat für euch einen Shopping-Guide geschrieben, der verrät, was man unbedingt dort kaufen sollte. Denn während es einige Sachen auch bei uns gibt, sind andere teilweise nur vor Ort erhältlich.
Matthias Brückle
Quelle: buffed (Matthias Brückle)

Die Welt bereisen, es gehört zu den großen Freuden des Lebens. Und je weiter die Reise, desto schöner das Erlebnis - zumindest für viele Menschen mit Fernweh, die einfach genug von den eigenen Tapeten haben ... und denen langsam die Decke auf den Kopf fällt. Ich würde mich nicht automatisch dazu zählen, doch ich weiß, dass es ein Land gibt, bei dem ich aus Liebe praktisch niemals Nein sagen würde: Japan, Nippon, das Land der aufgehenden Sonne, Heimat von Final Fantasy, Dragon Ball, Pokémon, One Piece & Co. Nach mehreren Trips am anderen Ende der Welt, auf einer mir ganz besonderen Inselkette, will ich jedem helfen, der sich die Frage stellt: Was bringt man überhaupt aus Japan mit?

Und für die Beantwortung dieser Frage nenne ich jetzt nicht Kleinigkeiten, die ihr genauso für nur etwas mehr Aufpreis auch hier bekommt. Es geht um Sachen, bei denen man sich förmlich wie ein Dieb fühlt, weil man sie in Japan so günstig bekommt. Oder auch einfach Artikel, die hier so schwer zu bekommen sind, dass man sie praktisch gar nicht findet. Den Anfang machen dabei direkt Schätze der kulinarischen Art.

Bei diesen Snacks unbedingt zugreifen

Natürlich gibt's im Urlaubsalltag generell großartiges Essen in Japan - etwa das beste Sushi der Welt, großartige Ramen-Schüsseln, vegetarische Tempelküche, Kobe-Steak, tolles Streetfood wie Takoyaki und Taiyaki sowie ganz bunte Erfindungen wie Okonomiyaki. Aber zum Heimbringen finden sich geniale Snacks, hier die Highlights meiner letzten Jahre im Japan-Urlaub:

  • Kandierte Yuzu-Schalen: Die Hybrid-Citrus-Frucht findet sich nur schwer außerhalb von Japan; besondere Süßigkeiten damit noch weniger. Greift also direkt zu, wenn ihr etwa in einem Supermarkt oder Convenience Store ("Konbini", also 7/11, Lawson oder Family Mart) über das süß-bittere Gold stolpert.

Nichts für jedermann, aber auf jeden Fall einen Versuch wert: Kandierte Yuzu-Schalen! Quelle: buffed (Matthias Brückle) Nichts für jedermann, aber auf jeden Fall einen Versuch wert: Kandierte Yuzu-Schalen!

  • Zitrusfrüchte en masse: Gefühlt jede Region Japans ist stolz auf ihre eigenen Abwandlungen von Orangen, Zitronen und Mandarinen, dabei ist die Yuzu nur ein Beispiel von vielen. Schaut euch also auf jeden Fall um, wenn ihr auf Märkte geht oder regionale Shops besucht. Ob Yuzu-Sirup, getrocknete Mandarinen-Hybride oder in Schokolade getauchte "Iyokan". Letztere ist eine Zitrusfrucht, auf welche die Region Ehime stolz ist. Pure Früchte im Gegensatz zu Schokolade, Marmelade & Co. als Mitbringsel hingegen - wie Fleisch - bei Flügen ein No-Go. Diese müsst ihr vor Ort verkosten.
  • Geniale KitKat-Varianten: Wer denkt, dass er hierzulande schon KitKat gegessen hat, der muss unbedingt die Angebote von Japan probieren. Ob "Matcha" (grüner Tee, von sanft bis bitter), Sake, Himbeere, Erdbeer-Käsekuchen, Pflaumenwein, Wasabi (?!) oder auch Maronen - immer die Augen offenhalten, welche Sondereditionen gerade verfügbar sind. Das ist nämlich nicht nur vom Laden abhängig, sondern auch der Region und der Jahreszeit. Die Version mit Edelkastanie findet sich etwa außerhalb von Mega-Stores wie Don Quijote nämlich nur im Herbst.

Welches KitKat darf es sein? Klare Antwort: Ja. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Welches KitKat darf es sein? Klare Antwort: Ja.

  • All Things Grüner Tee! Japan ist seinem grünen Gold komplett verfallen, und das merkt ihr spätestens bei Süßigkeiten. Ob Baumkuchen, Schokokeks, Nüsse im Schokomantel oder auch Käsekuchen und Mikado (wie KitKat in zig Versionen) - es gibt "Grüner Tee"-Varianten. Besonders auffällig ist das übrigens, wenn ihr die Stadt Uji besucht - die Hauptstadt des Grünen Tees in Japan. Jeder Laden lockt hier mit speziellen Matcha-Süßigkeiten, die tolle Mitbringsel abgeben.
Baumkuchen mit Macha-Geschmack? Na logo. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Baumkuchen mit Macha-Geschmack? Na logo. Wenn man nur noch Grün sieht, hat man entweder zu viel Absinth getrunken oder ist in einem japanischen Laden genau richtig abgebogen. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Wenn man nur noch Grün sieht, hat man entweder zu viel Absinth getrunken oder ist in einem japanischen Laden genau richtig abgebogen.

Nach den kulinarischen Genüssen geht es mit dekorativen Sachen weiter, die ich jedem ans Herz lege, der auch nur etwas Bastelnatur mitbringt. Denn in Japan wird Handarbeit auf einem Level verehrt, das wir in Deutschland gar nicht mehr so kennen.

Japan ist das Eden für Bastler und Handarbeits-Fans

Mit seiner langen Geschichte voller Traditionen und Wertschätzung für Handarbeit in allen erdenklichen Bereichen des Lebens ist es kaum überraschend, dass die Japaner eine reiche Kultur rund ums Basteln haben. Und dabei geht es gar nicht um die Plastikkreationen, die ich später noch nenne. Stattdessen meine ich wirklich euch Bastler, euch Modellbau-Freaks, euch Fans vom Nähen, Schneiden und Stricken.

  • Weltklasse-Stoffe zu vernünftigen Preisen: Ob in Kyoto allgemein oder etwa "Nippori" in Tokyo - wer gerne Taschen, Kimonos, Kleider, Röcke und sonstige Stoffkreationen hervorzaubern will, der wird mehr als fündig. Meine Frau musste ich praktisch aus solchen Läden zerren, weil sie prachtvolle Stoffe zu Spottpreisen bekam. Hier ist wirklich nur die Größe eures Koffers entscheidend!
Hier wieder entkommen? Schwierig. Meine Frau musste ich rauszerren. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Malerische Stoffe - unsere Lieblingsfarben fallen eventuell auf. Quelle: buffed (Matthias Brückle)
  • Modellbau in allen möglichen Formen: Wollt ihr lieber etwas Dekoratives basteln, solltet ihr unbedingt in eine Filiale von "Hands" (ehemals Tokyu Hands) schauen. Dort findet ihr liebevoll gestaltete Puppenhäuser, Miniaturen und Holzbausätze. Sie setzen teilweise auf eine Hülle und Fülle an natürlichen Materialien wie Pflanzen, was ihnen eine besonders warme Optik beschert:

Echt gemütlich und super schön: Modellbausätze dieser Art findet ihr auf jeden Fall in der großen Kette Hands, früher hieß diese 'Tokyu Hands'. Ihr findet sie in vielen größeren Städten. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Echt gemütlich und super schön: Modellbausätze dieser Art findet ihr auf jeden Fall in der großen Kette Hands, früher hieß diese "Tokyu Hands". Ihr findet sie in vielen größeren Städten.

  • Malerische Papiertheater: Keine Sorgen, wir wollen keine Augsburger Puppenkiste in eurem Heim aufbauen, stattdessen sind Papiertheater dreidimensionale Bilder, die durch mehrere Ebenen räumliche Tiefe besitzen. Ihr bekommt sie zum Beispiel in Ghibli-Stores mit ikonischen Bildern aus Filmen wie Prinzessin Mononoke, Spirited Away oder auch Mein Nachbar Totoro. Es gibt sie aber auch mit Pokémon, Disney, allen erdenklichen Tieren, Animes und Marken wie Hello Kitty.
Papiertheater gibt es mit allen erdenklichen Motiven und Marken. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Papiertheater gibt es mit allen erdenklichen Motiven und Marken. Manche Papiertheater gibt's auch aus Holz - sehr edel, robust und niedlich! Quelle: buffed (Matthias Brückle) Manche Papiertheater gibt's auch aus Holz - sehr edel, robust und niedlich!

Dazu kommt natürlich der Kram, auf den viele von euch gewartet haben. Aber keine Sorge, ich hab' auch Vernünftiges im Gepäck - also im prall gefüllten Koffer. Denn Japan ist nicht nur das Land von Anime, Manga und Games, sondern bietet Jahrhunderte an Tradition rund ums Handwerk.


Der richtig geile Anime-Kram

Wer meine Liebe zu One Piece und Sammelfiguren kennt, den überrascht es kaum: Seid ihr in Japan und habt etwas übrig für Anime-Figuren, dann müsst ihr unbedingt einen Namen aufschreiben: MANDARAKE. Die landesweit agierende Marke an Gebrauchtwaren-Shops für Figuren, Cosplay, Mangas, Doujin, Antiquitäten und Gunpla ist ein Traum für Schnäppchenjäger und solche, die erstmals eine Sammlung aufbauen wollen. Abgesehen davon ist natürlich das Nerd-Mekka Akihabara in Tokyo mit unzähligen Shops generell eine gute Anlaufstelle, jedoch solltet ihr euch vor Touristenpreisen in Acht nehmen.

  • Anime-Sammelfiguren: "Moment, Matze, mein Freund und Vertrauter: Kriegen wir die Figuren nicht auch hierzulande?" Das stimmt natürlich, aber wer einmal eine brandneue Figur zu One Piece in Japan für 5,50 € gekauft hat, die erst Monate später in unseren Online-Shops für 30 € auftaucht ... der weiß, was ich meine. Auch der Akt des Stöberns ist mit Regalen an Regalen voller Ruffys, Son Gokus, Narutos & Co. ein viel größerer Spaß, zumal man oft sieht, wie die Figuren in Aktion aussehen.

Ob die neuesten Modelle oder verschollen geglaubte Sets und Schätze aus früheren Zeiten: Die fantastischen und günstigen Angebote von Mandarake in Japan suchen ihresgleichen. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Ob die neuesten Modelle oder verschollen geglaubte Sets und Schätze aus früheren Zeiten: Die fantastischen und günstigen Angebote von Mandarake in Japan suchen ihresgleichen.

  • Gunpla aka Gundam-Plastikmodelle: Wer sich komplexeren Figuren widmen möchte, die nicht nur vier zusammensteckbare Teile sind, für den ist Gunpla interessant. Die Scale-Repliken (etwa 1:144 oder 1:100) ikonischer Gundams und Mobile Suits aus Serien, Filmen, Spielen und Light Novels können sich absolut sehen lassen und dominieren manchmal ganze Stockwerke. Genau wie normale Sammelfiguren sind sie ein wahres Schnäppchen im Vergleich zu ihren Cousins in deutschen Shops. Seid aber bereit, Koffer mit viel Platz mitzubringen - die Kartons von Gunpla haben oft ein großes Volumen, auch wenn sie federleicht sind.
Gundams gibt’s auch in Deutschland, aber in Japan sind sie deutlich günstiger. Quelle: buffed (Matthias Brückle) Gundams gibt’s auch in Deutschland, aber in Japan sind sie deutlich günstiger. Der Koffer ist schnell voll - bringt eine zusammenfaltbare Sporttasche mit! Quelle: buffed (Matthias Brückle) Der Koffer ist schnell voll - bringt eine zusammenfaltbare Sporttasche mit!
  • Gacha, das beste Glücksspiel: Legendär sind natürlich die Gacha-Automaten. Für einige Hundert Yen (also wenige Euros) dreht ihr am Glücksrad dieser Apparate und erhaltet dafür eine Plastikkugel, in der eine kleine Sammelfigur, ein Schlüsselanhänger oder auch Mini-Taschen enthalten sein kann. Dabei ist den Motiven aufrichtig kein Limit gesetzt: Tiere beim Yoga, Katzen in Fischkostümen, Hot Dogs, Ramen-Schüsseln, Ampeln, Anime-Charaktere, Züge, Sushi-Repliken und, und, und erwarten euch. Dabei findet sich etwas für JEDEN, und ich meine wirklich JEDEN.

Pure Bliss: Wenn man auf Anhieb die richtige Figur zieht, ist man entsprechend happy! Quelle: buffed (Matthias Brückle) Pure Bliss: Wenn man auf Anhieb die richtige Figur zieht, ist man entsprechend happy!

  • Artbooks wie geschenkt: Ich hatte praktisch Schaum vorm Mund, als mir klar wurde, dass ich in Japan für weniger als 8 € die hochwertigen Farbdruck-Bücher zu One-Piece-Illustrationen bekommen würde. Platztechnisch habe ich es erst einmal bei Band 1 belassen. Dass Band 2 auf Amazon deutlich mehr kostet ... ist jetzt etwas frustrierend. Insofern: GREIFT ZU! Egal, ob One Piece, Bleach, Fist of the North Star, Haikyu!! oder auch Ghibli - die Artbooks lohnen sich.

Es darf auch nützlich sein

  • Stäbchen, Messer & Co.: Wer wirklich hochwertige Stäbchen haben will, um sein Sushi, Ramen & Co. hierzulande stilecht zu genießen, wird natürlich fündig. Dasselbe gilt für echt gute Messer (wobei wir in Deutschland natürlich auch gut versorgt sind).
  • Krasse Keramik: Sake-Flaschen, Soja-Schälchen, Ramen-Schüsseln, edle Teetassen und mehr - die Japaner blicken auf Jahrhunderte an Keramiktradition zurück. Insofern werdet ihr mit exzellenten und vielfältigen Designs erschlagen. Denkt bei der Rückreise an die nötige Polsterung im Koffer!

Keramik, so weit das Auge reicht. Dieser Shop am Anfang der 'Kitchen Street' in Kappabashi, Tokyo Quelle: buffed (Matthias Brückle) Keramik, so weit das Auge reicht. Dieser Shop am Anfang der "Kitchen Street" in Kappabashi, Tokyo

  • Stifte und Bürobedarf: Als Deutscher liebt man natürlich sein Faber-Castell u.Ä., aber Japaner haben auch ein gigantisches Faible für Stifte, Pinsel, Farben, Stempel, Notizbücher, Hefte und alle anderen Dinge, die in einem Künstleratelier oder Büro nicht fehlen dürfen.

Das ist natürlich nur ein BRUCHTEIL von allem, was einen Platz in euren Koffern verdient hätte. Schlussendlich spreche ich aus persönlicher Erfahrung. Andere schwärmen von Second-Hand-Läden für Klamotten. Oder holen sich Kimonos, kaufen coole Elektrogeräte oder sichern sich täuschend echte Plastik-Repliken von Speisen, auf die sonst Restaurants für ihre Schaufenster setzen. Wisst ihr schon, was ihr euch in Japan holen würdet? Wart ihr schon da und findet, dass etwas unbedingt in die Liste muss? Schreibt mir gerne in den Kommentaren!

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