Call of Duty 3

Test Sebastian Stange

BILD:N-ZONE BILD:N-ZONE Inhaltlich ist das Spiel mit den Versionen der anderen Konsolen nahezu identisch. Grafisch kommt der Titel zwar nicht über Xbox-Niveau hinaus, beeindruckt aber mit Liebe zum Detail und tollen Rauch- und Lichteffekten. Darüber hinaus läuft die Action stets flüssig. Einen genauen Vergleich zwischen Wii- und Xbox-Grafik findet ihr im Extra-Kasten. Wir jedenfalls sind vollauf zufrieden mit der Optik des Spiels, das einem ohnehin kaum Zeit lässt, die Grafik lang zu betrachten. Der Sound ist übrigens über alle Zweifel erhaben. Der Lärm der Schlacht ist laut und donnernd, die Gewehre bellen giftig und Soldaten schreien panisch. Das ist wahres Kinofeeling!

Fernbedienung im Anschlag

BILD:N-ZONE BILD:N-ZONE Der Großteil der Aufgaben wird zu Fuß bestritten und bietet spielerisch gewohnte Ego-Shooter-Kost. Doch was heißt schon "gewohnt" bei einem solch revolutionären Controller? Wir waren mehr als positiv überrascht, wie gut und eingängig sich die Geschicke der Spielfigur lenken lassen. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Kamera sehr früh beginnt, sich in die Richtung des Fadenkreuzes zu drehen, auch wenn der Bildschirmrand noch nicht erreicht ist.

Man kann sich also nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr flott durch die Levels bewegen und sich dabei sehr präzise und flüssig umsehen. Ebenfalls positiv ist der eher dezente Einsatz von Gesten, das Nunchuk wird zum Waffenwechsel oder Nachladen geschwungen und die Wii-Fernbedienung wird für einen Schlag mit dem Gewehrkolben nach vorn gestoßen. Dreht man das Handgelenk, kann man um Ecken spähen und somit geschützt aus der Deckung feuern. Einen Ego-Shooter mit Pad steuern? Können wir uns nicht mehr vorstellen.

Immer wieder mal darf an Bord eines Fahrzeugs Platz genommen werden, entweder an dessen Geschütz oder am Steuer. Ersteres bedient man wie ein Gewehr, das virtuelle Lenkrad muss man jedoch wirklich in die Hand nehmen. Beide Controllerhälften werden auf 3 und 9 Uhr gehalten und man dreht damit wie an einem echten Steuerrad. Eine nette Idee, der es aber an Genauigkeit und Komfort mangelt.

Wieso wurde hier nicht eine Steuerung a la Tony Hawk's Downhill Jam zum Vorbild genommen? Besser gefallen uns da die vielen interaktiven Momente, die den Kampf unterbrechen. Ob man um sein Gewehr ringt, Sprengladungen platziert, Kräne bedient, Boote rudert oder an Ventilen dreht, die dazu nötigen Bewegungen sind eine willkommene Auflockerung und machen wirklich Spaß!

Allein auf dem Feld

BILD:N-ZONE BILD:N-ZONE Nach etwa fünfzehn aufregenden Stunden ist das Spiel geschafft und Frankreich befreit. Doch wohin nun? Leider bleibt nur, sich in einem höheren Schwierigkeitsgrad zu versuchen, da es keinerlei Mehrspielermodi gibt. Zwar wartet in den schwierigeren Stufen ein stärker forderndes Spielerlebnis, der Verzicht auf einen Splitscreen- oder Online-Modus ist dennoch unverständlich, da das Spiel mehr als genug Potenzial dafür hat, wie die Online-Schlachten auf den anderen Konsolen eindrucksvoll beweisen.

Alles in allem schien man sich beim Wii-Debüt der Serie vor allem auf ein durchweg solides Hauptspiel konzentriert zu haben, was sich deutlich ausgezahlt hat. Die Steuerung ist derzeit die Genre-Referenz auf Wii und die Nonstop-Action treibt auch abgebrühten Konsolenveteranen den Schweiß auf die Stirn. Wer damit leben kann, nur allein zu zocken, kann mit dem Titel nicht viel falsch machen. Schließlich demonstriert er eindeutig das Potenzial Nintendos neuer Konsole. Wir freuen uns auf Teil vier!

Wertung zu Call of Duty 3 (Wii)

Wertung:

86 /10
Pro & Contra
Gelungene SteuerungGrandiose InszenierungSteuerbare Fahrzeuge
Grafisch etwas enttäuschend
Fazit

Mit Call of Duty 3 gelingt Activision der beste Ego-Shooter zum Wii-Launch. Glückwunsch!

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