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Monkey Island 2 Special Edition: LeChuck's Revenge im Test für iPhone und iPad

23.07.2010 12:43 Uhr
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Im letzten Jahr erschien überraschend die überarbeitete Version des ersten Abenteuers von Guybrush Threepwood auf Monkey Island. Die Umsetzung konnte dank liebevoller neuer Grafik überzeugen, trieb aber manche Spieler mit der fummeligen Steuerung in den Wahnsinn. Vor wenigen Wochen ist der zweite Teil, LeChuck's Revenge, erschienen. Macht es die zweite Umsetzung besser?

Im direkten Vergleich zwischen Spielgeschehen und Interface am unteren Bildschirmrand wird die leicht verschwommene Optik des neuen Designs offensichtlich. Im direkten Vergleich zwischen Spielgeschehen und Interface am unteren Bildschirmrand wird die leicht verschwommene Optik des neuen Designs offensichtlich. Wer mit PC Spielen aufgewachsen ist, kennt die Monkey Island Reihe, die vor allem mit den ersten beiden Teilen wahre Klassiker der PC Spielegeschichte erschuf. Die nachfolgenden Teile konnten leider nie an die Qualität der ersten beiden Teile heranreichen.

Erzählt wird die Geschichte von Teil 2 von Guybrush Threepwood, der Held von Monkey Island, der zu Beginn des Spiels an einem Seil in einer Höhle herabhängt, das Seil in der einen Hand, einen Schatz in der anderen. Als die Gouverneurin Elaine Marley auftaucht, erzählt Guybrush seine Geschichte, und das Spiel beginnt.

Der erste Teil von Monkey Island

So sah das Spiel vor 19 Jahren aus ... So sah das Spiel vor 19 Jahren aus ... Doch halt! Bevor wir uns zu einer Meinung zur Special Edition verleiten lassen, müssen wir die Umsetzung des ersten Teiles von Monkey Island erwähnen (den Test zur PC-Version lest Ihr bei PC Games. Diese sorgte vor allem bei langjährigen Fans für Nostalgie und wehmütige Erinnerungen. Doch sowohl auf dem PC als auch auf dem iPhone enttäuschte die Steuerung auf ganzer Linie. Auf dem PC müssen wichtige Befehle per Tastenkombination aufgerufen werden – das macht jedes andere Adventure der letzten 15 Jahre besser. Und auf dem iPhone sorgt der imitierte Mauszeiger für Knoten im Gehirn. LucasArts nennt das Trackball Cursor oder Trackpad, was nichts Anderes bedeutet, dass sich der Mauszeiger durch Wischen des Fingers auf dem Bildschirm an beliebiger Stelle bewegen lässt. Das läuft der intuitiven „dort klicken, wo was los ist“-Mechanik des iPhone-Touchscreens völlig entgegen. Und auch mit dem Patch 1.1 wurde die Steuerung in ihrer Funktionalität nur leicht verbessert, sorgt aber immer noch für frutrierte Spieler.
'..und so sieht die überarbeitete Fassung heute aus. Positiv: Die untere Aktionsleiste ist etwas kleiner und lässt so mehr Platz für das Spielgeschehen. "..und so sieht die überarbeitete Fassung heute aus. Positiv: Die untere Aktionsleiste ist etwas kleiner und lässt so mehr Platz für das Spielgeschehen.
Macht es Monkey Island 2 besser?

Manche Dialoge und Cutscenes lassen sich durch einen Pfeil rechts unten auf dem Bildschirm überspringen. Praktisch. Manche Dialoge und Cutscenes lassen sich durch einen Pfeil rechts unten auf dem Bildschirm überspringen. Praktisch. Deshalb ist es sinnvoll, bei der Besprechung des zweiten Teils sofort auf die Steuerung zu sprechen zu kommen. Und wir können Entwarnung geben: Ja, die Steuerung ist nun deutlich besser! Das Spiel lässt sich nun per direkte Eingabe steuern. Ein Klick in die Landschaft, und schon läuft Guybrush Threepwood munter los. Für sämtliche Gegenstände bedeutet ein Klick die Aktivierung der Standardaktion, sprich: Gegenstände werden betrachtet, Türen geöffnet, mit Personen geredet, und für alles andere gilt der Befehl „Gehe zu“. Übrigens: Wer mit der Trackpad-Steuerung aus Teil 1 keine Probleme hatte, der kann diese im Einstellungsmenü aktivieren.

Trotz der Verbesserungen funktioniert das Steuern der Figur nicht immer reibungslos. Auf dem iPhone sind auflösungsbedingt manche Türen, Wege oder Gegenstände so klein, dass man Sie nur schwer ansteuern kann. Dafür gibt es zwei Lösungen: Man kann zum einen seinen Finger einfach so lange auf dem Touchscreen hin und herbewegen, bis man den gewünschten Gegenstand oder Weg anklicken kann, erkenbar am Schriftzug oben am Bildschirmrand. Oder, und das ist neu, man hält zwei Finger auf dem Touchscreen gedrückt. Dann werden alle interaktiven Elemente auf dem Bildschirm angeleuchtet, so dass man keinen Pfad und keine Tür mehr übersieht. Gedacht ist diese Funktion aber eher dafür, keine für die Rätsel bedeutungsvollen Gegenstände zu übersehen. Eine prima Sache für die wenigen Spieler, die noch nie etwas von Monkey Island gehört haben.

Neuer Look, alter Inhalt

Die grafische Umsetzung ist gelungen, auch wenn manche Gegenstände wie hier etwa der Schlüssel im Maul des Hundes nur schwer zu erkennen sind. Die grafische Umsetzung ist gelungen, auch wenn manche Gegenstände wie hier etwa der Schlüssel im Maul des Hundes nur schwer zu erkennen sind. Grafisch ist die Umsetzung wirklich gelungen. Alle Gegenden und Figuren erstrahlen in neuem Glanz, ohen das Flair des Originalspiels zu verfälschen. Wer die Umsetzung mit der Originalversion vergleichen will, kann wie bereits in Teil 1 mit einem Wisch mit zwei Fingern über den Touchscreen zur Originalversion wechseln. Neu ist auch hier, dass die Sprachausgabe ebenfalls in der Originalversion genossen erden kann. Das war in Teil 1 nicht möglich, dort blieben die Figuren in der Originalfassung stumm. Das muss aber erst im Einstellungsmenü aktiviert werden.

Die Animationen der Spielfiguren sind leider sehr unterschiedlich. Während Guybruhs Threepwood, LeChuck oder Lagro LaGrande butterweich durchs Bild huschen, sind andere Figuren wie die drei Piraten auf Scabb Island oder Captain Kate auf Booty Island sehr abgehackt. Das wirkt im Spielverlauf ein bisschen störend, weil der Unterschied der Figuren untereinander doch stark auffällt. Ebenfalls nicht ganz überzeugen konnte uns die Schärfe der Texturen auf dem iPhone/iPod Touch. Während das Design, die Farben und der Look der Umsetzung fantastisch aussehen, so erscheinen einige Texturen schwammig und unscharf. Ganz im Gegensatz zum iPad, auf dem die Texturen knackig scharf sind. Schade.

Fazit

11 Disketten. So viele Datenträger musste ich damals in der Schule meinem Mitschüler geben, damit er mir Monkey Island 2 auf Amiga Disketten kopierte. Heute reicht ein Klick bei iTunes, und schon landet das überarbeitete Abenteuer auf meinem iPhone. Das Beste ist aber, dass das Spiel nichts von seiner Faszination und Qualität verloren hat, auch nicht in der überarbeiteten Fassung. Dia Dialoge sind gespickt mit Humor, die Rätsel schwanken zwischen leicht und knackig-schwer (aber immer fair!) und der Spielverlauf bleibt spannend und skurril bis zum Schluss. Die interaktive Objektmarkierung ist für manche Spieler sicherlich ein Segen. Ich hätte diese vor 19 Jahren gut gebrauchen können, als mir tagelang das Metronom auf dem Klavier in der Bar „Zur Blutigen Lippe“ auf Scabb Island entging.

Lediglich ein paar kleine Macken haben das Spielvergnügen mit der neuen Version getrübt. So hängt das Menü, das beim Drehen des iPhones durch den Beschleunigungssensor ausgelöst wird, oft auch noch nach dem Zurückdrehen des Gerätes. Außerdem vermisse ich die Audiokommentare von Ron Gilbert, Tim Schafer und Dave Grossmann sowie die Achievements, die es nicht in die iPhone Fassung geschafft haben. Das ist schade, denn Platz haben die Geräte doch genug.

Wertung: 8 von 10 Punkten

Titel: Monkey Island 2 Special Edition: LeChuck’s Revenge

Hersteller: LucasArts

Getestete Version: 1.0

Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Kompatibel: iPhone, iPod Touch, iPad. Erfordert iPhone OS 3.0 oder neuer.

Preis: 5,99 €

Monkey Island 2 Special Edition: LeChuck's Revenge bei Itunes kaufen:

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23.07.2010 12:43 Uhr
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