Train Conductor: Test der Gaming-App für iPad, iPhone und iPod Touch
Train Conductor 1
Einmal im Leben bei der Bahn arbeiten und alle Züge lenken. Das wäre was. Mit Train Conductor ist das zumindest in Pixelgrafik auf dem iPhone/iPod Touch oder iPad möglich. Doch wer glaubt, hierbei handelt es sich um ein entspanntes Spiel in Kindergrafik, der hat sich mächtig geschnitten. Schon bald entdeckt man nämlich, dass der Alltag der Lokführer purer Stress ist. Spaßiger Stress, wohlgemerkt.
Train Conductor Men
Es ist diese Art von Spiel, für dessen Beschreibung man zehnmal mehr Zeit benötigt als man braucht, um es zu kapieren. Bereits in den ersten Sekunden ist das Spielprinzip klar: Das Ziel bei Train Conductor besteht darin, die an den Seiten auftauchenden Züge auf die richtigen Schienen zu lenken. Ein Level besteht aus drei bis fünf horizontalen Schienen, die durchnummeriert sind. An den Seiten tauchen Züge auf und fahren von einer Seite zur anderen. An jedem Zug steht eine Nummer, die das Zielgleis, auf das man den Zug lenken soll, angibt. Die Züge lassen sich leicht auf die anderen Gleise schicken, indem man den Finger vom Zug ausgehend zum Zielgleis lenkt. Der Haken: Sobald sich die Züge kreuzen und ineinander rasseln, ist das Spiel beendet. Solche Crashs sind also unbedingt zu vermeiden. Zum Glück kann man einzelne Züge mit einem kurzen Tippen des Fingers anhalten. Das ist auch dringend nötig, wenn mehr Züge als Gleise unterwegs sind. Die Züge kommen unaufhaltsam von beiden Seiten, und wer zu viele Züge auf dem Gleis parkt, verbaut sich schnell die Möglichkeit, diese unfallfrei über den Bildschirm zu lenken.
Wunderbares Game-Design
Erfolgreich gelenkte Züge geben Punkte, verkehrt manövrierte hingegen geben einen Punktabzug. Für jeden erfolgreich gelenkten Zug wird zusätzlich ein Multiplikator erhöht, der die Punktzahl der weiteren Züge erhöht. Dabei funktioniert die Steuerung erstaunlich gut. Nur selten haben wir einen Zug versehentlich auf das falsche Gleis gelenkt Nach kurzer Eingewöhnung zieht man seine Finger gekonnt und leicht über den Bildschirm, ohne es zu merken. Es ist gerade diese kinderleichte Steuerung, die das Spiel so auszeichnet.
Hinzu kommen gelungene Animationen der Züge und ein insgesamt sehr ansprechendes Australien-Flair. Die Orte sind handgemalt und liebevoll gestaltet. Außerdem dudelt die Musik im Hintergrund passend, aber haarscharf am Nervfaktor vorbei. Sie können aber stattdessen jederzeit die Musik auf Ihrem iPhone/iPod nutzen.
Einen Nachschlag, bitte!
Train Conductor 4
Der Umfang ist der einzige, aber große Kritikpunkt an Train Conductor. Jeder Level soll eine Stadt in Australien darstellen. Von diesen gibt es insgesamt nur fünf. Spielt man einen Level, erhält man für erfolgreich gelenkte Züge Erfahrungspunkte. Ist der Level nach einer gewissen Zeit vorbei, ohne dass man einen Crash verursacht hat, gibt es nochmal Erfahrungspunkte obendrauf. Mit diesen schaltet man die nächsten Städte frei. Doch dazu benötigt man pro Stadt meist nicht mehr als zwei oder drei erfolgreich bestrittenen Abschnitte. So hat man alle fünf Städte nach nur einer Stunde freigeschaltet und kann diese dann nur noch besuchen, um die eigene Punktzahl zu verbessern oder alle 15 Erfolge zu erreichen. Selbstverständlich kann man sowohl Punktzahl als auch Erfolge mit anderen Spielern weltweit vergleichen. Train Conductor nutzt dazu das Online Plus + Leaderboard Programm. Wer das Spiel also von dieser Perspektive aus betrachtet, bekommt mit ein bis zwei Spielstunden wenig geboten. Dazu sei aber gesagt, dass das Spiel weiterhin viel Spaß bereitet, auch wenn man die Städte bereits erfolgreich bestritten hat. Und auch wenn es bis auf die Wasserbarrikade in der Stadt Melbourne keine weiteren Zufallselemente gibt, spielt es sich jedes Mal neu.
Es gibt jedoch noch einen Nachtmodus, so dass man mit einem zugedrückten Auge von insgesamt neun Leveln sprechen kann. Im Nachtmodus befahren Sie die bereits bekannten Städte mit dem Unterschied, dass sich nun Geisterzüge auf den Gleisen tummeln. Diese können zwar nicht ineinanderrasseln, sind aber deutlich schneller. Zudem kündigen sich manche Totenkopfzüge an, die unter allen Umständen auf das richtige Gleis gehören, ansonsten ist der Level beendet. Auch hier klimmen Sie die Städteleiter mit Erfahrungspunkten hoch, allerdings nur bis zur vierten Stadt, da die fünfte keinen Nachtmodus besitzt.
Fazit
Was habe ich mich getäuscht! Anfangs stand ich kurz vor der Enttäuschung, weil mit das Lenken der Züge zu leicht vorkam. Doch spätestens in Melbourne, wo man mit fünf Gleisen und einem Wassergraben zu kämpfen hat, hätte ich mein iPhone beinahe gegen die Wand geworfen! Seien Sie also gewarnt: Es wird gerade gegen Ende knackig schwer. Trotzdem konnte und wollte ich nicht aufhören und habe selbst jetzt, wo alle Städte freigeschaltet sind, noch eine Menge Spaß mit dem Spiel. Es strotzt an allen Ecken vor Feinschliff und Perfektion, kann aber über den geringen Spielumfang nicht hinwegtäuschen. Ein paar mehr Städte, mehr Zufallselemente oder ein interessanteres Erfahrungssystem hätten dem Spiel gut getan.
Wertung: 8 von 10 Punkten/Sternen
Titel: Train Conductor
Hersteller: The Voxel Agents
Getestete Version: 1.2.2
Sprache: Englisch
Kompatibel: iPhone, iPod Touch, iPad. Erfordert iPhone OS 2.2.1 oder höher.
Preis: 0,79 €
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