UEFA Euro 2012 im Test für PS3 und Xbox 360: Electronic Arts geht diesmal einen anderen Weg und veröffentlicht sein offizielles Spiel zur EM 2012 als Download-Content für FIFA 12. In unserem Test erfahrt ihr, ob sich der Download von UEFA Euro 2012 lohnt.
UEFA Euro 2012 für FIFA 12 im Test: Anders als das Sprichwort besagt, kommt im Bereich der Fußball-Videospiele unverhofft nicht oft. Denn meist bewegen sich Änderungen in den Bereichen Features, Technik und Vertrieb auf einem absehbaren Niveau. Umso überraschender ist es daher, dass Electronic Arts mit UEFA Euro 2012 vom Konzept der bisherigen WM- und EM-Spiele abrückt. Statt die offizielle Versoftung der EM 2012 in Polen und der Ukraine als Vollpreistitel anzubieten, erscheint sie nun nämlich als schlichtes Add-on zu FIFA 12.
Mit dem letztjährigen Ableger der erfolgreichen Fußball-Serie als Basis hätte daher eigentlich nichts mehr schiefgehen dürfen. Schließlich ist dessen Gameplay über jeden Zweifel erhaben, die Technik stimmt ebenfalls. Und so spielt sich UEFA Euro 2012 dann auch entsprechend rund und sieht fabelhaft aus. Damit der zahlende Kunde einen Mehrwert hat, spendierte man dem Add-on neben dem EM-Modus noch zwei weitere Spielmodi. Die Challenges etwa werden regelmäßig aktualisiert und lassen euch besondere Momente der Qualifikation (und später auch der Endrunde) noch einmal erleben. Etwas mehr als gerade mal eine (!) Challenge zum Start hätte es aber schon sein dürfen.
Quelle: Electronic Arts
Der Expedition-Modus ist außerordentlich gut gelungen
und motivierend - hat aber nicht viel mit der EM zu tun.
Viel spaßiger ist da der Modus Expedition. Mit einem Kicker eurer Wahl - es darf auch der Virtual Pro aus dem Hauptspiel sein - erobert ihr hier Europa. Und das funktioniert so: Zum Fußballer eures Vertrauens gesellt sich ein Team aus Spielern kleinerer Nationen, etwa Moldawien oder der Färöer-Inseln. Dann entscheidet ihr euch für eine der originalen EM-Qualifikationsgruppen und tretet gegen die entsprechenden Nationen an. Geht ihr siegreich aus den Matches hervor, hat das mehrere Auswirkungen. Erstens: Ihr dürft eine Straße bauen, die euch weitere Gegner erschließt. Zweitens: Ihr schaltet nach und nach die anderen Qualifikationsgruppen frei. Und drittens: Je nachdem, wie oft ihr eine Nation besiegt habt, dürft ihr euch einen Spieler aus deren Team in eure Mannschaft holen. Beim ersten Erfolg ist dies ein Reservist, beim zweiten ein Bankdrücker und beim dritten schließlich ein Stammspieler.
Im Falle einer Niederlage hingegen gehen gebaute Straßen wieder verloren. Ihr stellt euch also in mühsamer, aber spaßiger Kleinarbeit ein europäisches Dream-Team zusammen - sehr motivierend. Doch kommen wir nun zu dem, was eigentlich das Herzstück eines EM-Spiels sein sollte: der EM-Modus - und genau da liegt der Hund begraben. Denn das Endrunden-Turnier ist im Grunde lediglich eine Aneinanderreihung von sechs Spielen mit einer höchstens durchschnittlichen Endsequenz. Keine feiernden Fans, keine gestikulierenden Trainer wie noch beim WM-Spiel vor zwei Jahren - so kommt dann auch kaum Atmosphäre auf. Ebenfalls eine große Enttäuschung: Von den 53 enthaltenen UEFA-Nationalteams sind gerade mal 29 mit Originallizenzen versehen. Bei kleineren Staaten wie Andorra kann man darüber noch hinwegsehen, wenn aber sogar eines der Gastgeberländer (die Ukraine) nur mit Fantasiekickern daherkommt, schlägt das ganz gehörig auf die Stimmung. So bleibt unterm Strich nur ein solides Addon mit netten Features und gewohnt gutem Gameplay, aber ohne jede EM-Atmosphäre.
