Neverdead im Test für PS3 und Xbox 360: Witziges Ballerspiel, das spielerisch auf der Stelle tritt
TestNeverdead im Test für PS3 und Xbox 360: Im Dauergemetzel steuert ihr Bryce in klassischer Third-Person-Manier durch detailreiche und weitläufige Levels und setzt den Monstern eifrig zu. Während das abgedrehte Design der Gegner-Kreaturen in Zeiten realistischer Kriegsshooter eine willkommene Abwechslung ist, müssen wir Konamis Ballerspiel für eine Unart heftig tadeln: Der Spielverlauf ist ätzend monoton!
Unsterblichkeit ist eine ziemlich coole Idee, oder? Dämonenjäger Bryce sieht das aber anders. Er stand kurz davor, den fiesen Dämonenfürsten Astaroth für immer zu besiegen, scheiterte aber, verlor seine Begleiterin und wurde zur Strafe unsterblich gemacht. Er sollte eine Ewigkeit an seinem Verlust knabbern. 500 Jahre ist das her und die lange Zeit hat beim einst feschen Bryce Spuren hinterlassen. Er ist zynisch, versoffen und verwahrlost.
Er verdingt sich immerhin weiter als Profi im Beseitigen lästiger Dämonen und gerade jetzt braut sich etwas ganz Finsteres zusammen. Die Handlung des Spiels ist weder komplex noch bietet sie wirklich große Überraschungen, sie ist allerdings mit guten Gags gewürzt und nimmt sich selbst nicht ganz ernst. Das ist schön!
Pixeltod? Unmöglich!
Quelle: Konami
Ratespiel: Na, wo mag dieser Bossgegner wohl verwundbar sein?
Die eigenwillige Spielmechanik von Neverdead ist ebenfalls gelungen: Ihr steuert Bryce in klassischer Third-Person-Manier durch detailreiche und weitläufige Levels und setzt den Monstern eifrig zu. Das tut ihr, indem ihr die Umgebung zerstört, euer Schwert schwingt oder ballert. Doch die kreativen Taktiken sind es nicht, die Neverdead so eigenwillig machen, es ist vielmehr Bryces Unsterblichkeit. Er kann nicht sterben, verliert im Gefecht aber durchaus Arme, Beine oder gar seinen Kopf. Und nur in letzterem Fall ist er direkt verwundbar, denn sein Schädel kann von bestimmten Kreaturen gefressen werden, woraufhin er eine Ewigkeit in deren Magen verbringt. Obendrein müsst ihr in der Regel eure Begleiterin Arcadia am Leben halten. Als Torso oder rollender Kopf solltet ihr schnellstmöglich eure herumliegenden Gliedmaßen wieder einsammeln. Oder aber ihr nutzt die Fähigkeit, euch einen neuen Kör per wachsen zu lassen. Das klingt komisch, ergibt im laufenden Spiel aber schnell Sinn.
Ätzende Gameplay-Unarten
Während das abgedrehte Design der Gegner-Kreaturen in Zeiten realistischer Kriegsshooter eine willkommene Abwechslung ist, müssen wir Konamis Ballerspiel für eine Unart heftig tadeln: Der Spielverlauf ist ätzend monoton! Der allergrößte Teil des Spiels verläuft nach dem gleichen Muster: Ihr betretet ein größeres Areal, auf magische Art und Weise wird es abgeriegelt und ihr besiegt unzählige Monster, bis es weitergeht. Oft gibt es sogar Dämonen-Generatoren, aus denen immer neue Widersacher strömen, bis ihr diese Brutstätten vernichtet. Das nutzt sich leider ganz schnell ab. Da helfen auch die teils ganz originellen Rätsel oder gut versteckten Secrets wenig. Obendrein artet das Spielgeschehen gerade gegen Ende in ein schwer beherrschbares Chaos aus. Sowohl euch als auch der virtuellen Kamera fällt es schwer, Herr der Lage zu bleiben.
Formt euren Spielhelden!
Quelle: Konami
Hektisch: Ausweichen und ballern - damit seid ihr im Verlauf der Handlung fast ununterbrochen beschäftigt.
Um das Dauergemetzel ein wenig aufzulockern, spendierten die Entwickler dem Titel ein Fähigkeiten- System. Jedes besiegte Monster und jedes aufgesammelte Bonus - Item bringt Erfahrungspunkte, mit denen ihr wiederum bestimmte Skills kaufen könnt. Gleichzeitig lässt sich nur eine gewisse Anzahl an Fähigkeiten-Slots belegen und einzelne Skills benötigen teils mehrere dieser Slots. Die Mechanik erlaubt also weniger das allmähliche Aufpumpen von Bryce zur Kampfmaschine als vielmehr dessen Spezialisierung. Je nach Situation und Geschmack macht ihr den Spielhelden zum Schwertkampfprofi, Meisterschützen oder zum flinken Wiesel mit schnellen Ausweichmanövern. Doch diese durchaus clevere Mechanik kann den Monotonie- Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Schlecht ist Neverdead deswegen nicht, doch das witzige Szenario hätte unserer Meinung nach einen besseren Spielverlauf verdient!
