Saints Row: The Third im Test für PS3 und Xbox 360 - Ein Spiel ohne Sinn und Verstand - aber mit viel Unterhaltungswert - Update

Test Thorsten Küchler

Vorhang auf für den anarchischen Halbbruder von GTA: In unserem Test von Saints Row: The Third nehmen wir die herrlich alberne, moralisch unkorrekte Open-World-Action aus dem Hause THQ unter die Lupe. Saints Row: The Third soll das bieten, was Rockstar sich nie zu programmieren traute: Sex, Gewalt und derbsten Humor. Geht der kühne Plan der Entwickler auf? Update: Jetzt mit Video-Test zu Saints Row.

Saints Row: The Third im Test für PlayStation 3 und Xbox 360: Die Saints Row-Serie gilt schon immer als prollige, spielerisch etwas minderbemittelte Variante von GTA. Mit Teil 3 will Entwickler Volition den Spieß nun umdrehen: Saints Row: The Third soll all das bieten, was Rockstar sich nie zu programmieren traute - Sex, Gewalt und derbsten Humor. Ob dieser kühne Plan aufgeht? Unser Test von Saints Row: The Third klärt auf. Schon nach dem Vorspann wird klar, dass Saints Row sich nicht mit seriösen Dingen aufhält.

Gibt es in Saints Row: The Third plausible oder gar dramaturgisch anspruchsvolle Aufträge? Nix da! Saints Row: The Third will unterhalten - und das mit allen Mitteln. Zum Beispiel rennt ihr manchmal als Kloschüssel durch die Spielwelt, mal entführt ihr im Priestergewand einen Comic-Helden, mal tretet ihr zu einer blutigen Wrestling-Schlacht an. Negativ ins Gewicht fallen die gekürzte deutsche Version sowie die nicht gerade berauschende Technik. Hässlich ist das Spiel keinesfalls, allerdings wirkt es mit seinen matschigen Texturen und plötzlich auftauchenden Details am Horizont optisch doch teilweise arg altbacken.

Das hat uns an Saints Row: The Third gefallen:

Bereits im komplett absurden Vorspann wird klar, dass sich Saints Row: The Third nicht mit seriösen Dingen aufhält. Quelle: THQ Bereits im komplett absurden Vorspann wird klar, dass sich Saints Row: The Third nicht mit seriösen Dingen aufhält. Erfrischend bescheuerter Humor, klasse Gags
Bereits im komplett absurden Vorspann wird klar, dass sich Saints Row: The Third nicht mit seriösen Dingen aufhält - hier wird ausnahmslos geflucht, gekalauert und gewitzelt. Zugegeben: Die ständigen Penis-Scherze sind nicht jedermanns Sache, aber zahlreiche Witzchen sorgen für Gelächter vor dem Bildschirm. Besonders der Auftritt des (von einem realen, abgehalfterten Hollywood-Schauspieler verkörperten) Bürgermeisters ist ein Geniestreich des grotesken Humors. Ebenfalls klasse: Das Spiel und seine Helden nehmen sich zu keiner Zeit ernst, was die Nonstop-Freakshow gleich noch sympathischer macht.

Einige sehr einfallsreiche, unterhaltsame Missionen
Plausible oder gar dramaturgisch anspruchsvolle Aufträge? Nix da! Saints Row: The Third will unterhalten - und das mit allen Mitteln. Dementsprechend sind auch die einzelnen Einsätze eine wahre Nummernrevue: Mal rennt ihr als Kloschüssel (!) durch eine Cyberwelt, mal entführt ihr im Priestergewand einen Comic-Helden, mal tretet ihr zu einer blutigen Wrestling-Schlacht an. Die insgesamt 47 Story-Missionen sind abwechslungsreich und sorgen dafür, dass man als Spieler stets wissen will, welcher bizarre Blödsinn noch auf einen wartet. Zusätzlich stehen optionale "Aktivitäten" auf dem Programm. Und auch diese Nebenmissionen sind teils herrlich beknackt: Schmeißt euch absichtlich vor Fahrzeuge (Stichwort: Versicherungsbetrug), rast mit einem bissigen Tiger als Beifahrer durch die offene Spielwelt und richtet mit einem Panzer möglichst viel Schaden an.

Die Gang des Spielers residiert in diversen Domizilen. Und diese wiederum beherbergen je eine Waffenkammer sowie eine Garage, deren Inhalt sich nur als irrsinnig beschreiben lässt. Quelle: THQ Die Gang des Spielers residiert in diversen Domizilen. Und diese wiederum beherbergen je eine Waffenkammer sowie eine Garage, deren Inhalt sich nur als irrsinnig beschreiben lässt. Innovative Waffen- und Fahrzeuge
Die Gang des Spielers residiert in diversen Domizilen. Und diese wiederum beherbergen je eine Waffenkammer sowie eine Garage, deren Inhalt sich nur als irrsinnig beschreiben lässt. Klar, es gibt auch Schrotflinten, Maschinengewehre und Pistolen - aber wer will die schon benutzen, wenn er stattdessen mit Tintenfischen und Riesendildos auf seine Gegner losgehen kann? Auch der Vehikel-Fuhrpark hat uns begeistert: Vom Sportwagen über Helikopter bis hin zu schwebenden Motorrädern reicht die Fahrzeug-Auswahl. Unser absoluter Favorit ist aber ein fahrendes Katapult, das Passanten einsaugt und sie aus einer gigantischen Kanone wieder ausspuckt.

Motivierendes Respekt-System
Jede Aktion, jede erfüllte Mission, jede kleine Unwichtigkeit erhöht euer Respekt-Konto. Wer beispielsweise durch den Gegenverkehr rast, erhält entsprechend Erfahrungspunkte. Durch diesen Trick, sorgen die Entwickler dafür, dass der Spieler stets Schabernack treiben will - denn schließlich verbessert man so ja seinen Charakter-Level. Je höher die Stufe, desto praktischere Upgrades kann man im Handy-Menü erwerben. Mehr Lebensenergie, mehr KI-Begleiter, mehr Einnahmen: Das freischalten der Boni motiviert und erweist sich auch spielerisch als sinnvoll.

Bildergalerie

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