Sonic Generations im Test für PS3 und Xbox 360: Sonic findet zu alter Stärke zurück - Ab heute im Handel

Test Sascha Lohmüller

Sonic Generations im Test: Pünktlich zu seinem 20. Geburtstag kommt Sonic in alter Stärke zurück. Videogameszone.de verrät im Test von Sonic Generations, wie gut das neue Abenteuer um den pfeilschnellen Igel wirklich geworden ist.

Sonic Generations im Test für PS3 und Xbox 360: Bereits seit 1991 kugelt sich Segas blauer Renn-Igel durch bunte Landschaften. Anfangs noch auf 2D-Levels und Segas hauseigene Konsolen beschränkt, findet sich das ursprüngliche Maskottchen des Konzerns mittlerweile auch in 3D-Umgebungen und auf allen Systemen der Welt wieder. Doch mit der Erweiterung des Franchise- Spektrums kam auch der langsame Abstieg. Die 3D-Welten waren nicht jedermanns Sache, gerade wenn es sich um Fans der ersten Stunde handelte, und auch so manche Version selbst (wie etwa die beiden PS3-Ableger Sonic the Hedgehog und Sonic Unleashed) sorgte eher für enttäuschte Gesichter.

Mit Sonic Generations will man nun zu alter Stärke zurückfinden. Das Rezept: eine Handvoll guter Ideen und viele Retro-Gimmicks für Serienkenner. Durch ausgeklügelte Hintergrundgeschichten zeichnete sich die Reihe jedoch noch nie aus. Und so dient auch die Handlung von Sonic Generations eher als Vorwand, eine Reise durch die Geschichte der Sonic-Spiele zu unternehmen. Der Vollständigkeit halber reißen wir die Story kurz an: Ein mysteriöser Feind bringt das Raum-Zeit- Kontinuum durcheinander, entführt Sonics Freunde und stiehlt der Welt auch noch gleich ihre Farben. Weil eh alles gerade im Chaos versinkt, schließt Sonic sich mit seinem früheren Ich zusammen und gemeinsam versucht das Igel-Duo wieder einmal, die Welt zu retten.

Fabrikneu: Natürlich darf in einer Sonic-Retrospektive die bekannte Zone Chemical Plant nich fehlen. Quelle: Videogameszone Fabrikneu: Natürlich darf in einer Sonic-Retrospektive die bekannte Zone Chemical Plant nich fehlen. Aus dieser Geschichte spinnt das Spiel dann auch direkt seinen ersten Gameplay-Ansatz: Jede der insgesamt neun Stages lässt sich sowohl im 2D- als auch im 3D-Modus angehen. Der nächste Abschnitt wird erst dann freigeschaltet, wenn ihr beide Varianten absolviert habt. Vorgegangen wird dabei chronologisch. Zu Spielbeginn rollt und springt ihr durch klassische Welten wie Green Hill oder Chemical Plant, später bereist ihr neuere Stages wie Crisis City. Hinzu kommen zehn Herausforderungslevels für jede der neun Welten sowie insgesamt vier Bosskämpfe. Erstere sind jedoch nicht komplett optional, denn nur hier schaltet ihr die drei benötigten Schlüssel für den jeweils nächsten Bosskampf frei.

Wer es also eilig hat, sieht nach neun Stages, neun Challenges, vier Bosskämpfen und rund fünf Spielstunden den Abspann. Damit täte man Sonic Generations jedoch Unrecht. Das Spiel lebt nämlich von den vielen kleinen, versteckten Extras und Gimmicks. Mit jeder erledigten Herausforderung schaltet ihr beispielsweise neue Konzeptzeichnungen, Musikstücke oder Videos frei. Diese könnt ihr euch dann im (übrigens wunderschön gestalteten) interaktiven Menü jederzeit anschauen. Auch das erneute Spielen einer Stage zur Highscore-Jagd ist durchaus sinnvoll.

Denn mit den so erspielten Punkten kauft ihr Sonic nicht nur spezielle Fähigkeiten, die euch das Leben gerade in den späteren, knackigen Levels erleichtern, sondern könnt sogar das Ur-Sonic the Hedgehog vom Mega Drive freischalten. Die Zwischensequenzen strotzen ebenfalls vor Insider-Witzchen. Befreit ihr etwa einen von Sonics Neuzeit-Freunden als klassischer Sonic, so kommentiert der Gerettete euer Aussehen. Sätze wie "Du wirkst stacheliger" oder "Hast du zugenommen?" spielen dann auf das pummeligere, kantigere Aussehen des Ur-Igels an. Sonic Generations sollte man daher nicht einfach als ein neues Sonic-Spiel mit ein paar Levels ansehen, sondern eher als liebevoll gemachte Hommage an die komplette Serie, als kleine Lehrstunde in Videospielgeschichte.

Challenge accepted: In den Herausforderungen stellt ihr euch kniffligen Aufgaben, hier etwa kommt ihr nur auf steuerbaren Plattformen voran. Quelle: Videogameszone Challenge accepted: In den Herausforderungen stellt ihr euch kniffligen Aufgaben, hier etwa kommt ihr nur auf steuerbaren Plattformen voran. Trial & Error
Doch all die netten Anspielungen und Gimmicks wären nur halb so unterhaltsam, wenn Steuerung und Spielgeschehen ähnlich schlecht und unfair umgesetzt wären wie bei früheren Serienvertretern. Hier können wir zumindest teilweise Entwarnung geben. Die Steuerung wurde im Vergleich zu den bisherigen PS3- Auftritten deutlich verbessert. Perfekt ist das Ganze damit aber noch lange nicht. Besonders in den letzten drei bis vier Stages sind punktgenaue Sprünge oft überlebenswichtig, aber fast unmöglich zu timen. Hier bleibt nur das Trial&Error-Prinzip, das aber zugegebenermaßen bereits seit den Serienanfängen ein fester Bestandteil des Sonic-Gameplays ist.

Wirklich unfair schwer wird das Geschehen aber nie und selbst Passagen, die anfangs vielleicht etwas frustrieren, gehen mit ein wenig Übung und dem korrekt eingeprägten Timing locker von der Hand. Nettes Detail am Rande: Das Spiel lässt sich auch komplett per Digikreuz spielen - eine schöne Verbeugung vor den Anfängen der Serie. Auch Grafik und Sound sind über jeden Zweifel erhaben. Egal ob 2D- oder 3D-Variante, egal ob alte oder neue Stage, egal ob modernere Musik oder 8-Bit- Gedudel: Das Spiel sieht gut aus und hört sich auch gut an. Sonic Generations mag zwar nicht den Sprung zurück an die Genrespitze schaffen, aber zumindest ist das Spiel wieder eine ernsthafte Alternative zu Little Big Planet und Co.

Bildergalerie

Wertung zu Sonic Generations (X360)

Wertung:

85 /10
Pro & Contra
Viele freischaltbare Gimmicks & SecretsTolle Stages aus 20 Jahren Sonic2D- wie auch 3D-Gameplay funktionierenHübsche Grafik, klassische Sonic-Musik
Typisch belanglose StorySteuerung mitunter etwas zickig
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