In unserem Test zu Resistance 3 klären wir, wie sich der neue PS3-Shooter von Insomniac Games schlägt. Eines vorweg: Resistance 3 kann das fantastische Killzone 3 nicht in die Tasche stecken. Sowohl grafisch wie auch in Sachen spielerische Abwechslung muss sich Resistance 3 ganz klar hinter Killzone 3 einreihen. Dennoch: Resistance 3 ist ein packender PS3-Shooter geworden!
Resistance 3 im Test: Mit Killzone 3 hat Guerrilla Games Anfang 2011 die Messlatte für das Subgenre der Zukunftsballereien unglaublich hoch gelegt. Kann Resistance 3 hier direkt gleichziehen oder sogar noch eins drauflegen? Leider nein. Sowohl grafisch wie auch in Sachen spielerische Abwechslung muss sich Resistance 3 ganz klar hinter Killzone 3 einreihen. Dafür liefert der anhaltende Krieg mit den Chimera diesmal die packendere Geschichte. Die Bedeutung des Wortes Chimera gehört mittlerweile ebenso zum Fachjargon eines versierten PlayStation-Spielers wie der Begriff Helghast. Zwischen den beiden Alien-Rassen gibt es zahlreiche Parallelen: Beide spielen die eigentliche Hauptrolle in einem Sci-Fi-Shooter, beide wollen auf Gedeih und Verderb die Menschheit auslöschen und beide wurden bzw. werden bereits zum dritten Mal auf schießwütige Zocker losgelassen. Resistance 3 versetzt euch in die USA des Jahres 1957: Seit den Geschehnissen von Resistance 2 sind vier Jahre vergangen. Die Menschheit ist fast ausgerottet. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen Kolonien zusammengefunden und fristen ein unwürdiges Dasein im Untergrund. Die Angst, von den parasitären Chimera entdeckt und getötet zu werden, ist allgegenwärtig.
Jeder fürchtet um Freunde, Familie und Angehörige. Joseph Capelli, ein alter Kamerad des früheren Resistance-Helden Nathan Hale, ist des Krieges überdrüssig. Er hat sich mit seiner Frau Susan und Sohn Jack in dem kleinen Städtchen Haven im Bundesstaat Oklahoma niedergelassen und versucht, unter den schwierigen Umständen ein halbwegs normales Leben zu führen. Doch als auch dort die Chimera einfallen und ein riesiger Terraformer droht, den Ort dem Erdboden gleichzumachen, muss Joe erneut zur Waffe greifen. Als er seine Familie zusammen mit den anderen Bewohnern evakuieren will, taucht plötzlich der russische Wissenschaftler Dr. Malikov auf. Er möchte, dass Joe mit ihm nach New York City kommt, wo die Chimera einen Wurmloch-Generator errichtet haben. Dieser gigantische Tower scheint nicht nur die Erde langsam in einen Eisplaneten zu verwandeln, sondern auch der Schlüssel zum Sieg über die Außerirdischen zu sein. Auf Drängen seiner Frau schließt sich Joe schließlich dem Forscher an - wohl wissend, dass er seine Liebsten vielleicht nie wieder sieht ... Wie uns Resistance 3 gefallen hat, lest ihr in unserem nachfolgenden Test.
Das hat uns an Resistance 3 gefallen:
Quelle: Videogameszone
Eine Seefahrt, die ist lustig ... Vor allem dann, wenn man auf dem Mississippi mit geladener Schrotflinte auf eine Horde Grim stößt.
Story und Atmosphäre
Joes Sorge um Frau und Kind spricht den Spieler emotional mehr an als irgendein übellauniger Army-Offizier, der etwas von Ehre und Pflichtbewusstsein faselt. Auch wenn die Story nicht mit Überraschungsmomenten um sich wirft, ergibt sich auf dem Weg quer durch die USA doch der eine oder andere Schlenker, den man so nicht erwartet hätte. Vor allem auf der vorletzten Station der Reise wird Resistance 3 noch einmal richtig spannend. Die Kampagne punktet mit zahlreichen sehenswerten Momenten. Etwa, wenn wir gleich zu Beginn in Haven gegen einen fetten Chimera-Koloss kämpfen, während ein schwerer Sturm aufzieht. Oder wenn wir im dichten Nebel mit einem Fischerboot auf einem Seitenarm des Mississippi entlangschippern. Oder wenn wir über die Dächer von St. Louis, Missouri, hetzen, während sich um uns herum militärische und wild lebende Chimera-Bestien gegenseitig abschlachten. Wenn Resistance 3 etwas gut kann, dann ist es Atmosphäre schaffen!
Der "Old-School"-Ansatz
Resistance 3 haftet durchweg ein starkes Retro-Feeling an. Dies liegt nicht nur an der dargestellten Zeitepoche, sondern auch an der Tatsache, dass Insomniac wieder auf Medi-Packs zur Heilung der Spielfigur setzt und nicht auf eine automatische Gesundheitsregeneration. Zudem kann Joe wie in alten Shooter-Klassikern bis zu zwölf Waffen und dazu noch zwei Dutzend Granaten gleichzeitig mit sich herumschleppen. Damit man zwischen all den Schießprügeln möglichst schnell hin und her wechseln kann, haben die Entwickler das aus Resistance: Fall of Man bekannte Waffenrad wieder integriert. Ein Druck auf die Dreieck-Taste öffnet das Rad, mit dem linken Stick rüstet ihr blitzschnell die gewünschte Knarre aus. Dabei pausiert das Spielgeschehen im Solo-Spiel automatisch, was den Retro-Touch unterstreicht.
Quelle: Videogameszone
Elektrokarussell: Der Atomisierer erzeugt per Zweitfunktion ein Gravitationsfeld, welches Gegner anzieht und in Stücke reißt.
Die einfallsreichen Waffen und deren Upgrade-Stufen
Alles andere als von gestern sind die Waffen selbst, die Joe während des Höllentrips nach und nach in die Hände fallen. Unser Favorit unter den Neuzugängen ist der Mutierer, der mit dem Bestienvirus infizierte Biomasse verschießt: Getroffenen Feinden wachsen sofort riesige Pusteln, die man mit anderen Waffen zur Explosion bringen kann. Ebenfalls überaus nett anzusehen (Vorsicht: Sarkasmus!) sind die Auswirkungen des Atomisierers. Die Zweitfunktion dieser Elektrowaffe erzeugt ein Gravitationsfeld, welches alle Gegner in der näheren Umgebung anzieht und so lange im Kreis herumschleudert, bis diese einfach zerplatzen.
Sämtliche Knarren verfügen außerdem über zwei Upgrade-Stufen, die man umso schneller freischaltet, je länger man eine Waffe benutzt. Die Rossmore-Flinte beispielsweise verschießt auf Stufe 1 normale Schrotpatronen und Schallgranaten. Auf Stufe 2 kommen Verbrennungspatronen, auf Stufe 3 Brandgranaten hinzu. Die Waffen werden also durch häufigen Gebrauch immer mächtiger. Das steigert die Motivation für einen zweiten oder dritten Kampagnendurchlauf immens, da es beim ersten Durchspielen nahezu unmöglich ist, das komplette Arsenal maximal auszubauen. Selbstverständlich bleiben alle bisher erreichten Waffen-Levels bei einem Neustart der Kampagne erhalten.
