Wirklichkeit gegen Fiktion: Hier nähert sich Spielgrafik der Realität an

Special Max Falkenstern

Videospiele haben oft mehr mit der Wirklichkeit gemein, als man zunächst vermuten könnte. Bei der Konzeption und Kreation virtueller Spielwelten orientierten sich die Grafikdesigner nicht selten real existierenden Schauplätzen. Mit zunehmendem Fortschritt im Bereich 3D-Grafik verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Illusion zusehends. Wir haben für euch echte Fotos mit Screenshots aktueller Titel verglichen.

Spielwelten haben in den letzten Jahrzehnten deutlich an Größe und Komplexität gewonnen. Setzte man früher aufgrund überschaubarer Zahl an Pixel und Farben noch eine gewisse Fähigkeit zur Abstraktion voraus, ähneln die heutigen virtuellen Spielwiesen bedingt durch den technologischen Fortschritt nicht selten der Realität. Als Schauplätze für Abenteuer dienen dabei nicht selten Städte oder Landstriche mit gewissem Symbolcharakter. Im aktuellen Bombast-Shooter Crysis 2 versucht der Spieler New York vor den Klauen außerirdischer Wesen zu befreien. Die Millionenmetropole wurde dabei mithilfe der CryEngine 3 so authentisch wie nur irgend möglich nachgebildet. Bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Time Square, Central Park und Roosevelt Island sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich.

Nahezu fotorealistisch muten auch die Screenshots aus Gran Turismo 5 an. Nicht nur die Rennkurse werden maßstabgetreu auf dem Bildschirm rekonstruiert, auch der Fuhrpark mitsamt Innenraum wurde originalgetreu nachgebildet. Das Streben nach Perfektion hat jedoch seine Tücken. Die Veröffentlichung von Gran Turismo 5 hat sich über fünf Jahre hingezogen, die Arbeiten schienen einfach kein Ende zu nehmen. Ein gerechtfertigtes Opfer? Die Meinungen über die Motorsport-Simulation waren jedenfalls gespalten. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch den ukrainischen Ego-Shooter Stalker. Der Aufwand für die Recherchen in dem Gebiet rund um Unglücksreaktor Tschernobyl war immens: Reisen mussten geplant, Besuchsgenehmigungen eingeholt, zahlreiche Fotos (von wichtigen Orten und Oberflächen / Texturen) geschossen und ausgewertet werden. Das Resultat fiel zwiespältig aus. Grafisch tummelte sich Stalker zwar in der Referenzliga, in puncto Gameplay konnte der Open-World-Shooter allerdings nicht hundertprozentig überzeugen.

Nun stellt sich die Frage, ob fotorealistische Grafik überhaupt erstrebenswert ist. Epic Games und Crytek arbeiten offensichtlich darauf hin, doch in der Branche gibt es auch ganz andere Meinungen. Entwickler-Urgestein Ken Levine (BioShock Infinite) ist beispielsweise der Ansicht, dass die Annäherung zum Fotorealismus Computer – und Videospiele keineswegs besser macht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis rechne sich einfach nicht. Er persönlich würde eher Spiele zocken, die einen eigenwilligen Stil haben. Und was denkt ihr? Ist das Streben nach realistischerer Grafik sinnvoll oder sollten sich die Entwickler auf andere Aspekte konzentrieren? Eure Meinungen sehen wir gerne unter den Kommentaren. Nachfolgend findet ihr in unserer Bilderstrecke zahlreiche Real Life vs. Videospiel-Vergleiche. Vorschläge sind willkommen und werden für künftige Updates berücksichtigt.

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