Silent Hill: Shattered Memories für Wii im Test: Brillante Atmosphäre, aber kleine Gameplay-Schwächen
TestIn unserem Test zu Silent Hill: Shattered Memories für Wii erfahrt ihr unter anderem, dass zwar Story und Atmosphäre brillant inszeniert sind, das Grusel-Abenteuer aber mit kleinen Gameplay-Schwächen zu kämpfen hat.
Muss man die Vorgänger kennen, um die Story zu verstehen?
Nein. Auch wenn vor allem die ersten Teile absolut empfehlenswerte Vertreter des Horror-Genres sind, muss man diese nicht unbedingt gespielt haben, um sich in Shattered Memories zurechtzufinden.
Wie stark ist Shattered Memories an das erste Silent Hill angelehnt?
Shattered Memories ist eine Neuinterpretation des ersten Teils, die die Handlung des Originals aufgreift. Um ein simples Remake, wie oft befürchtet, handelt es sich bei dem neuen Wii-Silent Hill nicht!
Gibt's Alternativen zur Bewegungssteuerung?
Nein, zumindest keine richtigen. Ihr könnt die Buttons von Wii-FB und Nunchuk zwar anders belegen, doch mit dem Classic- Controller funktioniert das Spiel leider nicht. Kleines Trostpflaster: Die Bewegungssteuerung fühlt sich besonders am Anfang wirklich sehr gut an!
Gibt's wirklich keine Waffen?
Nein, ihr seid den Monstern völlig ausgeliefert und müsst deswegen stets fliehen oder euch in Schränken oder anderen Objekten in der Spielumgebung verstecken. Lediglich mit den in den Levels versteckten Fackeln haltet ihr euch die Gegner immerhin für eine begrenzte Zeitspanne vom Hals.
Albtraum: Trotz Handy ist die Orientierung bei der Flucht sehr schwer.
Die Silent Hill-Reihe ist für ihre spannende Story und die fantastische Atmosphäre bekannt und auch Shattered Memories tanzt da nicht aus der Reihe: Die Story um den Familienvater Harry, der auf der Suche nach seiner Tochter durch das stets bedrohlicher werdende Silent Hill streift, orientiert sich am Original von 1999, bietet aber eine komplett neue Spielerfahrung und viele neue Story-Elemente. So wird das eigentliche Spielgeschehen von Harry bei einer Sitzung mit dem Psychologen Dr. Kaufmann in Rückblenden erzählt. Besonders die Charaktere sind sehr detailreich und lebendig gestaltet und bereits nach kurzer Spielzeit ist der Spieler voll in die Handlung involviert und baut eine Bindung zu Harry auf. Neben der düsteren, Silent Hill typischen Grafik tragen auch die beklemmenden Musikstücke des Kult-Komponisten Akira Yamaoka viel zur genialen Horror-Atmosphäre bei, für die die Reihe im Lauf der Jahre berühmt wurde.
Erkunden, rätseln, fliehen
Das Gameplay von Silent Hill ist dreigeteilt: Zum einen erkundet ihr die Umgebung, sucht nach Hinweisen und erlebt einfach nur die Stadt, darüber hinaus gibt's Rätselpassagen und zuletzt die Albtraumsequenzen. Während das Erkunden und die Rätsel super spielbar sind, können die Albträume, in denen Harry vor den Monstern flieht, das Spielergemüt doch etwas strapazieren. Einerseits weil's wirklich hektisch zugeht und man dann beispielsweise während der Flucht auch noch Fotos schießen muss, andererseits weil die Navigation via Handy in diesen Abschnitten steuerungstechnisch nicht wirklich geschickt gelöst wurde. Rennen und auf die Karte sehen gleichzeitig? Keine Chance! So kommt's, dass ihr schnell euer Ziel aus den Augen verliert, von Monstern belagert werdet und die Biester nur mit den richtigen Bewegungen mit der Wii-FB und dem Nunchuk wieder abschütteln könnt. Das fühlt sich anfangs noch super an, nach mehreren Stunden Spielzeit und mit der hundertsten Wiederholung wird das Gezappel allerdings lästig.
Eiskalt: Harry landet in einer Menge unheimlicher und gefährlicher Situationen.
Das Spiel beobachtet euch!
Wie bereits erwähnt, findet die Haupthandlung in Rückblenden statt und wird immer wieder von den Sitzungen mit Harrys Psychologen unterbrochen. Darin nehmt ihr an Tests teil und beantwortet Fragen, was sich im weiteren Verlauf auf das Spielerlebnis auswirkt. Dies äußerst sich in verschiedener Weise: Ihr bekommt andere Rätsel serviert, die Monster und Spielumgebungen sehen anders aus und die Bewohner sind nicht nur optisch unterschiedlich, sondern verhalten sich euch gegenüber auch anders. Eine tolle Idee, die ordentlich umgesetzt wurde und somit auch weiteren Spielspaß über das erste Durchspielen hinaus bietet. Nicht zuletzt dank der verschiedenen Endsequenzen, die das Spiel bietet, ist es ein Muss, sich mehrfach in dieses Abenteuer zu werfen. Dafür sorgen außerdem die in den Abschnitten versteckten und für den Spielfortschritt nicht unbedingt unbedingt benötigten Erinnerungen, die in Form von Gegenständen in den Levels platziert sind. Und auch darüber hinaus gibt's noch eine Menge zu entdecken - beispielsweise eine Vielzahl von Telefonnummern, die ihr mit eurem Handy auch wirklich anrufen könnt! Spielt man nur die Hauptstory und lässt sämtliche Nebenaufgaben außer Acht, kann man nach etwa sechs bis sieben Stunden den Abspann über den Bildschirm flimmern sehen. Erkundet man hingegen alles ganz genau und will auch jedem Geheimnis in der Kleinstadt auf den Grund gehen, addieren sich schnell ein paar Stunden hinzu! Und natürlich gibt's wie in den Vorgängern eine Reihe verschiedener Endsequenzen! Besonders abgefahren: Nach dem ersten Durchspielen könnt ihr sogar auf UFO-Jagd gehen und dabei versuchen, UFO-Erscheinungen mit eurem Fotohandy festzuhalten!
Das war’s dann wohl: Wenn die hartnäckigen Monster Harry zu oft erwischen, segnet dieser das Zeitliche und ihr dürft am letzten Kontrollpunkt wieder loslegen.
Das Handy, euer treuer Freund in allen Lebenslagen!
Was wäre Harry ohne seinen multimedialen Begleiter? Hoffnungslos in Silent Hill verloren! Denn dank des Navigationsgeräts (das wie oben erwähnt aber auch kleine Schwächen hat) könnt ihr euch jederzeit in der Spielwelt orientieren und Wege zum nächsten Ziel einzeichnen. Das war's aber noch lange nicht: Abgesehen von den Standardfunktionen eines Telefons, beispielsweise Anrufe tätigen und Nachrichten verfassen, bietet Harrys Pseudo-iPhone noch ein tolles Extra: Er kann damit Geister sichtbar machen und auch gleich mit einem Foto festhalten! Und damit Harry auch stets besondere Stellen findet, an denen Erscheinungen auftreten, lotst ihn das Handy akustisch mithilfe eines lauter werdenden Rauschens dorthin. Und auch beim Telefon haben sich die Climax-Entwicker etwas Besonderes bei der Steuerung einfallen lassen: Ihr könnt die Wii-FB wie ein Telefon halten und aus deren Lautsprecher die Stimme am anderen Ende der Leitung hören. Das trägt zwar kaum zu mehr Spielspaß bei, ist aber ein weiteres liebevolles Detail! Ins gesamt liefert uns Konami ein tolles Game, dessen Stärken in der Atmosphäre und der Technik liegen.
Screenshots aus unserem Test zu SilentHill: Shattered Memories:
