Dark Void im Test für PS3 und Xbox 360: Einfallsloses Leveldesign, dumme Gegner, aber fette Action

Test David Martin Markus Rehmann

In unserem Test zu Dark Void für PS3 und Xbox 360 nehmen wir es mit strunzdoofen Gegner auf und ballern uns im Rambo-Stil durch detailarme Umgebungen. Action gibt's aber satt: Es geht drunter und drüber, rauf und runter.

Das Rezept für Capcoms neuestes Action-Potpourri klingt äußerst schmackhaft: Dark Void würzt die bewährten Deckungsschießereien nach Uncharted-Art mit einer vertikalen Note und reicht dazu übergangslos eingestreute Luftkämpfe. Angerichtet wird das Ganze mit einem herrlich trashigen B-Movie-Flair. Für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen, noch mal eine kurze Zusammenfassung: Euer unfreiwilliger Held Will stürzt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg mit seinem Flugzeug im Bermudadreieck ab und wird in eine Paralleldimension gezogen. Dort wird die Menschheit von fi esen Aliens unterjocht, die ihre Herrschaft auch auf die Erde ausdehnen wollen. Das kann Will natürlich nicht durchgehen lassen und so düst er nach einem Treffen mit dem Erfinder Tesla samt dessen selbst gebasteltem Jetpack in den Kampf. Der Meinungsaustausch mit den Blechsoldaten der außerirdischen Brut gestaltet sich grundsätzlich so, wie wir das mittlerweile aus vielen Action-Games gewohnt sind: Per Tastendruck verschanzt ihr euch hinter Säulen, Mauern und Kisten, um aus der sicheren Deckung heraus das Feindvolk mit einer von sechs verschiedenen Wummen ins Visier zu nehmen. Ein weiterer Knopfdruck genügt, um die Deckung im Hechtsprung zu wechseln.

Rocket-Man: Die Luftschlachten steuern sich nach kurzer Eingewöhnung recht gut, bieten aber auch keine Überraschungen. Rocket-Man: Die Luftschlachten steuern sich nach kurzer Eingewöhnung recht gut, bieten aber auch keine Überraschungen.

CLIFFHANGER IM DUTZEND!
Doch dank eures Raketenrucksacks eröffnen sich weitere Optionen, etwa der Kampf in der Vertikalen. Der funktioniert im Grunde wie der am Boden, nur mit dem Unterschied, dass ihr euch unter Felsvorsprüngen und Brücken festklammert und von dort aus eure Knarren sprechen lasst. Statt nach links oder rechts hinter die nächste Wand zu hüpfen, katapultiert ihr euch eben nach oben unter die nächste Ebene oder lasst euch ein Stockwerk tiefer fallen. Die Steilwandkämpfe sind spielerisch kein völlig neuer Dreh, lassen euch aber im wahrsten Sinne des Wortes das Geschehen aus einer neuen Perspektive betrachten.

RAKETEN-RAMBO
Außerdem dürft ihr jederzeit wie ein Düsenjäger durch die Lüfte jagen oder auf der Stelle schweben. In engen Gängen bringt euch das herzlich wenig, doch in den weiträumigen Levels stehen euch sozusagen alle Himmelsrichtungen offen. Erst am Boden die Gegnerhorden dezimieren, dann quer durch die Luft zischen und die Feinde von hinten unter Beschuss nehmen? Kein Problem! In einigen Abschnitten entbrennen gar reine Luftkämpfe. In solchen Momenten spielt sich Dark Void wie ein abgespecktes Ace Combat oder Blazing Angels - mit dem Unterschied, dass ihr als fliegende Ein-Mann-Armee auch vorbeizischende Ufos und Jets kapern könnt, um kurzzeitig die erhöhte Feuerkraft der Fluggeräte zu nutzen. Das hört sich alles super an und spielt sich anfangs auch sehr erfrischend.

Karge Botanik: Nicht nur der Wüstenabschnitt geizt mit Details. Die meisten Levels fallen recht unspektakulär aus. Karge Botanik: Nicht nur der Wüstenabschnitt geizt mit Details. Die meisten Levels fallen recht unspektakulär aus.

AUF DAUER KEINE POWER
Doch nach dem Genuss des kompletten Action-Happens (die Spieldauer beträgt rund acht Stunden) bleibt ein fader Nachgeschmack. Denn die tollen Möglichkeiten, die das Jetpack bietet, werden viel zu selten genutzt. Die Stellen, an denen es kreativ eingesetzt werden kann, lassen sich an einer Hand abzählen. Den Rest des Abenteuers kämpft ihr euch durch 08/15-Schusswechsel und Standard- Dogfi ghts mit strunzdummen Gegnern. Und das in den einfallslosesten Umgebungen, die wir seit Langem in einem Spiel gesehen haben: Vom kargen Dschungel (inklusive Tempelanlage im Indiana-Jones-Stil) über dröge Marslandschaften bis hin zu völlig eintönigen Raumschiffgängen ist alles vertreten, was die Fibel "Leveldesign für Dummies" so hergibt. Dazu kamen in unserer Testversion noch einige Bugs: Dreimal mussten wir den letzten Checkpoint laden, weil es trotz Erledigung aller Aufgaben nicht weiterging, und in den Flugabschnitten nervten ätzende Soundhänger. Die Entwickler versprechen, diese Fehler bis zum Release zu beheben. Darum fließen sie nicht mit in die Wertung ein. Dennoch: Dark Void bleibt eine halbgare Angelegenheit.

Screenshots aus unserem Dark Void-Test für PS3 und Xbox 360:

Bildergalerie

Wertung zu Dark Void (PS3)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Der fliegende Wechsel zwischen Boden-, Vertikal-Die vielen Aktionsmöglichkeiten sorgen für
... von denen es aber viel zu wenige gibt. Meist ist Standard-Action angesagt.Gegner agieren wie Schießbudenfi guren. Künstliche Intelligenz? Fehlanzeige!Zuweilen funktionieren die Auslöser für denDie Umgebungen sind detailarm und extrem
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk