Tony Hawk RIDE Test für Wii: Innovativer Controller mit Erkennungsproblemen

Test David Martin Tom Sauer

In unserem Test von Tony Hawk RIDE für Wii beleuchten wir den Neuanfang, das zumindest hatte Entwickler Robomodo im Vorfeld versprochen, der Skateboard-Serie. Was taugen Spiel und vor allem der neue Skateboard-Controller? Unser Test verrät es!

Wow, der gefühlte 20. Teil der Tony Hawk-Reihe. Was ist dieses Mal so besonders?
Im Gegensatz zu den Vorgängern setzt der neueste Teil aufgrund des innovativen Skateboard-Controllers auf ein komplett neues Spielerlebnis. Erstmals steuert ihr das Spiel mit vollem Körpereinsatz.

Ein Skateboard-Controller? Klingt cool. Wie genau soll das funktionieren?
Das Design des Controllers orientiert sich an dem eines echten Skateboards, nur ohne Achsen und Rollen. Dank mehrerer Sensoren werden eure Tricks direkt ins Spiel übertragen. Habe ich denn trotzdem die Möglichkeit, mit Wii-FB und Nunchuk zu spielen? Da RIDE komplett auf den neuen Skateboard-Controller zugeschnitten wurde, ist es nicht möglich, andere Eingabegeräte zu benutzen. Nur zur Bedienung des Hauptmenüs wird die Wii-FB benötigt.

Das bedeutet, man benötigt zwei Skateboard-Controller für den Mehrspieler-Modus?
Theoretisch schon. Allerdings ist der Mehrspieler-Modus eher begrenzt und RIDE legt mehr Wert auf das Solospiel. Ihr könnt jedoch mit mehreren Leuten abwechselnd aufs Board steigen. Hört sich alles ganz gut an. Doch der Spaß hat bestimmt seinen Preis? Das Spiel wird nur in Verbindung mit dem Skateboard- Controller zum Verkauf angeboten. Dementsprechend ist der Preis auch nicht gerade niedrig. Die Wii-Version ist mit knapp 115 Euro die teuerste.

Zeitdruck: Die grünen Symbole verbessern eure Rundenzeiten. Zeitdruck: Die grünen Symbole verbessern eure Rundenzeiten.

Bereits seit über zehn Jahren dürfen Videospieler virtuell in den Genuss des beliebten Trendsports kommen. Dank Skateboard-Legende Tony Hawk erscheint seit 1998 fast jedes Jahr ein neues Spiel der Tony Hawk's Skateboarding-Reihe. In den vergangenen Jahren brachte die Reihe kaum Veränderungen mit sich und mit Skate gibt es nun auch noch einen hochwertigen Konkurrenten aus dem Hause EA. Zeit für Activision und den "Birdman", sich was einfallen zu lassen. Und siehe da: Tony Hawk: RIDE versucht dieses Jahr nicht nur mit spielerischen Verbesserungen den Genrethron zurückzuerobern, sondern auch mit einem neuartigen Skateboard-Controller. Dieser lässt euch das Spiel mit eurem vollen Körpereinsatz steuern und so richtiges Skateboard-Feeling aufkommen. Zumindest sollte das so sein. Wir sind für euch aufs Board gestiegen und haben die innovative Spiel idee ausprobiert.

Gnadenlose Herausforderungen
Das Grundgerüst des Spiels bildet wie immer der Karriere-Modus. Ihr erstellt euren eigenen Skater und beweist euch in drei verschiedenen Modi. Im Speed-Modus gilt es, einen vorgegebenen Kurs so schnell wie möglich zu durch queren und dabei bestimmte Checkpoints zu durchfahren. Euer volles Können ist im Trick-Modus gefragt, in dem ihr so viele Tricks wie möglich ausführen müsst, um den Highscore zu knacken. Besonders motivierend gestalten sich die Herausforderungen: Hier habt ihr an bestimmten Stellen vorgegebene Tricks oder Aktionen zu bewältigen. Oftmals benötigt man mehrere Versuche, was jedoch nicht frustriert, sondern eher euren Ehrgeiz weckt. Je besser ihr in den verschiedenen Disziplinen abschneidet, desto mehr Session-Punkte erhaltet ihr. Die se werden benötigt, um neue Locations und Aufgaben freizuschalten. Allerdings mangelt es hier auch ein wenig an der Abwechslung, da sich dieses Prinzip durch das komplette Spiel zieht. Zwischen den Skate-Einlagen werdet ihr zudem mit netten Extras wie freischaltbaren Klamotten oder Skateboards für euren Skater belohnt. Und wer mag, kann natürlich auch ohne Zeit- oder Punktedruck in den verschiedenen Levels einfach drauflosrollen.

Vertikaler Spaß: Auch Halfpipes sind in Tony Hawk: RIDE natürlich mit dabei. Vertikaler Spaß: Auch Halfpipes sind in Tony Hawk: RIDE natürlich mit dabei.

Innovativer Controller
Die größte Neuerung ist der Skateboard-Controller, mit dem sich Tony Hawk: RIDE steuern lässt. Das Design des Controllers ist dem eines echten Skateboards nachempfunden. Zudem verfügt der Controller an der Seite über das komplette Tastenfeld der Wii-FB samt Buttons und Steuerkreuz. Insgesamt gibt es vier verschiedene Sensoren im Board, die eure Bewegungen erkennen. So müsst ihr mit einem Fuß Schwung holen, das Board anheben, um einen Ollie auszuführen, es für einen Klickflip leicht neigen oder das Gleichgewicht für einen Manual halten. Auch Grabtricks werden von dem Board erkannt. Einziger Nachteil: Durch den neuen Controller wurde auch das Trick-Repertoire leicht eingegrenzt. Vor jedem Level wählt ihr aus, in welcher Richtung ihr auf dem Board steht - nur speichert das Spiel hier nicht ab, es merkt sich nicht, ob ihr Goofy oder Regular skatet.

Erkennungsprobleme
Während die neuartige Steuerungsmethode im ersten Moment ziemlich spaßig wirkt, wird nach einiger Zeit klar, dass es doch nicht so gut funktioniert. Die Sensoren erkennen die Bewegungen oftmals falsch, erst viel zu spät oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht. Das Ausführen von gezielten Tricks wird somit zur reinen Glückssache. Theoretisch könnte man das Board vor dem Fernseher auch einfach wild hin und her bewegen und so ohne Probleme den High score knacken. Immerhin gibt es drei Schwierigkeitsstufen. Während ihr auf "Casual" die Fahrtrichtung nicht beeinflussen könnt und auf einer vorgegebenen Strecke unterwegs seid, offenbaren die beiden anderen Stufen die Schwächen des Controllers. Die Bewegungen werden viel zu träge ins Spiel übertragen und oftmals rollt man einfach nur im Kreis oder in eine ungewollte Richtung. Ihr habt also die Wahl: Entweder das Spiel spielt sich fast von alleine oder ihr müsst euch mit den Steuerungsmacken arrangieren.

Stilvoll: Sobald der Stil-Balken aufgeladen ist, gibt es massig Bonuspunkte. Stilvoll: Sobald der Stil-Balken aufgeladen ist, gibt es massig Bonuspunkte.

Nette Präsentation
In Bezug auf die Technik macht die Grafik auch im Vergleich zur PlayStation-3- und Xbox-360- Version einen soliden Eindruck. Soundtechnisch erwartet euch ein guter und vor allem passender Soundtrack mit Künstlern wie Green Day oder Queens of Stone Age. Die restliche Präsentation ist Tony Hawk-typisch gut gelungen. Nette Zwischensequenzen mit Profi-Skatern und natürlich der Legende Tony Hawk, der euch höchstpersönlich im Intro begrüßt, treiben das Spielgeschehen voran. Etwas schwach präsentiert sich der Mehrspieler-Modus. Ihr könnt zwar abwechselnd aufs Board steigen, doch da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Wertung zu Tony Hawk: RIDE (Wii)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Motivierende HerausforderungenNette PräsentationGuter SoundtrackInnovativer Controller, …
… der nicht so gut funktioniertWenig AbwechslungKeine SteuerungsalternativenBegrenzter Mehrspieler-Modus
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