I ain't afraid of no ghosts - diesen Satz aus dem Refrain des Titelsongs dürft ihr bald lauthals losschmettern. Die Geisterjäger suchen endlich wieder euer Wohnzimmer heim! Wir unterziehen Ghostbusters: The Video Game einem Test.
Bekannte Lizenzen haben einen Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Spiel, das deren Stempel trägt, erfolgreich zu sein, ist hoch - gerade wenn die Fans seit etwa 20 Jahren auf neues Futter warten. Gleichzeitig hängt über einem solchen Projekt jedoch das allgegenwärtige Damokles-Schwert, ebendiese Spieler maßlos zu enttäuschen. Die Entwickler von Ghostbusters: The Video Game tragen genau solch eine Last von Erwartungsdruck auf ihren Schultern. Ob sie unter ihr zusammenbrechen?
GESCHICHTSSTUNDE
Ghostbusters: The Video Game Test - Screenshots (13)
Die Handlung setzt zwei Jahre nach Ende des zweiten Films ein. Ihr heuert als neuer und gleichsam identitätsloser Rekrut bei den Geisterjägern an, deren digitale Ebenbilder verblüffend nahe an das Aussehen der 80er-Jahre-Versionen der Schauspieler heranreichen. Entwickler Terminal Reality hat es aber nicht nur geschafft, Bill Murray und Co. perfekt nachzubauen, auch deren Mimik und Bewegungen passen wunderbar auf die Situationen. Wählt ihr zudem die englische Sprachausgabe (die von Haus aus eingestellt ist), dürft ihr euch sogar an den originalen Stimmen erfreuen. Nicht so leider in der deutschen Synchronisation, denn statt der gewohnten Sprecher der Mimen, ertönen nur ähnliche - das raubt Atmosphäre. Und genau die ist es, die Ghostbusters: The Video Game exzellent einfängt.
SCHAUDERHAFT
Ghostbusters: The Video Game Test - Screenshots (20)
Wo Ghostbusters: The Video Game allerdings in Sachen Stimmung und Charme punktet, da patzt es allzu oft im Spielverlauf. Eure Hauptaufgabe in den acht bis zehn Stunden Spielzeit ist natürlich, fiese Geister zu jagen und zu fangen. Das macht die erste Stunde lang einen Heidenspaß, da man sich als Teil der Filme fühlt, jedoch sinkt die Motivation dann aufgrund des sich wiederholenden Vorgehens: Mit dem Protonenpaket auf die Spektralwesen feuern, bis deren "Lebensenergie" in den roten Bereich fällt, dann auf den Fangstrahl wechseln und den Untoten in die Falle ziehen. Zwar inszeniert Ghostbusters das alles action- und effektreich, aber ihr habt schnell den Dreh raus, wie ihr die Standardgegner aus dem Weg räumt.
Für jeden gefangenen Geist bekommt ihr Geld auf eurem Konto gutgeschrieben, das ihr in Verbesserungen eurer Ausrüstung stecken dürft. Die besteht nicht nur aus dem Protonenstrahl, den man aus dem Film kennt, sondern bietet bis zum Ende des Spiels insgesamt vier Feueroptionen, unter anderem eine Schleimkanone oder eine Art Geister-Schock-Schrotflinte. So unterschiedlich die vier Feuermodi auch ausfallen, Ghostbusters nutzt die darin enthaltene taktische Komponente zu wenig aus, denn ihr seid selten gezwungen, für bestimmte Widersacher zu speziellen Waffenmodi zu greifen. Die Verbesserungen, die ihr für eure Wumme kaufen dürft, verringern den Energiebedarf oder andere anfängliche Nachteile, allerdings habt ihr zu früh alle Upgrades im Warenkorb.
BLÖDE KOLLEGEN?
Ghostbusters: The Video Game Test - Screenshots (27)
Die anderen Geisterjäger unterstützen euch in den Kämpfen und das erstaunlich gut, wenn auch nicht immer optimal. Greift ihr nicht ein, nehmen die Jungs Geister unter Beschuss oder fangen sogar hin und wieder einen ohne euch ein. Teilweise kommt es aber vor, dass die KI doofe Fehler begeht und euch zum Beispiel wiederbeleben möchte, während eine Flut von Attacken auf sie einprasselt. Das kostet nerven, denn gehen alle an der Mission beteiligten Geisterjäger zu Boden, zählt der Einsatz als gescheitert, ein Neustart wird nötig. Bei Ladezeiten von teils mehr als 40 Sekunden kann einen das zur Weißglut treiben.
Apropos Wiederbeleben: Sinkt eure Lebensenergie unter einen bestimmten Punkt, geht euer Charakter zu Boden und ihr müsst warten, bis einer der KI-Kameraden zu euch eilt und euch wieder aufhebt. Gleiches gilt umgekehrt für die Geisterjäger. Das System funktioniert mit der KI überraschend gut, mit kleinen Ausnahmen. Einen Splitscreen-Koop-Modus, der sich hier prima angeboten hätte, bietet Ghostbusters aber nicht, dafür zwei Online-Modi. Der Mehrspieler-Part war mit unserer Version allerdings noch nicht testbar. Wir liefern unsere Eindrücke in Kürze nach. Bis dahin empfehlen wir euch einen Rückblick unserer Schwesterseite widescreen-vision.de auf die Ghostbusters-Kinofilme mit vielen Bildern.
