Infamous für PS3: Test des Actionspiels

Test Florian Stangl Sascha Lohmüller

Infamous verspricht viel: Zerstörung, Chaos und dazwischen ein Superheld - klingt nach einem Actionfest. Wir prüften InFamous auf Herz und Nieren, ob es wirklich Festlaune verbreitet.

Gewitter: Spät im Spiel erhaltet ihr diesen alles vernichtenden und steuerbaren Sturm aus Blitzen. (1) Quelle: Play3 Gewitter: Spät im Spiel erhaltet ihr diesen alles vernichtenden und steuerbaren Sturm aus Blitzen. (1) Eine offene Spielwelt, eine Stadt die im Chaos versinkt und ein Protagonist, der plötzlich Superkräfte entwickelt - die meisten Spieler denken bei dieser Beschreibung an Prototype. Die Hintergrundgeschichte von InFamous jedoch verläuft in denselben Bahnen. Nach einer riesigen Detonation findet sich Hauptcharakter Cole McGrath inmitten von Trümmern wieder und weiß nicht, wie um ihn geschehen ist. Das Nächste, was ihm auffällt ist, dass er über elektrische Superkräfte verfügt. Im Folgenden entwickelt sich eine spannende und wendungsreiche Hintergrundgeschichte um Liebe, Verrat, Terrorismus und eine Geheimorganisation, verpackt in stimmungsvolle Comic-Zwischensequenzen. Mehr wollen wir an dieser Stelle auch nicht verraten.

Infamous: Gut und böse
Skyline: Infamous-Protagonist Cole McGrath überblickt Empire City. Quelle: Play3 Skyline: Infamous-Protagonist Cole McGrath überblickt Empire City. Die fiktive Metropole Empire City versinkt nach der Detonation im Chaos und wird von der Regierung hermetisch abgeriegelt. In diesen Wirren versucht Cole mehr über seine neu erworbenen Fähigkeiten herauszufinden und gleichzeitig für Ruhe und Ordnung zu sorgen. An Gegenspielern mangelt es ihm dabei nicht: Die Stadtviertel werden nun von Verbrecherbanden kontrolliert, die das Chaos ausnutzten, um sich an die Macht zu schwingen. Angeführt werden die einzelnen Gruppierungen ebenfalls von Menschen mit Superkräften. Als wäre dies nicht genug, kann der Protagonist auch noch die Bürger der Stadt sowie die Sicherheitskräfte gegen sich aufbringen, je nachdem wie er handelt. An bestimmten Stellen wählt ihr nämlich zwischen zwei Vorgehensweisen. Selbstloser Streiter oder brutaler Egoist - InFamous überlässt euch die Entscheidung, aber ihr tragt auch die Konsequenzen.

Bildergalerie

Infamous wird zunehmend infamer
Der rote Blitz: Verhaltet ihr euch böse, so erstrahlen eure Superkräfte in strahlendem Rot. Quelle: Play3 Der rote Blitz: Verhaltet ihr euch böse, so erstrahlen eure Superkräfte in strahlendem Rot. Für jeden besiegten Gegner und jede geschaffte Mission erhält eure Spielfigur Erfahrungspunkte. Diese investiert ihr im Kräftemenü in verbesserte Superkräfte oder erhöhte Widerstandskraft. Je nachdem wie euer Heldenstatus ist, also ob ihr gut oder böse durch Empire City schlurft, stehen euch andere Fähigkeiten zur Verfügung. Im Verlauf des Spiels greift ihr auf immer desaströsere Mittel zurück, um euch eurer Gegner zu entledigen. Wie es sich für einen Superhelden in einer Großstadt gehört, erklimmt ihr auch so ziemlich jedes Gebäude, das in die Gegend gepflanzt wurde. Oftmals ist dies auch nötig, wenn etwa ein Zielpunkt auf dem Dach eines Hochhauses liegt oder wenn ihr allerlei Fluggerätschaften verfolgen und ausschalten sollt. Aber auch das normale Fußvolk lässt sich aus erhöhter Position leichter mit Elektrizität brutzeln.

Die Technik machts
Freistoß: Kleine oder am Boden liegende Gegner könnt ihr – frei nach der kroatischen Nationalmannschaft – wegtreten. Quelle: Play3 Freistoß: Kleine oder am Boden liegende Gegner könnt ihr – frei nach der kroatischen Nationalmannschaft – wegtreten. Grafisch ist InFamous durchaus schick anzusehen, wenn auch kein Überflieger. Die Zwischensequenzen hingegen trafen genau unseren Nerv: schicke Comic-Strips - passend zum Superhelden-Thema. Die Soundeffekte und die Sprachausgabe sind ebenfalls gelungen, die deutschen Sprecher machen einen guten Job und verleihen den einzelnen Figuren einen wiedererkennbaren Charakter. Die gelungene Steuerung ermöglicht flüssiges Kämpfen und spektakuläre Stunts. Leider ist die gelungene Steuerung auch ein Kritikpunkt. Klingt wie ein Widerspruch - ist es aber nicht. Bei Stunteinlagen funktioniert die Steuerung wie erwähnt tadellos, man landet automatisch auf Geländern, Vorsprüngen und dergleichen. Will man jedoch zwischen zwei Geländern landen oder auch über ein Hindernis springen bleibt man oft hängen. Gerade in hektischen Situationen ist so etwas nervig. Hin und wieder versagte die Steuerung sogar total und man segelte in einen Abgrund, weil sich die Spielfigur partout nirgendwo festhalten wollte. Zudem wiederholen sich die Nebenmissionen nach einer Weile und langweilen im Vergleich zu den spannenden Storyaufträgen. Das alles ist jedoch Meckern auf einem hohen Niveau. Open-World-Anhänger, Actionfreunde und Superheldenfans werfen getrost einen Blick auf InFamous, es lohnt sich.

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Wertung zu Infamous (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Die offene Spielwelt lädt zum Erkunden und Erforschen ein.Cool inszenierte Spezialfähigkeiten geben dem Spieler viele Möglichkeiten.Die Comic-Zwischensequenzen erzählen eine spannende Hintergrundgeschichte.Das Moralsystem macht ein zweites Durchspielen reizvoll.
Die vielen Nebenmissionen werden mit der Zeit eintönig.Gelegentlich leistet sich die Steuerung nervige Aussetzer.
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