Der neueste Teil des Videospiel-Klassikers Bionic Commando im Test - schafft die Kultreihe den Sprung in die Dreidimensionalität? Unser Review hilft bei der Kaufentscheidung.
Unser Test zu Bionic Commando behandelt das neue Werk der schwedischen Entwickler GRIN, die derzeit noch an Terminator Salvation arbeiten. In Bionic Commando verkörpert ihr den Ex-Soldaten Nathan Spencer, Markenzeichen: ein bionischer Arm und Dreadlocks. Nach den Ereignissen der Videospiel-Vorlage (siehe Extrakasten) werden die mit allerlei Schnickschnack ausgestatteten Superkämpfer zu Staatsfeinden erklärt. Einige fliehen in den Untergrund, andere steckt man in Gefängnisse. In einem eben solchen findet sich auch der Protagonist wieder, um genauer zu sein der Todeszelle. Als Terroristen in der fiktiven Metropole Ascension City eine experimentelle Nuklearwaffe zünden und die Überreste der Großstadt besetzen, ändert sich jedoch die Ansicht der Regierung hinsichtlich Spencer. Sein ehemaliger Vorgesetzter holt ihn aus dem Knast und katapultiert ihn in die Besatzungszone, mit im Gepäck: der bionische Greifarm, den man ihm während des Gefängnisaufenthalts amputiert hatte.
Lernphase
Bildergalerie
Soviel zur wenig oscarreifen, aber durchaus spannend erzählten Hintergrundgeschichte. In Ascension City angekommen gilt es, erst einmal euren Arm zu finden, der ebenfalls per Luftpost in eines der Hochhäuser geschossen wurde. Ist dies geschafft erklärt euch ein Tutorial die Grundlagen der Steuerung. An einige der Spezialfähigkeiten erinnert ihr euch jedoch erst während des späteren Spielverlaufs. Man kann daher durchaus sagen, dass das erste Spieldrittel hauptsächlich dazu dient, die Handhabung und die Möglichkeiten des Spielcharakters zu erlernen.
Special Moves zur Frustbewältigung
Quelle: Play3
Bionic Commando: Nicht nur Gegenstände lassen sich herumschleudern, auch Gegner. Trotzdem sollten sie euch nicht dermaßen nah kommen.
Leider hat dies zur Folge, dass es anfangs an Frustmomenten nicht mangelt. Euer Held steckt nur wenige Treffer ein und ohne Spezialattacken ist es oftmals schwer, sich einer Übermacht an Gegnern zu entledigen. Die Geduldigen unter euch werden jedoch belohnt, denn sobald man sich in die komplexe Steuerung hineingearbeitet und alle Fähigkeiten freigeschaltet hat, gewinnt das Spiel enorm an Fahrt. Auch schwerere Feinde wie diverse Kampfroboter oder Bossgegner wie ein riesiger mechanischer Wurm lassen sich dann mit flüssigen Angriffen besiegen und ihr schleudert Autos, Kisten und selbst Gegner durch die weiträumigen Levels. Dank der gelungenen Physikengine bewegen sich geworfene oder durch die Gegend geschlagene und getretene Objekte physikalisch korrekt. An bestimmten Stellen lässt sich gar Metall verbiegen und federt nach.
Mike Patton spricht den Helden
Quelle: Play3
Bionic Commando: Gegen die unterschiedlichen Kampfroboter bringen euch eure Waffen meist wenig, nutzt eure Spezialfähigkeiten!
Aus technischer Hinsicht lässt sich über Bionic Commando nicht viel meckern. Die Grafik ist hübsch anzusehen, wenn auch keine Spitzenklasse, vor allem die Echtzeit-Schatten sind gelungen. Auch der Sound ist über allen Zweifel erhaben. Die Hintergrundmusik erklingt im Retro-Gewand, da das jeweilige Thema an den Videospiel-Vorfahren angelehnt ist. Ein besonderes Schmankerl: Als Sprecher für den Hauptcharakter wurde Mike Patton (Sänger von Faith No More) verpflichtet, der schon dem Protagonisten von The Darkness (dt.) - nicht Jackie Estacado, sondern The Darkness selbst - seine Stimme geliehen hat. Die Steuerung indes ließ uns gelegentlich verzweifeln. Dass sich Bionic Commando aufgrund seiner Komplexität und Einarbeitungszeit nicht an Anfänger richtet haben wir ja bereits erwähnt. Hinzu kommt leider (zumindest bei der Playstation-3-Version) eine etwas ungenaue und schwammige Handhabung, die euch gerade in den Schwungpassagen, bei denen es auf Timing und Zielgenauigkeit ankommt, oftmals in den Bildschirmtod reißt. Dank fair gesetzter Speicherpunkte fällt dies allerdings nicht ganz so schwer ins Gewicht.
