Unser grün bemützter Held führt in Phantom Hourglass als Mitglied der Piratenbande von Tetra alias Prinzessin Zelda ein unterhaltsames Freibeuter-Leben. Einst hat Link die junge Adelige vor dem Tode bewahrt. Die harmonische Reise findet ein abruptes Ende, als die Bande in das Reich des Meereskönigs eindringt und von einem mysteriösen Geisterschiff erfährt. Prompt taucht dieses auf - die mutige Tetra fackelt nicht lange und gibt den Befehl zu entern. Ein kurzer Schrei und im nächsten Augenblick ist der geisterhafte Kahn mitsamt Tetra spurlos verschwunden. Link hechtet hinterher, doch erreicht das Schiff nicht mehr. Kurze Zeit später: Link wacht auf einer Insel auf und stellt fest, dass sein Schwert verschwunden ist, dafür begleitet ihn fortan eine geschwätzige kleine Fee namens Ciela.
AUF DER INSEL NICHTS NEUES
Ihr stattet dem ortsansässigen Einsiedler einen Besuch ab und lasst euch in die Kampfkunst einweisen. Zelda-Veteranen dürften die Prozedur schon kennen. Habt ihr euer Schwert wieder gefunden und euch mit einem Schild und diversen Tränken ausgerüstet, solltet ihr den ersten Dungeon aufsuchen. Die Rätsel dort sind alles andere als schwer, was jedoch zu erwarten war. Der niedrige Schwierigkeitsgrad zu Beginn des Abenteuers kommt vor allem Gaming-Neulingen zugute. The Legend of Zelda: Phantom Hourglass richtet sich nämlich nicht nur an Hardcore-Fans, sondern auch an Einsteiger.
Habt ihr den ersten Dungeon bezwungen, erhaltet ihr Zugang zum Schiff von Kapitän Linebeck, der euch dieses großzügig, wenn auch nicht uneigennützig, zur Verfügung stellt. Schon kann es losgehen mit der der Überquerung der blauen See. Von der großen Freiheit, die einem Wind Waker bot, ist allerdings nicht mehr viel zu spüren. Gerade einmal vier Quadranten Meer erforscht Link mit eurer Hilfe! Im Vergleich mit dem inhaltlich vergleichbaren Vorgänger von 2003, The Wind Waker, ist das eine Reduzierung um 45 Sektoren. Zwar wirkten die Seefahrten in Links GameCube-Debüt manchmal eintönig und lange, aber eine so rabiate Beschneidung hätte wirklich nicht sein müssen. Zumal man in der DS-Version nicht kurz vom Schiff abspringen und mal eben das winzige Eiland neben dem Kahn erforschen kann. Um an Land zu gehen, müsst ihr einen Hafen ansteuern und jedes An- und Ablegen ist verbunden mit einer kurzen Zwischensequenz. Der Spielfluss leidet so ein wenig und von der Freiheit des Ozeans ist wenig zu spüren.
STILVOLLER STYLUS
Bleiben wir doch gleich auf hoher See: Wollt ihr von A nach B reisen, markiert ihr einfach die Route auf der Seekarte und los geht's. Hier vermerkt ihr außerdem wichtige Notizen zu Personen, Rätseln und Schauplätzen. Diese erfreuliche Neuerung erleichtert die Navigation und die Übersicht ungemein. Beim Schippern kann es euch allerdings passieren, dass euch Hürden, lästige Seevögel oder gar Piraten von der planmäßigen Route abbringen wollen. Nicht verzagen: Mit einem einfachen Sprung, ausgelöst durch kurzes Antippen des Touchscreens, überwindet ihr die Hindernisse. Gegner verscheucht ihr mit der Bordkanone, die ihr ebenfalls per Stylus lenkt und bedient. Besonders positiv fällt die Steuerung der Items auf. Klickt mit dem Stylus auf den Gegner, stürmt Link von selbst auf den Widersacher zu und macht ihm den Garaus. Beim Bumerang zeichnet ihr erst die Fluglinie vor und lasst die Waffe dann lossausen. Auf die bewährte Wirbelattacke müsst ihr ebenfalls nicht verzichten. Ihr zeichnet rasch einen Kreis, damit Link den Rundumschlag auslöst. Aber übertreibt es nicht - sonst wird Link nämlich für kurze Zeit schwindelig! Alles in allem fällt die Steuerung sehr intuitiv und gelungen aus, was vor allem Neulinge erfreuen sollte. Natürlich wäre eine Tastensteuerung als Alternative nicht verkehrt gewesen, aber da der Stylus prächtig funktioniert, hält sich unsere Kritik in Grenzen.
