Bungies prügellastiges Action-Abenteuer erweist sich als unausgereifte Genre-Mixtur für Profis.
Hersteller:
Take-Two Interactive GmbH (DE)
Termin:
09.03.2001
Spieler:
-
Testurteil:
67
Steuerung
-
Grafik
51
Sound
63
Multiplayer
-
Das Spiel gibt es außerdem für folgende Plattformen:
19.02.2001 17:58 Uhr - Wer von Oni echte Rätsel in Action-Adventure-Manier erwartet, wird enttäuscht sein. Die "Puzzles" beschränken sich auf Computer-Terminals, mit denen Türen geöffnet werden. Durch den Wegweiser entfällt meist auch das Erforschen der Levels, da Sie genau wissen, wo Sie hinmüssen. Dafür ist der Action-Teil des Spiels ausgefeilter als bei den meisten vergleichbaren Titeln: Neben zahlreichen Waffen, von denen Konoko allerdings immer nur eine tragen kann, gilt es auch, Fäuste und Füße einzusetzen, um sich Ihrer Gegner zu entledigen. Zwar ist das Move-Repertoire nicht mit "richtigen" Beat "em Ups zu vergleichen, doch zu einigen Combos, Würfen und Entwaffnungstechniken reicht es immerhin. Jede Menge Schwächen Die größten Schwächen von Oni sind offensichtlich: Die Levels bieten grafische Tristesse pur und Abwechslung wird nicht geboten. Die Figuren sind zwar gut animiert, aber ansonsten nicht sehr detailliert - die unbeteiligten Zivilisten sehen sogar richtig schlecht aus. Was unsere Bilder nicht zeigen, sind die herben Ruckeleinlagen, sobald mal etwas mehr passiert. Gespeichert wird an einigen Punkten innerhalb der Levels automatisch. Wer stirbt, muss erst einmal 30 bis 40 Sekunden Ladezeit ertragen Warum derselbe Level noch mal geladen werden muss, bleibt ein Rätsel. Neben der umständlichen Steuerung mit zwei Analog-Sticks, der man die "Maus+Tastatur"-PC-Herkunft deutlich anmerkt, erschwert das Geruckel die Kämpfe oft noch zusätzlich. Die Mehrfachbelegung des rechten Analog-Sticks mit "drehen", "Waffen ziehen" und "Waffen aufheben" erweist sich in der Praxis als störend. Würfe gelingen oft nicht, das Zielen ist bei vielen Waffen schwierig und mit Rückstoß nahezu unmöglich. Dieses Manko fällt jedoch kaum ins Gewicht, da man ohnehin kaum Munition findet. Das Blocken beim Nahkampf funktioniert mehr schlecht als recht, zusätzlich verfügen einige der Kontrahenten über Attacken, die Ihre Deckung durchbrechen. Unsere Testversion war noch englisch, die Verkaufsversion wird aber komplett deutsch sein.
LASER-ALBTRAUM Nervig gesetzter Speicherpunkt: Diese Laserbarrieren müssen Sie immer wieder überwinden.
ANIME-INTRO Der Vorspann ist ein netter, kurzer Zeichentrickfilm - leider der einzige im Spiel.
MUTIGES MÄDCHEN Konoko geht in die Offensive und nimmt dem Endgegner einfach seine riesige Waffe ab.
NAHKAMPF-PROBE Die Kämpfe gegen mehrere Gegner gleichzeitig sind nicht zu unterschätzen.
GROSSZÜGIG Konokos Mitarbeiter und gerettete Zivilisten verschenken gerne Hyposprays und Munition.
Bei Oni kommen einem Zweifel, ob die Entwickler ihr eigenes Spiel überhaupt in dieser Form selbst gespielt haben. Die Steuerung mag am PC mit Maus und Tastatur ordentlich sein, mit dem Joypad wird aber schon das reine Zielen oft zur Qual. Die detailarme Grafik mag tolerabel sein, die häufigen und heftigen Ruckeleinlagen sind dabei allerdings eine Unverschämtheit. Die meisten Spieler werden vom stellenweise äußerst happigen Schwierigkeitsgrad und den ungünstig verteilten Speicherpunkten sehr schnell gefrustet sein. Wer sich mal wieder richtig in ein Spiel verbeißen will, liegt hier zwar gerade deswegen richtig - ansonsten ist Oni aber vor allem ein - abschreckendes - Beispiel dafür, wohin die Annäherung von PC- und Konsolen-Markt führen kann.